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Versprechen, Das (2001)
Eine Kritik von deadlyfriend eingetragen am 01.11.2009, seitdem 238 Mal gelesen
Mit "Das Versprechen" nehme ich mich nun zum dritten Mal dem Stoff von Friedrich Dürrenmatt an. Mit Sean Penn als Regisseur, Jack Nicholson in der Hauptrolle, Hans Zimmer zur musikalischen Untermalung und überdurchschnittlich besetzten Nebenrollen, gepaart mit der genialen literarischen Vorlage, mutet es zu etwas ganz Großem an. Das ist es aber nicht.
Penn nimmt die Thrillerqualitäten des Materials ziemlich zurück und präsentiert eher eine Art Charakterstudie ohne diesen im Hintergrund zu beleuchten. Man verweilt nur temporär bei ihm, ohne seine Geschichte zu kennen. Deshalb ist der Zugang zur Figur etwas schwieriger, die Grundthematik zu blaß. Die Laufzeit von knapp 2 Stunden scheint im Grunde vielversprechend zu sein, aber zu sehr verliert man sich in Bildern die wenig mit dem Kindermord zu tun haben, dafür aber den Film sehr verlangsamen. Für die Geschwindigkeit des Films ist dies aber nicht dienlich, sondern sieht eher schon wie Grundmaterial vom 6 Jahre später erschienenen "Into the wild" aus. Dort allerdings absolut passend.
Die Spieldauer wäre besser für die Akribie von Jerry Black verwendet worden, die zunehmend in den Hintergrund gerät, weshalb das Ende im Kontext etwas unglaubwürdig erscheint. Anstelle von fliegenden Vögeln, wachsenden Pflanzen und weiteren Naturschauspielen, wäre besser ein wenig Zeit in die Ermittlungen investiert worden. Erst 25 Minuten vor Schluß weicht man von der Verliebtheit in die Szenerie ab und bringt die Geschichte wieder nach vorne. Zu spät um die folgende Charakterverfremdung als konsequentes Ergebnis verstehen zu können.
Auch die eher zufällig entstandene Bekanntschaft mit seinem eingesetzten Lockvogel, unterstützt die Besessenheit den Fall zu lösen, keineswegs. Während Rühmann im Original noch gezielt ein Mädchen aussuchte um den Täter zu ködern, ist es hier eine Hilfestellung die Mutter und Kind ins Haus holt. Â
Die Bedrohung durch den Kindermörder ist gar nicht gegeben weil keiner zu sehen ist. Während Gert Fröbe, trotz seines späten Einstiegs in der Erstverfilmung, eine unglaubliche Präsenz zeigte und immer eine reale Bedrohung vermittelte, gibt es hier einfach keinen. Zumindest eben keinen den man sieht.
Trotz den negativen Punkten ist er nicht so schlecht wie es sich jetzt vielleicht anhört. Die Vorlage ist natürlich immer noch legendär und das Spiel von Jack Nicholson hält einen komplett am Schirm. Die Kameraführung ist hervorragend und man bekommt wirklich tolle Einstellungen zu sehen. Auch das man das Ende eher aus der literarischen Vorlage, als aus der filmischen übernahm, macht das Ganze interessant. Diese letzten 25 Minuten sind auch wirklich superb und man hat die Längen davor schnell vergessen.
Trotzdem muß er sich der Erstverfilmung im Vergleich stellen und zieht ganz klar den Kürzeren.
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