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Starship Troopers (1997)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 17.04.2001, seitdem 2996 Mal gelesen


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So oder ähnlich reißt das Fernsehen der Zukunft in ST das Interesse an sich. Doch Verhoevens Markenzeichen aus Robocop will sich bei mir diesmal einfach nicht verfangen. Denn ich kann mich der Mehrheit der Fans und Feinde des Films nicht ohne weiteres anschließen, selbst wenn ich wollte.

ST ist ein ungewohntes Erlebnis, doch das sind viele Filme, wie z.B. die Filme David Finchers. Doch Fincher gibt jedem seiner Werke eine gewisse Richtung vor. ST zeigt jedoch beizeiten in beinahe alle Richtungen, doch er geht in keine.

Es ist jetzt natürlich leicht, Regisseur Verhoeven einfach zu unterstellen, er hätte mit seinem SF-War-Soap-Drama einfach nur provozieren wollen. Damit könnte ich mich zurücklehnen und es allen rechtmachen.
Doch ich mache es mir lieber schwierig und sage, Regisseur Verhoeven hatte weder eine klare Linie, noch ein klare Vorstellung und hat daher ein unausgegorenes Hickhack inszeniert, das von allem ein bißchen hat.

Kritikpunkt Nr.1 ist natürlich der Bezug zur Militärregierung der Zukunft mit faschistoiden Zügen (und Bekleidung). Okay, also blenden wir rüber auf die Sinnlosigkeit des Krieges und schrauben wir die Ironiespirale stark an. In Ordnung, doch Ironie setzt eine Entwicklung voraus, die in einem Ergebnis mündet. Nun machen die Figuren vielleicht eine Entwicklung durch, aber der Film und seine Aussage?

Letztendlich bekräftigt der Film am Ende nur seine Grundposition, die des tollen Militärs, daß alle Lösungen bietet. Damit entwertet er auch gleichzeitig alle Pluspunkte, die durch die Parodisisierung des Hurra-Patriotismus zwischendurch gemacht worden sind.
Letztendlich verdient der Film sein Geld nämlich doch nur durch die Inszenierung der Gewalt, der heftigen Ballereien und markigen Gefechte, billiger Spaß im Affenhaus, der eher an die niederen Instinkte gerichtet ist.

Wirklich passend jedoch in diesem Kontext die Wahl der Schauspieler, obwohl es immer noch eine Beleidigung ist, Casper van Dien einen solchen zu nennen. Dina Meyer hat man nur wegen ihrer Brüste engagiert und Denise Richards einziger Vorzug ist ihr "Darf ich dir einen blasen"-Schmollmund. Als Ersatz hat sie nur noch ein debiles Dauergrinsen mit vollem Oberkiefereinsatz, daß ihr nach jedem Drehtag vermutlich aus dem Gesicht gemeißelt werden mußte.
Diesen Nullen nimmt man die mangelnde geistige Beweglichkeit, die sie in den Bug-Krieg zwingt, ohne weiteres ab. Bevor die 90210-Keule dann doch zu hart wird, gibts dann noch Militärklischees ohne Ende, schön dick mit dem Pferdehaarpinsel aufgetragen. Retten tut diese Mixtur bedingt nur noch der Einsatz von akzeptablen Schnetzelszenen der vorderen Güteklassen, die jedoch viel zu selten zu begutachten sind.

Gelungen ist Verhoeven damit nur eines: jeder kann sich genau das aus diesem Werk herausholen, was er will. Damit sind Diskussionen natürlich vorprogrammiert, was die Tatsache verschleiert, daß ST ein leeres Epos ist, ohne Aussage, ohne wirkliche Stärken und ohne das gewisse Etwas, daß man mit nach Hause nehmen kann.
Bitte bitte, lieber Herr Verhoeven, drehen sie jetzt wieder straighte Actiondramen a la Hollow Man, Totall Recall und Robocop. Die sind zwar auch kreuzdoof, aber die geben auch nicht vor, Anspruch und Tiefe zu besitzen, so daß man sie genießen kann. Und wenn sie schon eine Satire drehen wollen (der erste mißlungene Versuch war wohl "Showgirls"), dann lassen sie sich zeigen, wie man das macht. Am besten mit einer Dauervorführung von Dr.Seltsam und Uhrwerk Orange.
So bleibt nur ein zerfahrenes, zielloses Etwas, daß sich jeder Kategorisierung entzieht. Leider auch jeglicher Klasse.
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Ich nicht! (4,5/10)


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