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M:i-2 (2000)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 23.05.2010, seitdem 174 Mal gelesen
Die Vorfreude der Actionfans war groß, als John Woo (Harte Ziele, Operation: Broken Arrow) auf dem Regiestuhl platz nehmen durfte. Auch mit Drehbuchautor Robert Towne (Yakuza, Chinatown), welcher für die wendungsreiche Story im Original verantwortlich war, konnte man wieder rechnen. Hinzu kommt ein sattes Budget von 80 Millionen Dollar, eigentlich konnte dabei nicht viel schiefgehen. Jedoch entpuppte sich "M:i-2" als Enttäuschung mit gängigem Plot, zu wenig Action und obendrein wurde Woo an der kurzen Leine gehalten, denn ein PG-13 Rating war das Ziel. Der dritte Streich mit dem IMF-Agenten Ethan Hunt folgte sechs Jahre später und ist erfreulicherweise wesentlich besser gelungen.
Der geldgierige IMF-Agent Sean Ambrose (Dougray Scott) hat ein gefährliches Virus in seine Hände gebracht und will es an den höchstbietenden verkaufen. So holt man Ethan Hunt (Tom Cruise) aus dem Urlaub, denn er soll die Diebin Nyah (Thandie Newton) zur Mitarbeit bewegen. Sie war Seans Freundin und soll diese Rolle nun wieder einnehmen, um so Informationen zu beschaffen. Durch den Computerexperten Luther Stickell (Ving Rhames) und den Piloten Billy Baird (John Polson) lässt Hunt sich tatenkräftig unterstützen. Leider durchschaut Ambrose schnell Nyas Spielchen und sie infiziert sich mit dem gefährlichen Virus. Ethan bleiben nur noch zwanzig Stunden, um eine Katastrophe abzuwenden.
Während man im Erstling storytechnisch einige Überraschungen erleben durfte, so geht es hier um ein simples Virus. Dieses wurde sogar noch von einem Agenten entwendet, somit hat Ethan Hunt gleich einen ebenbürtigen Gegner. Doch gleich vom Auftakt hätte sich der Zuschauer mehr erhofft. Ein Genickbruch, eine abstürzende Passagiermaschine und kurz darauf erleben wir Hunt beim Freeclimbing, was schon fast nach einem Werbespot aussieht. Oben angekommen schießt man ihm eine Rakete vor die Füsse, in der sich die Sonnenbrille mit den Instruktionen befindet. Schon hier wird maßlos übertrieben, was jedoch erst den Fuss des Berges darstellt. Schließlich muss Hunt Nyah rekrutieren, darf sich eine völlig sinnlose Autojagd mit ihr liefern und zu guter Letzt verknallt er sich auch noch in die Schönheit. Dabei muss er sie doch in die Höhle des Löwen schicken, denn sie war Ambrose Ex-Freundin. Das Ganze verläuft ziemlich konstruiert und auch vorhersehbar. Auf Actionszenen muss man vorerst ganz verzichten und die Informationsbeschaffung von Hunt und seinem Team ist nicht durchgehend fesselnd. Doch hat man die erste Stunde heil überstanden, darf es endlich ein wenig zur Sache gehen. Doch vorher wird Nyah noch enttarnt, so muss Hunt auch noch sein Love Interest retten.
Doch erstmal gilt es in ein gesichertes Labor einzudringen, um die letzten Reste des Virus zu vernichten und dort kommt es zum ersten Shootout zwischen ihm und Seans Mannen. Wie man es von Woo gewöhnt ist, dürfen Zeitlupen nicht fehlen. Hunt springt und rutscht beihändig ballernd herum, es darf einiges zu Bruch gehen, doch dank des PG-13 Ratings wird um jede Brutalität herumgefilmt. Immerhin drückt Woo dann Nonstop aufs Gas und lässt gleich darauf einen langen Showdown folgen, wo nochmal ordentlich gekämpft, geschossen und verfolgt wird. Natürlich kommen auch die Pyrotechniker auf ihre Kosten mit einigen bildschirmfüllenden Explosionen. Doch viele Szenen sind einfach zu übertrieben. Zum Beispiel als Hunt neben dem Motorrad her rutscht, oder bei Vollgas noch treffsicher schießen kann. Desweiteren bringt Hunt genau die richtigen Masken zum Finale mit. Wirft man Logik und Schwerkraft komplett über Bord, kann man sich amüsieren, trotzdem mangelt es der Action an der nötigen Härte. Eigentlich kann nur der Score von Hans Zimmer richtig punkten, besonders die fetzige aber zu kurz geratene Titelmelodie.
Leider fällt es dem Zuschauer ein wenig schwer, dem kleinen Tom Cruise (Collateral, Krieg der Welten) diese überzogene Heldennummer abzunehmen. Mit perfekt sitzender Frisur und einem Grinsen im Gesicht gegen das Verbrechen. Ist nicht immer glaubwürdig. Auch Gegenpart Dougray Scott (Dark Water, Hitman) kann kaum überzeugen und von Thandie Newton (Das Streben nach Glück, 2012) ist man auch besseres gewohnt. Nur Ving Rhames (The Tournament, Dark Blue) macht seine Sache richtig gut und Anthony Hopkins (Das Schweigen der Lämmer, Bad Company) hat zu wenig Screentime.
Leider enttäuscht diese unmögliche Mission, aufgrund des schwachen Plots, zu wenig Action und Darsteller die man nicht so ganz ernst nehmen kann. Immerhin bleibt der Unterhaltungswert, eine schicke Inszenierung und die vorhandenen Actionszenen können sich sehen lassen.
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