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M:i-2 (2000)

Eine Kritik von Der Ewige Lawrence (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 07.06.2006, seitdem 230 Mal gelesen


M:i 2 führt den Weg aus dem ersten Teil erbarmungslos und äußerst konsequent fort. Das bedeutet aber nicht unbedingt was Gutes.
Wieder einmal wird ein bekannter Regisseur verpflichtet, dessen Stärken in der visuellen Umsetzung liegen, der aber zu seinen besten Zeiten auch gute Stories verfilmen konnte: John Woo.

Seit John Woo in Hollywood angekommen ist, hat er kaum mehr gute Filme zustande gebracht. Zu sehr wurde er von Hollywood in seiner kreativen Freiheit eingeschränkt oder er mußte sich mit merkwürdigen bis halbgaren Drehbüchern herumschlagen, so daß er sich nur noch um seine visuelle Ästhetik gekümmert zu haben schien, denn die Actionszenen zumindest waren nach wie vor vom Feinsten.
Dann schien er sein kreatives Loch überwunden zu haben, schuf mit Face/Off einen modernen Action-Klassiker mit guter Story (vernachlässigen wir mal die Logik) und noch besserer Action sowie sehr viel Dramatik.

Also auch hier ist die Wahl John Woos auf den Regiestuhl nachvollziehbar. Und wo John Woo draufsteht ist auch John Woo drin.
Seine Actionszenen suchen ihresgleichen, der Film ist eine einzige Adrenalinspritze, ein visuelles Highlight folgt dem nächsten.

Nun, das ist aber auch so ziemlich das einzig gute, was man über den Film berichten kann. Denn John Woo schaltet irgendwie auf Autopilot, vernachlässigt den Plot bis zum Geht-Nicht-Mehr und setzt nur auf eine visuelle Reizüberflutung.
Ohne groß Hintergründe aufzubauen, wird allein durch visuelle Darstellung (Immer wieder Großaufnahmen des Gesichts) Dougray Scott als Erzfeind für diesen Teil etabliert. Dabei wird gar kein Plot hierfür verwendet, man bekommt in einem visuellen Overkill einfach nur aufgedrückt, dass es sich hier um eine Art Kain und Abel-Konflikt handelt und diese "Brüder" oder "Freunde" werden sich am Ende gegenüberstehen in einem finalen Showdown - so wie öfters in John Woo Filmen.
Aber wie gesagt, John Woo ist auf Autopilot und denkt gar nicht daran, eine Story großartig aufzubauen. Der Film ist einfach nur eine aneinanderreihung von Actionszenen.
Teilweise geht das soweit, dass man sich fragt: "Warum das denn jetzt?" oder "Wieso mußte das jetzt sein?"

Und noch etwas, was im ersten Teil schon angedeutet wurde, wird hier konsequent fortgeführt: Ethan Hunt (Tom Cruise's) Filmfigur wird immer mehr zur Zentralfigur und zum Einzelkämpfer.
Gegen Hunt ist Bond ein Waisenknabe (soweit mir bekannt, ist Bond das sowieso), was der Junge drauf hat, paßt auf keine Kuh-Haut.

Würde man nur nach Action-Maßstäben gehen, würde dieser Film in der obsersten Kategorie mitspielen, aber ein Film als massentaugliches Medium muß auch andere Aspekte abdecken, so zum Beispiel storytechnisch.
Von daher versagz der Film dann doch und John Woos kreative Talfahrt in Hollywood erfährt einen weiteren Tiefpunkt.

4 Punkte


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