|
 |

Ansicht eines Reviews
Starship Troopers (1997)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 30.04.2007, seitdem 428 Mal gelesen
Nach " RoboCop " und " Total Recall " das dritte Meisterwerk des Niederländers Paul Verhoeven. Die Story entstammt dem Buch von Robert A. Heinlein, welcher auch die Vorlage zu " Puppet Masters " schrieb. Verhoeven war auf jeden Fall an der Entstehung des Drehbuchs beteiligt und nahm große Änderungen, im Bezug auf die Romanvorlage vor. Dazu bekam er ein gigantisches Budget von den Produzenten Alan Marshall und Jon Davison, welches man dem Film zu jeder Minute ansieht. Und es lohnte sich, denn " Starship Troopers " wurde ein absoluter Erfolg, im Kino, auf Video, sowie auf DVD. Leider wurde, wie auf die beiden Vorgänger, eine Indizierung verhängt. Heute ist es sehr still um Verhoeven geworden, sein letzter Film " Hollow Man " konnte mit diesen drei Kassenmagneten nicht mithalten. Vielleicht kommen wir noch irgendwann in den Genuss eines vierten Meisterwerks vom Niederländer.
Story:
Schüler Johnny Rico ( Casper Van Dien ) ist fest entschlossen sich bei der Föderation zu melden, um in die mobile Infantrie einzutreten. Auch seine Freundin Carmen ( Denise Richards ) will Pilotin werden. So durchlaufen Beide ein knallhartes Training, bis es zum Ernstfall kommt. Ausserirdische Killerinsekten, Bugs genannt, haben Buenos Aires komplett überrannt, nun muss die Infantrie um Rico ran. Zahlreiche seiner Freunde sterben, denn die Bugs sind eindeutig in der Überzahl und wesentlich stärker. Der Kampf scheint schon verloren, als die Theorie um einen Brainbug aufgestellt wird, welcher die ganze Invasion leitet. Ihn muss man vernichten um die Bugs aufzuhalten. Eine blutige Schlacht um die Erde beginnt.
Wenn es hier überhaupt etwas zu meckern gibt, dann vielleicht an der Story, man hätte das Ganze noch spannender erzählen können. Ansonsten führt Verhoeven geschickt viele Charaktere ein, ohne zu langweilen. Es geht hier nicht nur um Rico, auch die Ausbildung und der Werdegang von Carmen laufen nebenher. Die Dialoge haben richtig Pepp und strotzen nur so vor Onliner und schwarzem Humor. Aber Verhoeven vergisst auch seine sozialkritischen Aspekte nicht und legt diese wieder mit vielen Fernsehberichten nieder, ohne es dabei zu übertreiben. Dies hat schon in " RoboCop " perfekt funktioniert und hier auch. Dadurch wirken die Menschen wieder sehr menschlich und sind teils selbst Schuld an ihrem Verderben.
Der Krieg mit den Bugs bricht aber erst in der zweiten Hälfte richtig aus, vorher lernt man die Freunde um Rico kennen, welche gerade ihren Schulabschluss gemacht haben und dann die Ausbildung bei der Föderation antreten. Hier bekommen sie nichts geschenkt, werden gedemütigt, zusammengeschlagen, bekommen Knochen gebrochen, oder es kommt bei Versagen zu administrativer Bestrafung. Das volle Programm, wie man es aus Antikriegsfilmen kennt, nur nicht so bierernst.
Richtig krachen tut es erst in der zweiten Hälfte. Ab dann beginnt eine bombastische Actionschlacht mit vielen Shootouts, riesengroßen Explosionen und einem ständig steigenden Bodycount. Sogar die Gorefans kommen auf ihre Kosten. Viele blutige Einschüsse, abgetrennte Köpfe oder andere Gliedmaßen, aufspießen, durchbohren, in der Mitte auseinanderreissen. Die Bugs machen wahrlich Hackfleisch aus den Menschen. Die Animerung der Bugs ist schlichtweg genial, sogar die Riesenviecher sehen brillant aus. Hier kommt Verhoeven das gigantische Budget zu Hilfe, von dem er jeden Cent für die geniale Umsetzung brauchte. Die Schlachten sind ein wahrer Augenschmauss und es rumst an allen Ecken, zudem ab dann Non Stop.
Die Weltraumkulisse wurde schon lang nicht mehr so gut umgesetzt, selbst die Computereffekte können hier gefallen, dazu die Raumschiffe, wovon die Hälfte während des Films explodiert. Der Score von Basil Poledouris haut richtig rein, brachial, einfach genial, teils ein bisschen heroisch, doch die Onliner übertünchen den den wenig eingesetzten Patriotismus.
Die vielen Jungdarsteller machen alle einen wirklich guten Job. Casper Van Dien, als Johnny Rico hat hier die Rolle seines Lebens ergattert und genauso schauspielert er auch. Denise Richards kommt als Carmen etwas arrogant daher, doch auch ihr steht die Verkörperung. Nebendarsteller wie Jake Busey, oder Michael Ironside machen auch einen tollen Job.
Fazit:
Einer meiner Lieblingsfilme, fast perfekt, Verhoeven hat sich wieder mal selbst übertroffen, das schon zum dritten Mal. Gute Story aufgewertet durch die eingestreute Sozialkritik, tolle Darsteller in bombastischer und brutaler Action. Die vielen Animationen sind genial, selbst Computereffekte erkennt man nicht als Solche. Die Weltraumkulisse ist atemberaubend, der Score klasse. Hierfür gibt es nur ein Wort ( eigentlich zwei ): Arschgeil !
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von floair
Zurück
 |
 |
|