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M:i-2 (2000)

Eine Kritik von *RM (aka Alfred Bester) (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 04.07.2002, seitdem 2634 Mal gelesen


Es gibt Momente im Leben eines Actionfilm-Fans und auch Cineasten, an denen er freudig an die Decke springt vor lauter Enthusiasmus angesichts einer Neuigkeit. So erging es seinerzeit sicherlich vielen, als die Meldung 'rausging, Action-Überregisseur John Woo sei für den zweiten Teil des neubelebten Kinofranchises "Mission Impossoble", der Leinwand-Adaption des in die Jahre gekommenen TV-Klassikers "Cobra, übernehmen Sie", verplichtet worden.
Woo, der sich international auszeichnete durch seine Hongkong-Gangsterfilm- und Heroic-Bloodshed-Klassiker wie "The Killer", "Hard Boiled" und "A Better Tomorrow", und sich in Hollywood spätestens mit dem superben "Face/Off" etablieren konnte, müsste für einen solchen Job doch der richtige sein.
Nun, dem Erfolg stand ein wesentliches Manko gegenüber: Tom Cruise, der mit schwuchtelig-wehender Langhaarfrisur nicht nur den Mythos des James-Bond-artigen Actionhelden der Lächerlichkeit preisgab, sorgte durch offenbar (wie durch vielfältige Mitteilungen zu verfolgen war) vehemente Einmischungen in den Dreh dafür, dass der Film eben nicht "John Woo's Mission: Impossible", sondern "Tom Cruise's Mission: Impossible" wurde.
Was ein grandioses Actionfeuerwerk hätte werden können, verpufft nun zu einer reinen Selbstdarstellungsfarce des Möchtegern-Eastwoods Cruise, in der eine lächerlich-unglaubwürdige Szene die nächste jagt und die in Sachen Handlung und Anspruch selbst von den teilweise armseligen Pierce-Brosnan-007-Filmchen übertroffen wird.
Dezent merkt man dem Streifen hin und wieder sicherlich die Inszenierungskünste eines John Woo an, wenn weiße Tauben in Zeitlupe durch Bild flattern oder eine Flamenco-Tänzerin in langsamen Schnittfolgen ihren Tanz vollführt; auch der akzeptable und bemühte Soundtrack von Routinier Hans Zimmer ("The Rock") ist teils sehr passend; aber dies reicht ebenso wenig wie der spärliche Einsatz von Altstar Anthony Hopkins aus, um dieses ansonsten grottenschlechte und absolut John-Woo-unwürdige Machwerk zu retten.
Kurze Schießereien mit zwei Knarren (Einschüsse oder lange SlowMotion-Choreographien sucht der Woo-Fan hier vergebens) und Matrix-artige Kämpfe, die hier nur noch übertrieben und deplaziert wirken, machen noch keinen herausragenden Actionfilm.
Ich möchte es mit den Worten des geschätzten Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki deuten:
"Dieserrr Film ist langweilig... errr ist schlächt... esss lohnt sich nicht, ihn anzuschauen..."
Hoffen wir, daß John Woo jenseits von Produzenten-Vorschriften demnächst bei neuen Produktionen wieder zu seiner alten Form zurückfinden wird. Und was Tom Cruise so macht, sollte eigentlich eh für einen gescheiten Filmfan und Cineasten kaum von Interesse sein...


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