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I'm a Cyborg, But That's OK (2006)

Eine Kritik von c.funke (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 25.05.2008, seitdem 557 Mal gelesen


I´m A Cyborg, But That´s Okay
(Rapid Eye Movies)

Was macht ein visuell unglaublich talentierter Regisseur, der seine Bekanntheit einer düsteren, harten und doch berauschenden Rachetrilogie zu verdanken hat, sich jedoch durch das Abtauchen in derart deprimierende Tiefen innerlich ausgelaugt und vergiftet fühlt? Er dreht einen optisch überschäumenden, verspielten Film, der gekonnt die Balance zwischen Liebesfilm mit Hang zum Kitsch, Drama und teils auch Thriller hält.
Regisseur Park Chan Wook serviert uns mit seinem neusten Film I´m A Cyborg But That´s Okay (schon der Titel ist unglaublich) den Versuch einer leichten Komödie, aber sind wir mal ehrlich, Park Chan Wook wäre nicht er selbst, würde er nicht versuchen, die erzählte Geschichte doppelbödig und mit intellektuellen Stolpersteinen zu spicken, so dass man zwar das typische Komödien-Popcorn-Publikum abschreckt, aber dafür eine tiefere Wirkung beim interessierten Betrachter erreicht. Manchmal schießt er dabei zwar über das angestrebte Ziel hinaus (war auch schon bei seinem Vorgänger an manchen Stellen zu beobachten), aber trotzdem und gerade deswegen bleibt der Zuschauer bei der Sache und verfolgt das Geschehen.
Wir befinden uns in einer geschlossenen Nervenheilanstalt, wo die junge und bezaubernde Young-Goon mit allen verfügbaren Elektrogeräten kommuniziert. Ihr geheimes Ziel ist es, das dortige Personal zu töten, um ihre Großmutter zu retten. Mit Hilfe eines Mitpatienten (der von den anderen patienten Eigenschaften stiehlt, um sich nicht aufzulösen) versucht sie, diesen Plan zu verwirklichen, und gerät dabei von einer skurrilen Situation in die nächste.
Klingt absurd, ist es auch! Aber wie dieses vom Regisseur umgesetzt wurde, ist erstaunlich. Selten wurde eine so überbordende Phantasie auf die Leinwand gebracht. Oft erinnert der Film dabei an europäische Autorenfilme (im positiven Sinne!), wo eben auch ein großer Teil der Botschaft über die Bildkompositionen vermittelt wurde, und der Zuschauer aus Verständnisgründen den Film konzentriert verfolgen muss.
Park Chan Wook´s I´m A Cyborg But That´s Okay ist definitiv kein einfacher, aber dafür sehr interessanter Film, der oberflächlich sehr locker inszeniert aussieht, aber bei näherer Betrachtung viele neue Ideen aufzeigt. Interessant ist dabei nicht nur der Film, sondern auch die fantastische Präsentation. Begibt man sich auf die Film-Homepage, erwartet den Besucher eine im Stil der alten Klappbücher aufgebaute Seite, die eben auch erst dann ihre Geheimnisse preisgibt, wenn man sich intensiver mit ihr beschäftigt.
Passend zu dieser verspielten Art präsentiert sich dann auch wieder der atmosphärische orchestrale Score, der die einzelnen Szenen treffend unterlegt.
Die Ausstattung dieser Veröffentlichung beinhaltet im Bonusbereich die obligatorischen geschnittenen Szenen, Interviews, ein Making of, ein Berlinale-Special, Trailer und Postkarten.
Wer sich auf eine visuelle Reinigung eines der aktuell interessantesten Regisseure einlassen kann, wird mit einem feinfühligen, künstlerischen und visuell ausschweifenden Film belohnt, der seinen Stil bis in die kleinste Kleinigkeit einbringt.

CFS


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