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Enttarnt - Verrat auf höchster Ebene (2007)
Eine Kritik von niklas90 (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 10.06.2008, seitdem 240 Mal gelesen
Nach einer wahren Begebenheit: Ryan Phillippe spielt einen jungen FBI-Agenten, der einen, kurz vor der Pensionierung stehenden Kollegen, gespielt von Chris Cooper, ausspionieren soll, da dieser geheime Informationen an die Russen weitergegeben hat und pornografisches Material in das Internet gestellt hat. Der Auftrag entpuppt sich jedoch als schwerer als gedacht und die eigentlichen Ausmaße seiner Mission werden Phillippe erst sehr spät klar, da seine Chefin, gespielt von Laura Linnely, ihn im Dunkeln tappen lässt.
Mittlerweile könnte man ein neues Genre mit dem Titel "Based on a true story" einführen, da, aufgrund der Ideenlosigkeit diverser Hollywood-Autoren immer mehr Filme erscheinen, die auf wahren Begebenheiten basieren, oder zumindest von diesen inspiriert wurden. Der Vorteil ist natürlich, dass der Zuschauer den Film nicht als unrealistisch oder realitätsfern abstempeln kann und, dass man somit eine wesentlich fesselndere, vielleicht sogar eine verstörende Wirkung erzielen kann, wie es "An American Crime" erst vor kurzem bewies. Diese Story ist absolut realistisch und sehr faktisch gemacht und ist damit natürlich ziemlich interessant, was jedoch stört, ist, dass man sich vielleicht sogar ein bisschen zu sehr an die Fakten hält und kaum Spielraum für eigene Interpretationen lässt, womit der Film vielleicht ein bisschen zu trocken geworden ist. Außerdem wird der, eigentlich eher unwichtigen Figur von Phillippe viel zu viel Raum in der Handlung eingestanden und der wirklich interessante und überaus komplexe Charakter von Cooper, dem Spion, Perversen und Kirchgänger wird viel zu wenig Zeit im Film eingestanden. Die Charakterkonstruktion ist dennoch alles in allem ordentlich und das interessante Psycho-Duell zwischen dem unerfahrenen, aber bemühten Phillippe und dem ehemaligen Verhör-Spezialisten Cooper ist sehr gut dargestellt worden. Alles in allem ist die Story ordentlich, bei diesem Fall wäre jedoch mehr drin gewesen.
Die Inszenierung von Billy Ray, der zuvor sein Debüt mit "Shatteret Glass" ablieferte ist ebenfalls ordentlich, da er konsequent bei seinem ruhigen und tristen Stil bleibt. Er verzichtet auf laute oder hektische Filmmusik, auf ein übertrieben schnelles Erzähltempo und auf Action-Szenen und konzentriert sich ausschließlich auf seine beiden Hauptfiguren und räumt den beiden Hauptdarstellern somit viel Platz in seinem Film ein. Die Filmmusik ist ruhig und getragen und passt somit gut in das ruhige, aber dennoch interessante und teilweise spannende Thriller-Drama. Er baut langsam, aber stetig Spannung und Dramatik auf, wobei man diese im Finale etwas besser hätte entladen können. Darüber hinaus hält er durch seine düsteren Bilder und seine dunkle Kulisse die ganze Zeit über eine gewisse Tristesse und eine dichte Atmosphäre, womit das psychische Duell der beiden Hauptfiguren noch besser zur Geltung kommt. Damit ist der Film die meiste Zeit über unterhaltsam und teilweise spannend, aber so richtig zünden will das Werk auch nicht.
Da bei der Inszenierung das Verhältnis der beiden Hauptfiguren im Vordergrund steht und der Film ohne große Paukenschläge und Action-Szenen inszeniert wurde, braucht man natürlich entsprechend starke Darsteller, die das Duell spannend gestalten und der Charakterkonstruktion gerecht werden. Chris Cooper wird dem sogar in besonderem Maße gerecht. Kantige und zwielichtige Charaktere liegen dem Oscar-Preisträger bekanntlich sehr gut und nach "American Beauty" kann er in dieser Paraderolle einmal mehr brillieren und liefert sich mit seiner vielschichtigen Darstellung ein hervorragendes Duell mit Phillippe. Ryan Phillippe zeigt jedoch, dass er besser bei anspruchslosen Teenie-Filmen geblieben wäre und wirkt mit seiner ernsten Rolle hoffnungslos überfordert, zumal Cooper ihn mit Leichtigkeit an die Wand spielt. Einmal mehr zeigt Phillippe, dass sein schauspielerisches Potential mehr als begrenzt ist und nach rund 15 Jahren im Geschäft kann Unerfahrenheit eigentlich keine Ausrede mehr sein. Laura Linnely kann in ihrer Nebenrolle voll und ganz überzeugen, wobei ihr Potential in diesem eher unbedeutenden Part nicht voll ausgeschöpft wird.
Fazit:
Mit einer ordentlichen Story und einer ruhigen Inszenierung ist "Enttarnt" ein empfehlenswertes Thriller-Drama, dass in der Zeit hirnloser Action-Thriller eigentlich sehr gut anzusehen ist. Leider spielt Hauptdarsteller Ryan Phillippe mehr als dürftig, weswegen der Film leider nicht so viel Spannung aufbaut, wie er gekonnt hätte. Mit der überragenden Leistung von Cooper wird jedoch einiges kompensiert.
62%
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