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Einmal wirklich leben (1952)

Eine Kritik von Freddy J. Meyers (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 30.12.2007, seitdem 387 Mal gelesen


Ikiru - Einmal wirklich leben

Der alternde Beamte Kanji Watanabe hat sich seit dem frühen Tod seiner Frau regelrecht in seine Arbeit als Leiter der Beschwerdeabteilung gestürzt. Dadurch hat er auch den Kontakt zu seinem Sohn Mitsuo, der mit seiner Frau Tatsu im selben Haus wohnt, verloren.
Als Kanji eines Tages mit Magenbeschwerden zum Arzt geht und dort erfährt, dass er Magenkrebs im Endstadium und höchstens noch ein halbes Jahr zu leben hat, bricht für ihn auch noch das letzte bisschen Welt zusammen. Am selben Nachmittag muss er zu allem Überfluss auch noch erfahren, dass sein Sohn nur auf sein Erbe aus ist, da dieser seit dem Tode seiner Frau nicht mehr ausgegangen ist und dadurch einiges angespart hat.
Nun beschliesst der Beamte sein Geld auf den Kopf zu hauen, geht nicht mehr Arbeiten und schleicht durchs japanische Nachtleben um wenigsten noch ein bisschen von Leben mitzukriegen, was er die letzten Jahre verpasst hat. Doch in keiner Bar, bei keinem Saufkumpanen wird er glücklich. Da erfährt Watanabe von dem Spielplatz, den er vor Jahren abgelehnt hat... Er steckt alle seine verbliebene Kraft in dieses Projekt, dass eben dieser Spielplatz gebaut wird.

Und wenn es das letzte ist, was er macht...


Der japanische Meisterregisseur Akira Kurosawa hat mit "Einmal wirklich Leben" seinen wohl ruhigsten und tiefgehensten Film seiner über 50-jährigen Karriere als Regiesseur geschaffen. "Ikiru" wurde mit den einfachsten Mitteln und guten Schauspielern gedreht, so dass der Film gerade dadurch so eine Tiefe und Realität erreicht. Besonderst Takashi Shimuram stellt den Beamten Kanji Watanabe mit einer solchen Traurigkeit dar, dass es schmerzt.

Das letzte drittel des Filmes bleibt hier jetzt mal unbelichtet, da es einfach zu viele Spoiler enthält und man denn durchaus überraschenden Verlauf selbst sehen sollte.

Wer auf ein Drama in dieser Richtung steht, kann nichts falsch machen, man muss sich halt auf die langsame Erzählweise einlassen. Leider wird damit nicht jeder klarkommen. Ein japanisches Drama aus den 50ern ist halt kein Blockbuster aus Hollywood – zum Glück :), sonst würden wir alle nur denn selben Einheitsbrei schauen.

Für mich der beste Film den Kurosawa gemacht hat. Ikiru ist zu unrecht so unbekannt.

10/10


Das Review ist zuerst auf FIDb.de - "Die Film-Interpretationsdatenbank"  erschienen.


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