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War (2007)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 22.11.2008, seitdem 423 Mal gelesen


Ein gutes Beispiel, dass der Actionfilm immer mehr am Aussterben ist. Obwohl Lions Gate die Vermarktung übernahm, machte man nicht nur kaum Werbung, sondern ließ auch das Kino komplett sausen. Doch ich bin mir sicher, dass gerade so Old School angehauchte Projekte wie "War" dort noch gut funktioniert hätten. Auch beliefen sich die Kosten schon auf knappe 30 Millionen Dollar, somit ist "War" eigentlich nicht mehr in die B-Kategorie zu stecken. Schade für uns und schade auch für Regisseur Phillip G. Atwell, der in seinem Debüt eine tolle Leistung bringt, aber dies nicht entsprechend gewürdigt wurde. Weitere Projekte stehen bei ihm in naher Zukunft nicht an und man kann ihm und Kameramann Pierre Morel nur dankbar sein, für diese ruhige Optik, zwar versehen mit ein paar Stilmitteln wie Fast oder Slow Motion, doch keine einzige Szene wird durch eine Wackelkamera unkenntlich gemacht. Trotz massig positiver Aspekte blieb nur die DTV-Option, die den Bekanntheitsgrad nur bedingt ankurbeln wird. Welcher Actionfan will wohl kein Duell zwischen den beiden Titanen Jet Li (Kiss of the Dragon) und Jason Statham (Transporter) sehen. Die Beiden waren in dem Sci-Fi-Actionfilm "The One" schon mal zusammen auf der Leinwand zu sehen.

Schon lange ist der FBI Agent Jack Crawford (Jason Statham) hinter dem Auftragskiller Rogue (Jet Li) her. Doch Rogue entkommt immer wieder und diesmal ermordet er Crawfords Partner Tom Lone (Terry Chen) und dessen Familie. Erst drei Jahre später taucht Rogue dann wieder auf, Jack ist mittlerweile wie bessessen ihn endlich zu schnappen. Seine Familie hat ihn schon verlassen, doch der verbissene Agent will Rogue um jeden Preis und gerät dabei in einen Bandenkrieg.
Auf den ersten Blick offenbart sich nur ein solider Plot, der von Atwell temporeich und ohne Durchhänger heruntergekurbelt wird. Die üblichen Elemente, ein FBI Agent will sich für den Tod seines Partners rächen, dabei vernachlässigt er seine Familie und benutzt auch mal eine brutale Verhörmethode. Die Familie von Crawford lässt Atwell so gut wie möglich links liegen, auf die Charaktere wird dabei auch nur bedingt eingegangen. Derweil erfährt man Rogues Motiv erst im Finale, genauso für wen er eigentlich arbeitet. Er ermordet hier und da mal Jemanden und spielt zwei Triadenbosse gegeneinander aus. Derweil versucht auch Crawford mit seinem Team die Triaden unschädlich zu machen, was zu ein paar Razzien oder Morden führt. Erst im Finale schlägt "War" einen Haken, der sich aber gewaschen hat. Eine Wendung, die den Film in ein besseres Licht stellt und die man in solch einem Actionfilm nicht erwartet hätte.

Die Action stellt dann auch größtenteils zufrieden, doch ich hätte mir mehr Zweikämpfe gewünscht. Gerade Statham hat nur zweimal das Vergnügen, Jet Li immerhin etwas öfter. Aber das Gegebene fällt sehr hübsch aus, kein Wunder, Choreograph war Corey Yuen. Man beharkt sich nicht nur mit den Fäusten, sondern Schwerter sind auch im Spiel und einige Gegenstände die zweckentfremdet werden. Ein Endkampf Li vs. Statham darf da nicht fehlen. Doch hauptsächlich lässt Atwell die Waffen sprechen und baut zwischendrin mal kleine Verfolgungsjagden per Auto oder Motorrad ein. Die Shootouts sind ebenfalls auf gutem Niveau und bieten neben einem ordentlichen Bodycount auch einen hohen Munitionsverbrauch, auch darf so Einiges zu Bruch gehen. Die Explosionen sehen handmade aus. "War" sieht immer teurer aus, als er eigentlich war, schon die edlen und abwechslungsreichen Sets sprechen dafür.
Auch die Darsteller enttäuschen nicht, Jason Statham als brummiger und bessessener FBI-Agent gibt eine gute Vorstellung, nur körperlich ist er unterfordert. Jet Li hat da schon deutlich mehr zu tun und man sieht ihm immer noch gerne bei der Arbeit zu. Viele bekannte Namen wie Luis Guzmán, Kane Kosugi, Saul Rubinek, Ryo Ishibashi und John Lone wurden verpflichtet.

Actionmäßig hätte ich mir ein wenig mehr von diesem Duell erhofft, doch "War" kann neben der überrschenden Story, auch mit guten Darstellern und einer schicken Optik punkten. Atwells Inszenierung hat Drive, obwohl es manchmal an Spannung mangelt und den Charaktern an Tiefe fehlt. Trotzdem ein fetziges Stück Old School Actionkino, dass man in der heutigen Zeit schon fast als rar bezeichnen kann.


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