Review

Das Genre der Sportkomödien, in denen ohne Ende geblödelt wird, scheint momentan ziemlich aktiv zu sein. Erst vor kurzem tanzte Will Ferrell mit Jon Heder in "Die Eisprinzen" übers Eis und ließ dabei Lachtränen rollen. Auch im schwächeren "Ricky Bobby" war er dabei und im schwergewichtigen "Nacho Libre" war es Jack Black, der, zumindest versuchsweise, als Wrestling-Mönch bei den Zuschauern das Zwerchfell massierte, wenn auch relativ ohne Erfolg. Ja, Sport und Blödelei passen im Film ganz gut zusammen, so dass mit "Balls of Fury" nun bereits der nächste Sportquatsch in die Kinos kommt. Dieses mal ist Tischtennis das Thema und Christopher Walken das große Zugpferd, wenn auch nur in einer Nebenrolle. Leider ist das ganze Unterfangen dieses mal aber derart arg schwachsinnig geraten, dass man doch nur bedingt einmal, hier und da, lachen kann.

Die Geschichte selbst ist dabei schon recht dünn, wenn auch alles in allem noch recht passend für so einen Blödelkram! Es geht um Randy Daytona, einem jungen Tischtennisprofi, der allerdings durch einen Vorfall in seiner Jugend über viele Jahre hinweg keinen Mut hat, noch einmal in seinem Lieblingssport anzutreten. Das ändert sich, als er eines Tages einen FBI-Agenten trifft, der eben jenen Mann sucht, der damals Randys Vater umgebracht hat, weil dieser auf seinen Sohn gewettet und verloren hat. Quasi als Chance gesehen, den Tod seines Vaters zu rächen, macht sich Randy nun auf die Suche nach dem Mörder, um seinen Vater, in einem groß angelegten Tischtennismatch, zu rächen. Aber hat der fettleibige, schmierige Typ dafür überhaupt noch das Zeug? Ohne Frage, schon die Story ist von blödsinnigen Ideen nur so überrannt. Ein ehemaliger Profi, welcher seit Jahren nicht mehr in seinem Sport tätig war und plötzlich zum Megasportler mutiert um den Tod seines Vaters zu rächen, dass ist schlicht und ergreifend blühendste Filmfantasie. Sinn und Verstand hat das Treiben nicht, Logik schon mal gar nicht und Tiefsinn ist hier nicht nur Fehl am Platze, sondern wäre schlichtweg eine Beleidigung am Film. Nein, bei "Balls of Fury" regiert einfach nur der Schwachsinn, vielleicht leicht gepaart mit einem Schuss Verbeugung vor der ja doch sonst eher im allgemeinen verschmähten Sportart.

Ja, hier ziehen die Macher wirklich alle Register und blödeln und kalauern vor sich hin, dass es einem ganz weh tun kann. Vor nichts wird hier halt gemacht, dicke Athleten bekommen hier genauso ihr Fett weg wie blinde Asiaten, brutale Tischtennisspieler, sowie das asiatische Volk und ihre Liebe zu diesem Sport an sich. Dabei geht es durchweg grob zu, was aber zumindest zu Beginn doch für so manchen Lacher gut sein kann. Randys erste Versuche, nach über 19 Jahren, wieder am Spieltisch zu stehen und sein Können zu beweisen, sind doch bisweilen recht amüsant geraten, genauso wie die eher unkonventionellen Lehrversuche seines Trainers, die merkwürdigen Methoden des FBI-Agenten, sowie Randys geglückter Versuch, in jedes Fettnäpfchen zu treten, was es auf dem Weg so zu finden gibt. Der größte Brüller ist dabei aber die Enthüllung des Spielers "Der Drache", welcher sich als nichts anderes, als ein kleines Mädchen entpuppt. Genau in diesen Momenten schafft es der Film, seinen Holzhammerhumor auf eine relativ komische Ebene zu hieven, so dass man halt ab und und an schon einmal richtig lachen kann.

Leider aber sind diese Momente insgesamt viel zu selten. Aus dem relativ launigen Beginn des Ganzen entwickelt sich leider allzu bald nur noch eine Abfallkammer von Witzen, die man so nicht nur X-Mal in anderen Filmen gesehen hat, sondern hier auch noch zu Tode geritten werden. Beispielsweise wird aus dem blinden Trainer so derart oft ein Trottel gemacht, dass man sich irgendwann schon fragt, ob ein Mensch wirklich tierisch Freude haben kann, wenn dieser auch das 20 Mal gegen eine Wand rennt oder sich tierisch freut, wenn er mit einem Stricher gerade Sex hatte, in dem Glauben, dass dies eine Frau war. Zudem geht einem auch das homophobe Getue schnell auf die Eier und auch sonst wird der Holzhammer eben derart oft geschwungen, dass er einem nach so manch komischer Begebenheit am Anfang, nur allzubald auf die Nerven geht.

Hinzu kommt auch der mehr als unbegabte Hauptdarsteller Dan Fogler, dessen Performance hier wirklich zum fürchten ist. In keinster Minute schafft er es, seinem Publikum auch nur im Ansatz seine Figur näher zu bringen. Auch wenn der Charakter schon allein nicht wirklich etwas zu bieten hat, so ist Foglers müde Darstellung fast schon sein Todesstoß. Des weiteren will auch Walken nicht so recht überzeugen können, wenn auch seine tuckige Darstellung des Bösewichts seine Momente hat. Und Maggie Q ist als Tischspielgöttin auch nicht ganz zu verachten. Insgesamt aber, trotz weiterer Gaststars wie Jason Scott Lee und James Hong, ein eher müdes Assemblee!

Das sich der Film allerdings, trotz aller Kritikpunkte, noch ins Mittelfeld retten kann, liegt einzig und allein an den aberwitzigen Tischtennisspielen, die immer wieder im Film geboten werden. Was die Macher hier an Ideen reingesteckt haben, ist dann doch noch eine eigene Erwähnung wert. Vor allem das große Finale, in dem Walken und Fogler über eine riesige Distanz unaufhörlich die Schläger rotieren lassen, ohne das der Ball auch nur einmal hinunter fällt, ist ein Prachtstück an Unterhaltung, das man bis dahin im ganzen Film vermisst hat. Auch wenn hier natürlich mit Filmtricks gearbeitet wird, so ist das Ansehen der Tischtennismatchs wirklich noch die größte Freude des Ganzen. Aber sonst...?

Fazit: Mittelmäßige Klamotte ums Tischtennisspielen, welche nicht selten in ihren Kalauern ersäuft und nur in Anfangs- und Endminuten zu überzeugen weiß. Zwischendurch reiht sich ein Holzhammergag an den Nächsten, durchtränkt von der ständigen Wiederholung von vielen Gags, so dass man sich schnell nicht nur nach besseren Witzen sehnt, sondern auch nach Abwechslung. Diese wird dann wenigstens von rasanten Tischtennismatchs geboten, welche noch den größten Unterhaltungswert besitzen. Aufgrund der mäßigen Darsteller, allen voran dem furchtbar plumpen Dan Fogler, bleibt das Ganze aber trotzdem im Mittelfeld stecken und man ist froh, wenn die 90 Minuten endlich geschafft sind.

Wertung: 5/10 Punkte

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