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Ran (1985)

Eine Kritik von Kiste (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 16.05.2011, seitdem 264 Mal gelesen


Hidetora der mächtige Kriegsfürst ist alt geworden. Um die Dynastie fortzuführen, gibt seine Macht an den ältesten seiner drei Söhne ab. Der zweite Sohn fügt sich in seine Bestimmung und schwört Treue, während der jüngste Nachkomme nur Spott für die Naivität seines Vaters übrig hat. Er prophezeit Zerrissenheit und Verrat innerhalb der Familie und damit auch im ganzen Reich. Der Vater schickt ihn für diese Worte des Zorns in die Verbannung, doch die düsteren Prophezeiungen des jüngsten Sohnes sollen sich schon bald als düstere Wahrheit erweisen.

Die meisten Menschen inklusive der Oscar Jury halten ja Akira Karosawas Meisterwerk für einen der besten Filme, zumindest aus dem asiatischen Raum, überhaupt. Dem kann ich zwar zustimmmen, allerdings doch mit einigen Einschränkungen. Ran ist fraglos eines der epochalsten Werke überhaupt und besticht durch gewohnt opulente Optik, schönen Landschaftsaufnahmen, detaulgetreuer Austattung und natürlich den Kostümen der damaligen Zeit, des Japans im 16. Jahrhundert. Visuell wird da nichts dem Zufall überlassen, was natürlich auch für die Schlachten und Kämpfe gilt, die aufwendig produziert und mit hunderten Statisten ohne Computerunterstützung grandios dargestellt sind.
Speziell bei den Schlachtszenen zeigt Karosawa die ganze Palette der damaligen Kriegsgreuel, es wird ziemlich dreckig krepiert, teils mit einem halben dutzend Pfeilen durchbohrt, teils von frühen Ausläufern der Feuerwaffen durchsiebt und dazu noch in einem schmutzige Farbton gefilmt, wirken diese Einstellungen seht intensiv. Nicht besonders gelungen ist allerdings bei der ersten Belagerung, die permanente Musiküberfrachtung, der die Kampfgeräusche weitestgehend ausblendet, stattdessen wird orchestral gestorben, was aber eigentlich nicht wirklich viel Sinn macht (oder ich habe keinen Sinn für Kunst, naja wahrscheinlich letzteres).
Ein wenig Probleme hatte ich auch mit der Story, die sich ja hauptsächlich darauf beschränkt das ein alternder Fürst seine Macht an seine drei Söhne verteilt und diese innerhalb von kürzester Zeit, sich selbst und auch den Vater aus Gier und Fremdeinflüssen an den Kragen gehen. So eine Art Mittelding zwischen König Lear und Bonanza. Es werden also die üblichen Werte wie Ehre, Familie, Verrat und Tradition behandelt, wie in den meisten Historienfilmen aus Fernost.
Dazu gehört allerdings auch das sich Ran doch sehr redselig präsentiert, was besonders zu Anfang den Film doch stellenweise zähflüssig wirken läßt, wenn sich gefühlte Ewigkeiten ein dutzend Männer auf einer Wiese sich über größtenteils banale Dinge unterhalten und ein nicht komöscher Komödiant seltsame Späße macht. Auch in der Folgezeit gab es viele Passagen, die auch ruhig im Schneideraum hätten bleiben können. Klar letztendlich gehören alle der 150 Minuten des Films in einen großen Kontext, aber manchmal wird einfach zu viel Zeit aufs dramatische verbracht.
Insgesamt ist Ran natürlich ein wirklich großer Vertreter seiner Art, zweifellos mit viel Liebe und Herzblut konzipiert, aber auch mit streckenweise einigen Längen, sehen sollte man ihn aber auf alle Fälle mal, dazu ist er zu gut.
7/10 


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