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Keine Zeit für Nüsse [Kurzfilm] (2006)

Eine Kritik von Tyler Durden! (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 27.11.2007, seitdem 418 Mal gelesen


Scrat war immer der heimliche Superstar der Ice Age-Filme. In die Story wurde er zwar nie wirklich eingebunden, jedoch erhielt er seinen ganz eigenen Handlungsstrang und der empathische Zuschauer musste teilweise wie mit einem eigenen Sohn mitleiden, wenn das hässliche Mischwesen aus Ratte und Eichhörnchen auf seiner ewigen Jagd nach der Nuss ist. Charakteristisch war dabei, dass seine Erlebnisse von kompletter Rastlosigkeit geprägt sind. Er kommt nie mal 2 Sekunden zur Ruhe und hat immer Stress.

Scrat war so beliebt, dass er schon 2002 einen eigenen Kurzfilm (Gone nutty) erhielt, der als bester animierter Kurzfilm für den Oscar nominiert wurde. Das ist schonmal ein Wort. Seine noch größere Rolle in Ice Age 2 vergrößerte seine Fanbase um ein weiteres Mal, sodass auf der DVD-Veröffentlichung des Filmes ein weiteres Spin-off mit ihm in der Hauptrolle zu finden war. Chris Renaud und Mike Thurmeier, die beide an "Robots" mitgearbeitet hatten, erhielten die Gelegenheit, sich als Regisseur auszutoben.

Wie die Geschichte in etwa aussehen würde, war klar: Scrat und seine Nuss. Scrat immer wieder von sagenhaftem Pech heimgesucht und immer wieder der Nuss nachtrabend. Umgesetzt wurde es folgendermaßen: Scrat sucht mal wieder einen passenden Ort im ewigen Eis, um seine Nuss für schlechte Zeiten zu vergraben. Dabei stößt er auf die dubiose Zeitmaschine eines verstorbenen Wissenschaftlers. Ungünstigerweise kommt er auf die alles andere als geniale Idee, an der Maschine rumzufummeln. Diese befördert seine geliebte Nuss prompt in eine andere Zeit. Verzweifelt hantiert Scrat weiter an der Maschine herum und landet selber in der anderen Zeit. So beginnt ein Streifzug durch alle Zeit, immer auf der Jagd nach der Nuss. Dabei gerät er pausenlos in unschöne Situationen, aus denen er nur entfliehen kann, indem er in eine andere Zeit flieht. Dabei sind viele witzige Ideen verarbeitet, wie beispielsweise das Aufeinandertreffen mit den Stars aus den Ice Age Filmen und seiner eigenen Wenigkeit. Meinen Nerv hat der Kurzfilm auf jeden Fall getroffen. Ich habe wieder mitgelitten, als würde es sich nicht um eine dumme Nuss, sondern um meine eigenen Eier handeln. So ging es übrigens auch allen anderen Beteiligten, die bei mir vor'm Fernseher saßen. Außer den Frauen. Aber die hatten auch ihren Spaß.

SPOILER: Sehr schade, dass es kein Happy End gab. Als Scrat bei der letzten Zeitverschiebung nämlich denkt, er habe das endgültige Glück gefunden, weil er einen Baum voller Nüsse vor sich hat, zerstört er die Zeitmaschine. Leider muss er daraufhin feststellen, dass er weit in der Zukunft gelandet ist und er nur vor einem Denkmal der letzten Eiche steht. Weit und breit keine Bäume. Als er die Zeitmaschine wieder nutzen will, hat dieser nur noch Kraft, um die Nuss verschwinden zu lassen. Scrat bleibt in einer Zeit ohne Bäume gefangen. SPOILER ENDE

Meiner Meinung nach ist der Kurzfilm ein sehr erfrischendes Erlebnis, dass sich sehr lohnt. Sowieso kann man nicht viel falsch machen, da man bei einer Laufzeit von lediglich 6 Minuten nur einen kleinen Teil seiner wertvollen Zeit verschenkt. Ich persönlich lechzte nach mehr, als die 6 Minuten am Ende waren. Ich kann mir gut vorstellen, dass Scrats Abenteuer auch in Spielfilmlänge funktionieren würden und kann mir ebenfalls gut vorstellen, dass es das eines Tages geben wird. Natürlich wird man dann ein wenig von der ursprünglichen "Nuss-weg-nachlaufen"-Story abweichen, weil es irgendwann langweilig würde.

Fazit: Scrat, das arme Rattenhörnchen aus den Ice Age Filmen, bekommt seinen zweiten eigenen Kurzfilm und wird dafür ein zweites Mal für den Oscar nominiert. Zwar geht man wieder leer aus, jedoch sind die 6 Minuten sehr amüsant und voller spaßiger Ideen. Für Fans ist das Werk ein absolutes Muss, aber aus meiner Sicht auch für alle anderen lohnenswert, da "Keine Zeit für Nüsse" sehr kurzweilig ist. Man kann einfach nicht viel falsch machen. Kritikpunkte zu finden fällt mir schwer, irgendwann wirkt das Ganze vielleicht ein wenig hektisch, weil die Zeitsprünge zu schnell erfolgen. Das wäre dann aber alles und ein wenig aus der Nase gezogen. Daher 9 Punkte. Euer
Don


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