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Batmans Rückkehr (1992)
Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 28.09.2006, seitdem 606 Mal gelesen
Drei Jahre nach seinem „Batman“ erschien Tim Burtons bislang einzige Fortsetzung seiner Karriere, und er ließ es sich nicht nehmen, dem Flattermann-Mythos erneut seinen Stempel aufzudrücken. Soll heißen: Es geht düster, morbide und manchmal schön schwarzhumorig zur Sache, was Kenner des Regie-Asses nicht überraschen wird. Trotz einiger schriller Einfälle (z.B. der Auftritt des Pinguins an einer Wahlveranstaltung an Weihnachten), geht es deutlich weniger grell zu als im Vorgänger, wo der Joker das düstere Gotham City bisweilen in eine neonhelle Glitzerwelt verwandelt hat. Der Gegenspieler in diesem zweiten Teil ist der Pinguin und versprüht weit weniger Glanz: In die Kanalisation wurde er als Kind namens Oswald Cobblepott verstoßen und nun, Jahre später, ist er kaum mehr als menschliches Geschöpf zu erkennen. Was geblieben ist, ist sein Rachedurst auf die Menschheit, bei dessen Umsetzung ihm der korrupte Geschäftsmann Max Shreck zur Seite steht.
Im Innenleben des Pinguins tun sich Abgründe auf, sein Leben im stinkenden Untergrund hat ihn bösartig und hinterlistig gemacht, gleichzeitig ist seine Existenz aber auch bemitleidenswert. Vergleiche zu „Gollum“ aus „Lord of the Rings“ tun sich da zwangsläufig auf. Bruce Wayne (wieder unspektakulär, aber souverän: Michael Keaton) erkennt als einer der ersten, dass der plötzlich aufgetauchte „Pinguin“ die Medien Gothams narrt und sich lediglich Mitleid verdienen will, um den derzeitigen Bürgermeister abzusägen. Trotzdem erkennt Wayne auch Parallelen zwischen ihm und Oswald, haben doch beide im Kindesalter den Verlust ihrer Eltern verkraften müssen. Doch während Wayne durch einen Überfall zum Waisen gemacht wurde, ist Oswald verstoßen worden, was er sein Leben lang nicht verkraftet hat.
Für frischen Wind sorgt sicherlich „Catwoman“, die im echten Leben Shrecks tollpatschige und schüchterne Sekretärin Selina ist. Lange Zeit ist unklar, auf wessen Seite sie eigentlich steht, bis sich langsam herauskristallisiert, dass ihre Abneigung gegen Männer im Allgemeinen und Max Shreck im Besonderen beim Showdown noch eine gewichtige Rolle spielen wird. Um ihre Rachegelüste zu befriedigen, lässt sie sich mit dem „Pinguin“ ein, der mit ihr aber mehr als nur eine Zweckgemeinschaft haben möchte. Diese Konstellation ist wirklich sehr interessant, zumal Catwoman im Lack – und Lederoutfit pure sexuelle Energie versprüht (dazu kommen noch die ständigen „Pussy“-Zweideutigkeiten im O-Ton) und der Pinguin so ziemlich das unattraktivste Geschöpf ist, dass man sich vorstellen kann. Die „Geilheit“ des Pinguins sorgt dann auch für die meisten erheiternden Momente des Films, von denen es im Vergleich zum ersten Teil aber deutlich weniger gibt.
Die Figuren dieser Comicverfilmung sind eigentlich durchgehend interessant und werden zum Glück von wirklich namhaften und guten Darstellern verkörpert. Michelle Pfeiffer trägt die Last, zwei völlig unterschiedliche Rollen zu spielen, ohne Mühe, Christopher Walken ist als schmieriger Geschäftsmann eh ein Selbstläufer. Danny deVito profitiert sicher von den oscarnominierten Make-Up-Effekten und vermittelt genau das, was seine Figur soll: abstoßenden Ekel. Trotz der guten Leistungen gelingt es dennoch keinem, Jack Nicholson und seinen „Joker“ aus dem Vorgänger zu übertrumpfen.
Wem Burtons erste „Batman“-Verfilmung von 1989 schon gefallen hat, ist bei der Fortsetzung sicherlich genauso gut aufgehoben, hat sich doch stilistisch wenig verändert. Burton drückte dem Film erneut seinen ganz eigenen Stempel auf, ehe Joel Schumacher die beiden Nachfolger in quietschbunt-greller Szenerie ablaufen ließ. Hier ist alles noch schön düster und – wie bei Burton üblich - mit Hang zum Bizarren und Morbiden inszeniert, aber auf eine besondere Art manchmal durchaus humorvoll. Und bis zum Jahr 2005 die letzte sehenswerte Batman-Realverfilmung!
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