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M:i-2 (2000)

Eine Kritik von anno nym (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 26.04.2002, seitdem 365 Mal gelesen


Ach Johnny, was soll das denn? Da legst du so einen super Kracher wie Face/Off nach dem eher entäuschenden (obwohl noch überdurchschnittlichen) Broken Arrow hin, man denkt, jetzt geht es wieder bergauf und dann sowas!
Um gleich mal meine Meinung zu sagen: Dieser Film ist ziemlich mies, aber gerade noch sehenswert und ich denke, dass die Hauptschuld nicht auf John Woos Schulter ruht.
Das geht beim Drehbuch los: Dem Making Of nach, bastelten Woo und Cruise zusammen einige gute Actionszenen und holten dann einen Drehbuchschreiber, der um diese Szenen drumherum mal eine schöne Story schreiben sollte. Das ging gehörig daneben! Denn an den Stellen im Film, wo keine Action ist, herrscht öde Langweile. Besonders die erste Stunde lang zieht sich der Film sowas von in die Länge...
Aber gut, weiter gehts:
Die Actionszenen: Sie haben nicht mehr viel mit Woo's alter Kunst zu tun. Blut ist nicht vorhanden, der Bodycount niedrig wie noch nie und die klassischen Shootouts sind ziemlich rar gesät (eigentlich gibt es nur einen richtigen). Die Verantwortung dafür kann man mit ruhigem gewissen dem Verleih in die Schuhe schieben, der eine möglichst niedrige Freigabe für den Film haben wollte, um das Publikum zu vergrößern (was ihm auch gelungen ist). Spannung kommt bei den Actionsequenzen übrigens auch kaum auf.
So, und jetzt zum größten Ärgernis des Films: Die Schauspieler! Das Mädel, welches Nyah spielt hat in ihrem Leben anscheinend noch nie eine Schauspielschule von innen gesehen, so klischeeüberladen, öberflächlich und flach spielt sie. Als Zuschauer merkt man es am deutlichsten, als sie sich am Ende von der Klipper stürzen will. Es ist einem einfach scheißegal, ob sie springt oder nicht, da man keinerlei Beziehung zu ihr hat. Den Vogel schießt aber Tom Cruise ab. Auch er spielt Ethan Hunt absolut oberflächlich und uninteressant. Seine Aufgabe ist es einfach nur, an keiner Stelle im Film Angst oder Emotionen zu zeigen und immer schön in die Kamera zu grinsen. Er zerstört mit dieser Darstellung einen wesentlichen Teil des Filmes, da man auch zu ihm keine Beziehung aufbaut und dadurch sämtliche Spannung verloren geht (Soll er doch sterben! Ist dem Zuschauer sowieso egal.) Auch der "Oberböse" spielt wie ein wandelndes Klischee und kommt einen eigentlich nie so richtig böse vor. Da gefiel mir sein Handlanger schon etwas besser. Auch noch hervorhebenswert wäre die Rolle von Vingh Rams, der zwar kaum was sagt, aber wenn, dann wirkt das wenigstens gut und einigermaßen überzeugend.
Kommen wir nun zum Schnitt, der Kamera und der Regie: Ja, wer hätte das gedacht, wenn man den ganzen Film nur auf die Kameraführung achtet kann man nur sagen: Perfekt! Selbst unbedeutende Szenen werden von sanften Schwenks begleitet, nie wird ein Bild dadurch langweilig, es herrscht immer Bewegung. Der Schnitt ist in den Actionszenen eben John Woo typisch, auch wenn seine klassische Zeitlupe nicht so oft zum Einsatz kommt und Stilmittel wie die eingefrorenen Bilder ganz fehlen (auch hierfür kann man den Produzenten die Schuld in die Schuhe schieben).
Die Musik ist, Hans Zimmer typisch, super und passt immer zur jeweiligen Situation, auch wenn das Mission Impossible Theme ziemlich selten zum Einsatz kommt.
Nun könnte ich mich noch über die fehlende Realistik und einige Logikfehler beschweren, aber es ist nun mal ein Actionfilm, noch dazu von John Woo, und da geht es um die Geschichte und nicht die Realistik.
Alles in allem kann einen der Film durchaus unterhalten, aber er ist an einiges Stellen doch arg langweilig und besonders dieser arrogante und allem überlegene Tom Cruise nervt gewaltig (er soll sich ja die gesamten Dreharbeiten mit Woo über die Arbeitsweise gestritten haben).
5/10


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