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Besser geht's nicht (1997)

Eine Kritik von Floyd (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 13.06.2005, seitdem 233 Mal gelesen


Ich bin eigentlicht kein Anhänger von Liebesfilmen, da mir die meist doch sehr aufgesetzte, plastische und biedere Handlung sowie auch die meisten Schauspieler in solchen Filmen einfach nicht zusagen.

An "Besser geht's nicht" reizte mich allein der gute Jack Nicholson, bei dem ich mir sicher war, dass er einiges rausreissen würde, wenn das Ganze wirklich in einer schnulzigen Seifenoper enden sollte.
Doch das musste er nicht einmal. Der Plot des Filmes konnte auf ganzer Länge überzeugen und stellenweise sogar berühren.

Der brillante Roman-Author Melvin Udall (Jack Nicholson), der vorwiegend Liebesromane schreibt, ist beruflich erfolgreich, doch ein von vielen Charakterschwächen geplagter Mensch. Er ist neurotisch, grob und ungeübt im Umgang mit Menschen, denen er dann meist äußerst gemein gegenübertritt, hat eine ganze Reihe von Voruteilen gegenüber jeglichen Gesellschaftsgruppen und ist einsam. Aufgrund seiner Einsamkeit, besucht er gerne das Restaurant in welchem sein einziger menschlicher Kontakt bedient.
Carol Connelly (Helen Hunt) lebt mit ihrer Mutter und ihrem extrem gebrechlichen und kranken Sohn alleine. Der geplagte Körper ihres Sohnes zwingt sie zu täglichen Krankenhausaufenthalten, die an ihren Nerven und ihren finanziellen Mitteln zehren. Carol ist am Ende und weiß bald nicht mehr weiter.
Der schwule Nachbar von Melvin, Simon Bishop (Greg Kinnear), muss ihm schon bald seinen kleinen Hund überlassen, da er von einigen Männern überfallen, ausgeraubt und schwer zusammengeschlagen wurde.
Melvin entdeckt daraufhin wieder, wie schön es ist nicht mehr einsam zu sein. Der Hund bricht seine stahlharte Hülle und schafft es in Melvin sogar etwas wie Verwantwortung und Mitgefühl zu wecken.
Als dann durch eine Verkettung von Ereignissen der Freund Bishop's, Frank Sachs (Cuba Gooding Jr.), Misanthroph Melvin zu einer ungewöhnlichen Autotour in Begleitung von Simon und Carol überredet bzw. zwingt, überschneiden sich die drei vollkommen unterschiedlichen Schicksaale der New Yorker.
Ein wunderbarer Selbstfindungstrip beginnt ...


Meiner Meinung nach einer der besten Filme über die Liebe. Man verzichtet dankend auf strahlend-kitschige Szenen oder gar Dialoge. Die Komödie steht hier zu Beginn ganz klar im Vordergrund, was auch gut ist. Der Charakter Melvin's, den Nicholson vorzüglich wie eh und je spielt und den Oscar für diese Darbietung redlich verdient hat, und die Veränderungen, die er durchmacht, zeigen wieviel Gutes doch in jedem Menschen steckt. Ein witziger, stellenweise rührender und vor allem ehrlicher Film über die schlechten und die schönen Seiten des Lebens, die beide gleichermaßen wichtig sind.
Ich danke James L. Brooks für diese tolle Romanze, die zeigt, dass Hollywood auch alles andere als plastisch sein kann.


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