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Flatlife [Kurzfilm] (2004)

Eine Kritik von filmimperator (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 04.10.2009, seitdem 403 Mal gelesen


Vier Mietparteien in einem Hochhaus stehen in unmittelbarer Wechselbeziehung zueinander. Während der Mann oben links ein Bild seiner Vase malen und an die Wand hängen will, ist der ältere Herr auf derselben Etage damit beschäftigt, ein Kartenhaus zu bauen. Dessen Frau kümmert sich im Stockwerk darunter um das Aufhängen der Wäsche, während der Hausmeister auf der unteren Etage links einfach nur seinen Feierabend vor dem Fernseher genießen will. Doch gleichzeitiges Fernsehen auf verschiedenen Sendern, aus diesem Grund explodierende Fernsehgeräte und eine kaputte Waschmaschine sorgen für reichlich absurde Komplikationen.

Flatlife ist der zweite Kurzfilm von dem belgischen Regisseur Jonas Geirnaert, der mit ihm zahlreiche Preise einheimsen konnte. Eine Auszeichnung bei den Filmfestspielen in Cannes 2004 für den Besten Kurzfilm war auch dabei. Und das vollkommen zu Recht. Zwar darf man seinem sich zum Nonsens bekennenden Film keine tiefere Bedeutung unterstellen (im Abspann wird einer Person gedankt „for silliness"), doch wie witzig die originellen wie absurden Einfälle in diesem Animationsfilm vorgetragen werden, ist grandios. Dabei fliegen Vögel und ein Pandabär (!) aufgrund aufgehängter Bettwäsche gegen geschlossene Balkontüren oder brennende, vom Balkon geworfene Fernsehgeräte landen entgegen der Erwartungshaltung nicht auf dem ausgeladenen Trampolin eines Trampolinlieferdienstes, sondern in dessen Fahrgastzelle.

Auch inszenatorisch vermag der gezeichnete Animationsfilm mit originellen Stilmitteln aufzuwarten. Die vier Zimmer, in denen sich die verschiedenen Einzelhandlungen abspielen, teilen das Bild in vier gleichgroße Teile (split screen) auf. Dabei finden simultan maximal zwei relevante Handlungen in zwei verschiedenen Räumen statt. Die Kommunikation der Figuren untereinander, die des Öfteren gegenseitig an ihre Wohnungstüren klopfen, findet via unleserlicher Zeichen in Sprechblasen statt mittels eines melodischen Rhythmus (erinnernd an Schreibmaschinentippen), der zu Beginn militärisch-zackig vorgetragen von einem Schlagzeug die Einblendung von Namen und Titel im Vorspann vorgab. Das ergibt eine absurde Wirkung, die die Stimmung des Films mit bewusst sinnfreier „Handlung", oder besser: der Aneinanderreihung kausal notdürftig verknüpfter Ereignisse, vorwegnimmt. Bleibt nur noch zu sagen, dass man sich diese originelle Perle des belgischen Kurzfilms einmal anschauen sollte, da man nicht anders kann, als herzlich über all die gezeigten Absurditäten zu lachen.       


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