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I'm a Cyborg, But That's OK (2006)

Eine Kritik von downcross (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 06.01.2010, seitdem 189 Mal gelesen


Mehrere Kritiker umschrieben den Film kurz mit: "Eine Mischung aus 'Die fabelhafte Welt der Amelié' und 'Einer flog übers Kukucksnest' " ...und damit trafen relativ genau den Nagel auf den Kopf. Dennoch ist der Streifen nicht einfach eine asiatische Kopie dieser weltbekannten Filme - nein, er ist ein sehr eigenständiger Film, der es nicht nötig hat zu kopieren. Aber mal ganz ruhig: Wir wollen uns ja von den Kritikern nix einreden lassen und uns unsere eigene Meinung bilden. Obwohl ich teilweise mit asiatischen Filmen so meine Probleme habe, gefiel mir der Film schon beim ersten Durchlauf. Er ist einfach ...wie soll ich sagen?....schön! Er ist witzig, skuril, sanft und auch wunderbar unkitschig romantisch. Doch Moment, was lesen wir da: "ein Film von Park Chan-wook"?! Die jenigen die den Namen zuordnen können, wundern sich genauso wie ich es getan habe als ich das gelesen hab; kennt man ihn doch hauptsächlich durch seine Filme Sympathy for Mr. Vegeance, Oldboy und Sympathy for Mrs. Vegeance, welche eher durch dunkle Gemüter, Rache, Wut und Brutalität bestachen als mit Liebe, Freundschaft und Einfühlungsvermögen (der Protagonisten). Auch mit seinem kürzlich in Cannes vorgesteltem 2009er Werk "Thirst" schockte er wieder mal den Saal durch explizite Gewaltdarstellung. Warum also solch ein Film wie "I'm a Cyborg, but that's OK"? Nun, Pak Chan-wook hat nach dem Abschluss seiner oben genannten Rache-Trilogie eine kleine Pause eingelegt und sich vorgenommen als nächstes zum Ausgleich zu den bisherigen Filmen und um zu sehen ob ihm so etwas auch gelingt einen positiven, freundlichen Film zu machen. Schließlich entschied er sich eine Art romantische Komödie fernab der sog. Romantik-Komödien Hollywoods zu drehen. So entstand dieser einzigartig durchgeknallte Film ganz im asiatischen Stil. Aber durchgeknallt is wohl reletiv zu sehen, denn 1. spielt der Film ja im Irrenhaus und 2. wer schon mal Filme von Takashi Miike (Izo, Gozu, Ichi - The Killer) gesehen hat, der lässt sich sowieso in der Richtung von nix mehr beeindrucken.

Optisch ist der Film sehr aufwendig gestaltet und in sich stimmig. Tolle Aufnahmen, bei denen man nur allzu oft Pasue drücken, das Standbild ausdrucken und eingerahmt an die Wand hängen möchte.

Sehr gelungen find ich auch auch die einzelnen Charaktere, die alle ihre eigene Welt haben in der sie leben. Vor allem die Tatsache, dass die einzelnen Bewohner der Anstalt,, im gegensatz zu ihren Betreuern und Wärtern, in die Welt eines anderen eintauchen können, weil sie einander verstehen und so akzeptieren wie sie sind, finde ich genial. Eine schöne Vorstellung. Nur das Ende war mir persönlich ein wenig zu abgehackt. Insgesamt trübt das das Gesamtbild aber nicht sonderlich. Also kann ich ohne schlechtes Gewissen eine Empfehlung aussprechen. Ich möchte zwar nicht sagen, dass es der beste Film ist den ich je gesehen hab, aber er ist perfekt geeignet, wenn man mal wieder einen schönen Film der etwas anderen Art sehen möchte ohne sich gleich mit schwerer Kost herum schlagen zu wollen.


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