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M:i-2 (2000)

Eine Kritik von Largo (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 14.07.2002, seitdem 377 Mal gelesen


Dieser Film hätte wohl was werden können, wenn...tja, wenn er nicht „Mission: Impossible 2“ heißen würde, wenn der Hauptdarsteller nicht Tom Cruise wäre und so manches andere hier nicht so wäre, wie es denn nun mal ist. Hätte Limp Bizkit nicht für die Musik so bravourös verantwortlich gezeichnet, wäre er kaum noch zu konsumieren gewesen. Bereits der neue Haarschnitt unseres Top-Spions erscheint irgendwie suspekt und war erst der Anfang. „Mission: Impossible 2“ untergräbt das Leitmotiv seines Vorgängers und der TV-Serie, nämlich die Teamarbeit, und geht damit schon in seiner Grundzielsetzung daneben. Außerdem leidet der Film erheblich unter dem schwachen Drehbuch, das mit einer völlig ausgelutschten Killervirus-Verräter-Kombination aufwartet. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, wenn John Woo trotz dieses Defizits einen perfekten Unterhaltungsreißer zustande gebracht hätte. Allerdings war es klar das erste Mal, dass ihn jemand bei seiner Arbeit so stark manipuliert und dadurch auch den Film gehörig verunstaltet hat. Auf wessen Konto diese Greueltat geht, steht vielleicht nicht eindeutig fest, doch jeder, der einen Blick riskiert, kann sich denken, dass Tom Cruise zu einem wesentlichen Teil Schuld daran trägt. Denn der ist von Beginn bis Ende öfter vor der Kamera zu sehen als alles andere und versucht in einer mehr als peinlich obercoolen (Woos Vorliebe für Sonnenbrillen kam ihm da wie gerufen) Bond-Persiflage all das ab zu fackeln, was seine anscheinenden Vorbilder bisher hervorgebracht haben. Nach einer kurzen „Goldeneye“-Kopie wird der Gebäudeeinstieg aus dem ersten Teil neu aufgewärmt (um Längen schlechter!), später gibt es noch ein bisschen „Matrix“, einen kurzen „Full Throttle“-Ausflug (LucasArts Forever!!) und zum krönenden Abschluss ein mittelmäßiges bis unterdurchschnittliches Martial-Arts-Finale, alles komplett unblutig (und das bei einem John-Woo-Film!), um es auch der Kinderstube problemlos zumuten zu können. Zwar erreicht der Film mit diesen technisch auf höchstem Niveau und inszenatorisch hervorragenden Actionszenen sowie den zahlreichen exotischen Schauplätzen und nicht zuletzt der Musik einen annehmbaren Unterhaltungswert, kann damit jedoch nicht über das mäßige schauspielerische Aufgebot hinwegtäuschen. Überzeugende Leistungen liefern Ving Rhames und Richard Roxburgh ab, während Thandie Newton ihre mangelnde Erfahrung nicht mal mit ihrem Aussehen kompensieren kann. Die Krönung ist aber Dougray Scott, der wahrscheinlich den profillosesten Bösewicht abgibt, der je in einem so aufwendigen Streifen zu sehen war. Und Tom Cruise? Kein Kommentar.
Mit „Mission: Impossible 2“ hat John Woo seinen Anhängern keinen Gefallen getan (wenn es auch in erster Linie nicht sein Verdienst war) und es wäre wünschenswert, wenn sein nächstes Projekt „Windtalkers“ wieder mehr an seine alten Qualitäten anknüpfen könnte. Auch für den bereits geplanten „Mission: Impossible 3“ wäre es weitaus besser, sich mehr an den ersten Teil zu halten als an dieses überzogene Sequel. Kommerziell lief „Mission: Impossible 2“ zwar nicht schlecht, im Gegenteil: Er spielte sogar mehr ein als Woos letztes Werk „Face/Off“, der für ihn schon den Durchbruch in Hollywood bedeutete. Bei allen Fans von „Mission: Impossible 2“ kann es sich aber nur um solche handeln, die noch nie einen echten John-Woo-Film gesehen haben. Und diese können sich nun, zu ihrem eigenen Bedauern, kaum vorstellen, mit welchen Meisterwerken dieser Regisseur in alten Zeit einst die Filmbranche bereicherte.

Fazit: Eine der enttäuschendesten Filmfortsetzungen überhaupt, die von ihrem bombastischen Soundtrack noch gerade eben so vor dem Abgrund gerettet wird.


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