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Besser geht's nicht (1997)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 29.04.2006, seitdem 393 Mal gelesen


Eine gelungene Tragikomödie ist, wenn sich Lachen und Weinen der Charaktere auf den Zuschauer übertragen lassen. Das hat Autor Mark Andrus mit „Besser geht´s nicht“ bei mir erreicht.
Jack Nicholson, Helen Hunt und Greg Kinnear bringen soviel Menschlichkeit in ihr Spiel, dass die Gefühlswelt des Zuschauer noch einige Zeit nach dem Abspann positiv beeinträchtigt ist.

Und dabei ist es keine leichte Aufgabe, das Dreiergespann im Verlauf zusammenzuführen, denn im Mittelpunkt steht der Menschenfeind und Neurotiker Melvin (Nicholson), der es sich und seiner Umwelt richtig schwer macht.
Seinen schwulen Nachbarn Simon (Kinnear) kann er nicht ausstehen, dessen Hund Verdell noch weniger. So verschwindet der Pinscher auch schon mal im Müllschlucker…

Melvin lässt niemanden an sich heran, konsequent meidet er jeglichen Körperkontakt, trägt ständig Handschuhe und benutzt ein Stück Seife nur einmal. Zu seinem Stammrestaurant nimmt er eigenes Besteck mit und lässt sich nur von Kellnerin Carol (Hunt) bedienen.
Doch Melvins einseitiges Dasein ändert sich, als er Simons Hund zur Pflege aufgedrückt bekommt und Carol eines Tages wegen ihrem kranken Sohn nicht im Restaurant erscheint.

Nicholsons Figur macht dabei keine komplette Wandlung durch, sein menschenverachtendes Bild bekommt jedoch Risse, als er den Hund Verdell lieb gewinnt und seine Gefühle zu Carol entdeckt, die er ihr jedoch stets unvorteilhaft zu gestehen versucht.
Es ist eine Wucht, Nicholson in so einer Paraderolle zu sehen, seine facettenreiche Mimik glänzt in jeder Szene. Mit arg zynischen One-Linern verkörpert er den Anti-Helden, den man trotzdem lieb gewinnt.
Ähnlich groß ist Helen Hunt in ihrer Rolle als allein stehende Mutter eines kranken Kindes und wenn sie sich bei ihrer Mutter ausweint, dann ist das ergreifend und nachvollziehbar und zu keiner Zeit kitschig. Aber auch Kinnear und Cuba Gooding Jr. liefern beeindruckende Leistungen ab.

Es sind die kleinen, leisen Momente, die diesen Film so sehenswert machen. Die gegenseitige Selbstbemitleidung zwischen Simon und Melvin, die so abrupt endet. Der Kellner, der im piekfeinen Restaurant mit dem Cocktailglas hinter Carol hertänzelt. Oder Simons Liebhaber und Manager, der in einem Moment vollkommen ausrastet, um in der nächsten Sekunde fröhlicher Dinge zur Party zu tänzeln.
So viele denkwürdige Szenen bietet Regisseur Brooks dem Zuschauer, stets begleitet von unglaublichem Wortwitz.

Der Film lässt mich mit einem wohligen Gefühl und einem verdienten Happy End zurück - und dem Eindruck, soeben einen wunderbare Geschichte mit tollen Darstellern gesehen zu haben. Das ist verdammt viel wert, „Besser geht´s nicht“.
10 von 10 Punkten


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