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Besser geht's nicht (1997)
Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 30.09.2003, seitdem 375 Mal gelesen
"Besser geht's nicht" präsentiert als Hauptfiguren drei mehr oder weniger "normale" Typen, scheinbar willkürlich aus dem New Yorker Alltagsleben gegriffen: Den zwangsneurotischen, schlecht gelaunten Schriftsteller Melvin Udall (Jack Nicholson), seinen schwulen Nachbarn Simon (Greg Kinnear) und schließlich die Kellnerin Carol (Helen Hunt), die aus Sorge um ihren kranken Sohn nicht in der Lage ist, ein normales Leben zu führen und immer noch mit ihrer Mutter auf engstem Raum zusammen lebt.
Regisseur James L. Brooks vermittelt dem Zuschauer den Alltag dieser Personen Schritt für Schritt und lässt sich dabei für die Einführung bemerkenswert viel Zeit, ohne die Story großartig voranzubringen. Überraschenderweise funktioniert das prächtig, denn erstens hat Mark Andrus da ein Drehbuch voll von intelligenten Pointen und interessanten Figuren entworfen, zweitens sind die Darsteller perfekt gewählt, mit Nicholson als Top-Star, Helen Hunt als Identifikationsfigur für viele Frauen und den aufstrebenden Greg Kinnear als bemitleidenswerten Maler, garniert mit dem damals frischgebackenen Oscar-Preisträger Cuba Gooding Jr.
Die Stärke des Films ist eindeutig die Lebensnähe, die er ausstrahlt. Es geht hier nicht um die Geschichte, sondern um die Figuren und wie sie sich im Verlauf entwickeln. Am deutlichsten sticht natürlich Melvin ins Auge, der zunächst nur als menschenhassendes Arschloch erscheint und am Ende ein echter Sympathieträger ist. Das ist wunderschön anzusehen und verleiht einem ein gutes Gefühl, vorausgesetzt man sieht den Spannungsfaktor nicht als wichtigstes an einem Film an, denn einen echten roten Faden gibt es hier nicht. Alles fokussiert sich nur auf die drei Hauptdarsteller und deren Zusammenführung.
Wenn ich an dem Ganzen überhaupt eine Schwäche feststellen kann, dann sind es die Schlussminuten, die sich unnötig in die Länge ziehen, wo doch für manche Zuschauer schon das vorige stellenweise zu einer Geduldsprobe werden kann. In der letzten Viertelstunde wartet man dann fast bloß noch auf das Happy End, das schließlich auch kommt, aber halt unnötig lang hinkonstruiert.
Bleibt alles in allem eine intelligente Komödie, die in erster Linie von den Schauspielern und einem klasse Drehbuch getragen wird. Die ein oder andere Länge dürfte sich finden lassen, dafür kann man herzlich lachen, ohne ständig Fäkalienwitze um die Ohren geschlagen zu bekommen.
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