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Chinatown (1974)

Eine Kritik von Puty Willi (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 02.01.2007, seitdem 330 Mal gelesen


Durch beinahe durchgehend euphorische Kritiken und weil ich das Subgenre des Film-Noir sehr mag, war ich schon sehr gespannt auf Chinatown. Das Ergebnis ist leider eine Enttäuschung, zwar auf hohem Niveau, dennoch eine Enttäuschung. Lag es an den zu hohen Erwartungen? Ich weiß es nicht wirklich.

Ich mag Robert Townes Drehbuch eine gewisse Klasse gar nicht absprechen, dennoch ist es nicht so großartig wie es von vielen bezeichnet wird. Chinatown ist so ein Film, der nie wirklich langweilig, allerdings, bis auf ein paar Szenen, auch nie wirklich spannend ist. Schon früh ahnt der Zuschauer um was es schließlich geht. Die eingebaute Familientragödie sorgt zwar für eine durchaus überraschende Wendung, sorgt allerdings auch dafür das der Film beinahe ein Drama wird. Das gilt auch für das frustierende Anti-Happyend, welches ich allerdings auch für unglaublich unspektakulär und erzwungen halte.

Doch nun genug mit den negativen Aspekten.
Meisterschaft erwirbt Chinatown vor allem durch Inszenierung und durch seine Schauspieler.

Polanski und seinem Kameramann John A. Alonzo ( der auch Brian De Palmas Scarface veredelte) gelingen traumhafte Shots, welche vor allem durch eine excellente Farbfotografie bestechen. Die Übertragung der Schwarz-weiß Optik des klassischen Film Noirs in Farbe ist ausgezeichnet gelungen. Ebenfalls tadellos sind die Kostüme sowie die Ausstattung welche das Los Angeles der 30iger Jahre perfekt auferstehen lassen. Jerry Goldsmiths Musik ist auch klasse, wird meiner Meinung nach im Film allerdings zu selten eingesetzt.

Die Schauspieler sind allesamt sehr gut. Jack Nicholson, damals noch am Anfang seines Schaffens liefert hier eine seiner besten Leistungen ab. Sein Gittes ist einem wieder mal von Anfang an sympathisch. Faye Dunaway beweist eindrucksvoll, wieso sie zu den besten Schauspielerinnen Hollywoods gezählt wird und Regielegende John Houston mimt einen herrlich fiesen Bastard.  Die Nebenrollen sind u.a mit Polanski himself und dem unvergesslichen Burt Young auch gut besetzt.

Fazit: Chinatown, insbesondere Townes Drehbuch wird meiner Meinung nach einfach überschätzt. Zu unspektakulär wirkt das Ganze  für mich. Da greife ich doch lieber zu dem für mich besten Neo Noir L.A. Confdential der ebenfalls großartige Schauspieler besitzt und genauso klasse inszeniert ist, dabei darüberhinaus halt doch viel packender ist.
Doch schlecht ist Chinatown keineswegs.
8/10


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