Review

"Sie wollen mir erzählen sie seien tot? Deine Geschichte hat mehr Lücken als ein Film von Michael Bay"

Lückenhaft ist der Low Budget Zombie-Actioner Dead and Deader zwar nicht, denn rein storytechnisch bewegt sich dieser auf eher aalglatten, aber wenigestens genauso dünnem Eis. In der Masse von Zombiefilmen, auch des neuen Schlags nach 28 Days later & Dawn of the dead (2004) nicht unterzugehen, bedarf es schon allerlei Höhepunkte, beziehungsweise aufarbeitende Innovationen, um nicht ganz in Richtung Mittelmäßigkeit und Belanglosigkeit zu sinken. Dead and Deader kennt zwar keinerlei besondere Höhepunkte, ist durchweg routiniert und strengsolide, vermischt sich aber als Zombieactioner mit Kriegsthematik mit reichlich Zombiefilmzitaten und Genreverschmelzungen. Das mag ein Hauptaugenmerk für besondere Klasse sein, ist auch insofern recht angenehm ansehnlich, aber über besagte, eben erwähnte Mittelmäßigkeit reicht das auch nicht hinaus.

Das vermag viele Gründe kennen, denn allerlei Faktoren können einen selbsternannten Partyfilmmeilenstein zum Gruseln, Totlachen, Ekeln und Feiern gehörig die Suppe versalzen, vorallem weil man sich durch eine solch hochgegriffene Etikettierung auch als Konsument derart hochgesteckte Erwartungen macht. Aber als Dauerkonsument sollte man gewiss auf DVD - Versprechungsaufdrucke pfeifen, gelten sie allgemein als verfälschte Anlockversuche des interessierten, nimmersatten Kunden. Nimmersatt bin ich zwar nicht mehr, aber man lässt sich ja nur allzu gern von weiteren Zombieeskapaden anlocken, vorallem wenn das ganze noch unter einem leicht ironisch - parodierenden Deckmantel präsentiert wird.

"Sie haben aber kalte Hände - sind sie Anwalt?" -- "Nein, ich denke, ich bin tot"

Warum ein Toter reden kann und warum derart schmunzelträchtige Dialoge entstehen, liegt wohl in der Tatsache, dass dort fern in einem Sumpf Versuche mit allerlei Skorpiontierchen vonstatten gehen, die in ihrer Funktion als Brunnen des Lebens dienen, aber durch Fehlfunktionen auch Menschen zu menschenfressende Untote werden lässt. Unter ihnen der Leutnant, auch sogenannter Protagonist des Filmes, der den wahrlichen Horror erleben muss, wacht er doch plötzlich, gerade unterm Messer liegend in der Obduktion auf. Er, als einziger kann die Mutation stoppen, schneidet er sich prompt das Skorpionvieh aus dem Arm und stoppt somit den Übergang zum unkontrolliertem Zombieviehs. Untot, gefühlskalt und als Kriegsmachine irgendwie angesehen ist er zwar auch recht unbeliebt, vorallem kalt und reichlich weiss im Gesicht, will aber mit dem farbigen Küchenchef der Army die Saat aufhalten.

Als Buddy ,- bzw. Roadtripmovie entlarvt, erweist der Film schon hohes Tempo, denn die beiden Protagonisten, einer reichlich gefühlskalt und cool, der Andere ironisch, debil - komisch (Klischee? warum sind Quotenschwarze immer die sprücheklopfenden Angsthasen??)  wechseln oft ihre Location , denn fortan machen sie sich auf den Weg die mutierten, reichlich untoten Überresten der Leutnantschen Sumpfarmee zu finden und zu töten. Zwischenzeitliche und blutige Zombieangriffe lockern dabei das Geschehen munter auf, sodass weitere Längen eigentlich Fehlanzeige sind. Klar, der Film holt sich beim besten Willen nicht ernst, die Zitatetrommel wird da oft gerührt, aber über wirkliche Schmunzelqualität kann das Alles bei der recht guten Inszenierung nicht hinausgehen, vorallem weil es stellenweise schon allzu deplatziert bzw. aufgesetzt wird.

Und auch wenn da einiges mit der Brechstange passiert, sollte man für eben erwährtes Werkzeug dankbar sein, denn  diversesTötungswerkzeug lässt sich auch hier wieder haufenweise finden. Das ist auch gut so, denn dann darf man als geneigter Zuschauer haufenweise recht schön anzusehende Morde bewundern, auch wenn ich mich immer noch frage, was dieses seltsame fast schwarze Blut in neueren Gorefilmen zu suchen hat? Das Zwischending zwischen CGI und Handmade sieht man hier desöfteren, denn zwischen abgebissenen Fingern, Ärmen in Hackfleischpressen, abgehakten Köpfen und reichlich Kopfschüssen, darf man grünlich - schwarzes Geglibber bewundern, das seine Wirkung nicht verfehlt, seine Herkunft aus dem Computer aber nicht verleugnen kann. Alles halb so schlimm, schliesslich hat man auch so seinen Spass damit.

Die Darsteller sind sehr bemüht Leben in das Treiben zu bringen, auch wenn mit der hübschen Bardame Holly ein erotischer Aspekt in die Geschichte miteinfliesst. Der Buddymovie mit Zombies wird zum Gruppenmassaker der verschiedensten Charaktere, was für allerlei Auflockerung sorgt, Spass macht, aber bisweilen auch wenig Tiefgang hat. Symphatiefiguren sind sie schon die Holly, Leutnant und farbiger Koch, aber Höhepunkte sind da nicht zu verzeichnen. Da kann die plötzlich auftretende Mad Scientist Einspielung und Erklärung über die Skorpione auch nichts mehr retten, ohnehin wusste man sowas in der Art eh schon von vornerein.

Fazit:
Selten atmosphärischer, aber temporeicher, blutiger und actionreicher Low Budget Zombie mit drei Symphatieträgern im ironisch - komödiantischem Zitatekleid. Durchweg solide bis gut, aber ohne nennenswerte Höhepunkte um in der Masse der Zombiefilme nicht unterzugehen.

59%

"Du bist dazu nicht ausgebildet" - "Na, und? Ich habe 47 mal Dawn of the dead gesehen" - "Das Remake oder das Original?" - "Das Original natürlich, das Remake ist totaler Schrott".

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