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Cold Prey - Eiskalter Tod (2006)

Eine Kritik von emano (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 13.10.2011, seitdem 150 Mal gelesen


Cold Prey ist ein handwerklich zu ordentlich gemachter Slasher, der sehr glattgebügelt wirkt. Zwar kommt er rasch zur Sache und die Anfangs dümmlichen Dialoge münden schnell in "nur" oberflächliche, aber ebenso schnell ist klar, wer welche Rolle in der Gruppe übernimmt - und keiner verlässt die ihm vom Drehbuch zugeteilte Aufgabe. Die Figuren wirken zwar nicht  platt, aber bergen auch keine Überraschungen und sind äußerst stereotyp angelegt.

Im Grunde geht es um die genretypischen Themen wie Sex, Jungfäulichkeit, Spaß und Alkohol und heimliches Verliebtsein. Der Killer, von dem man zu Beginn des Films einige Hintergrundinformationen erhält, kommt brachial daher, hat Kraft ohne Ende und ist kälter als der norwegische Schnee. Es gibt den Verletzten zu Beginn, der die Gruppe ihrer ausweglosen Situation ausliefert und sie daran hindert, dieser möglichst schnell zu entkommen. Dunkle Gänge, laute Schockeffekte über die Boxen, Hetzjagten und Kills - alles drin, was man von 08/15-Slashern kennt.  Und da Cold Prey diesem Muster treu folgt, besitzt er auch keine Eigenständigkeit.

Die Darsteller sind zwar allesamt ok und die Hauptfigur wirkt glaubhaft, aber es passiert nichts Überraschendes in den knapp 90 Minuten. Auch die Kills sind äußerst unspektakulär, bis auf den ersten, da gibt die Darstellerin auf ihrer Flucht vor dem Killer alles, das sieht sehr gut aus und ist auch sehr spannend. Ansonsten ist Cold Prey von MTV-Farbfiltern glattgebügelte Einheitskost, die kaum Emotionen weckt und deshalb den Zuschauer - zumindest mich - nicht mitfiebern lässt. Im Endeffekt wird die Liste der Genreregeln Schritt für Schritt abgehakt, und so habe ich den Film auch rezipiert.

Das etwas unglaubwürdige Ende birgt dann doch noch etwas Gefühl - und zwar in Bezug auf den Killer. Wenn er in die von ihm genutzte menschliche Müllhalde stürzt und man den Hinter-Grund für alles geliefert bekommt und er mit traurigem Blick in die Eisspalte fällt, wird man schon ein wenig sentimental. Die Szene hat mich ein wenig an das Ende von "Der Tod es unheimlichen Hulk" erinnert.

Fazit: Insgesamt ist Cold Prey nette Unterhaltung für den Abend, mehr aber auch nicht. Zu durchsichtig ist das Drehbuch, zu wenige Überraschungen hält es bereit. Da nutzt auch das schön anzusehende Setting der verschneiten Umgebung des Hotels nichts. Eher langweilige 4,5/10.


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