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Versprechen, Das (2001)

Eine Kritik von bigimot66 (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 28.06.2004, seitdem 738 Mal gelesen


Wenn man weiß, dass der Regisseur Sean Penn eine Romanvorlage des Schweizers Friedrich Dürrenmatt für seinen Film nutzte, dann kann man sich schon ausrechnen, dass hier kein Mainstreamfilm entstanden ist. Dies wird durch den Hauptdarsteller Jack Nicholson und jede Menge Stars wie Mickey Rourke, Benicio Del Toro, Vanessa Redgrave und Harry Dean Stanton in Kleinst- und Nebenrollen noch unterstrichen.

Die Story ist eigentlich recht leicht zugänglich: Nicholson spielt einen Polizisten, der nur noch wenige Stunden bis zu Pensionierung hat. Kurz vor Ablauf seiner Dienstzeit wird ein kleines Mädchen ermordet und vergewaltigt aufgefunden. Sozusagen als letzte Amtshandlung überbringt er den Eltern die Nachricht vom Tod ihrer Tochter. Die Mutter nimmt ihm das Versprechen ab, dass er den Täter aufspürt und seiner Bestrafung zuführt.
Auf Grund einer Zeugenaussage wird ein einschlägig vorbestrafter, geistig verwirrter Indianer von der Polizei festgenommen und solange verhört bis er die Tat gesteht. Direkt nach dem Verhör begeht er allerdings Selbstmord. Der mittlerweile pensionierte Nicholson glaubt nicht an die Schuld des Indianers und ermittelt auf eigene Faust weiter. Er findet Hinweise auf weitere Morde, sogar ein Bild, dass eines der toten Mädchen vom mutmaßlichen Mörder und dessen Auto gemalt hat. Daraufhin kauft er sich eine Tankstelle in der Hoffnung, den Täter dort zu sehen. Zudem freundet er sich mit einer jungen Frau an, deren kleine Tochter er als Lockvogel für den Täter benutzt.

Mehr zur Story sei hier nicht verraten, aber dem aufmerksamen Film-Freak ist hier schon lange klar, dass dieselbe Story bereits in den 50er oder 60er Jahren mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe verfilmt wurde und ein echter Klassiker des deutschen Films ist. Die dt. Version der Story kennt in den USA sicher so gut wie keiner, hierzulande muss sich Regisseur Penn aber den Vergleich mit dem Original gefallen lassen. Hierzu aber später.

Als eigenständiger Film hat „Das Versprechen“ in Jack Nicholson ein Top-Star in der Hauptrolle, eine eigentlich sehr spannende Story und auch sonst noch so manchen Könner in Cast und Crew. Weshalb bleibt dann nach dem betrachten noch dieser fade Nachgeschmack?
Gründe hierfür gibt es einige: Zuerst mal Nicholson selbst, der obwohl fast ständig im Bild, irgendwie abwesend wirkt. Wie wenn er gar nicht so recht dazu gehört oder wenn ihn das alles irgendwie nichts angehen würde.
Nachdem die ersten 45 Minuten durchaus zu unterhalten und zu fesseln wussten, reisst dann aber der Faden und der Film wird immer langweiliger bis zum enttäuschenden Ende.
Obwohl Kameramann Chris Menges immer wieder herrlich kalte Bilder der Winterlandschaft liefert, die mit einem nicht minder kühlen Soundtrack unterlegt wurden, ist es genau diese Distanziertheit, die mit dazu beiträgt, dass das Ganze den Zuschauer mit zunehmender Spieldauer immer weniger interessiert. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass es eigentlich keine richtige hassens- oder verachtenswerte Täterfigur gibt.

Das war in „Es geschah am helllichten Tag“ mit Gert Fröbe und Heinz Rühmann dann doch etwas anders. Auch wenn es schon lange her ist, dass ich den Film sah, so bleibt mir doch der im Wald für das kleine Mädchen Kasperle spielende, hinterlistige und furchteinflößende Gert Fröbe für immer in Erinnerung. Wenn ich mich tatsächlich irgendwann an „Das Versprechen“ erinnern sollte, dann höchstens wegen einiger schöner winterlicher Naturaufnahmen mit Musikuntermalung.

Fazit: „Das Versprechen“ ist ein ungewöhnlich distanziert inszenierter Film, der den Zuschauer zwar passabel unterhält, aber nur anfangs etwas an Spannung aufkommen lässt. Dafür macht er aber umso mehr Lust darauf, endlich mal wieder die Version mit Rühmann und Fröbe anzuschauen.


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