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Paratrooper (1988)

Eine Kritik von mourner (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 16.06.2011, seitdem 172 Mal gelesen


Dieser Film punktet ganz eindeutig mit den Leistungen hinter der Kamera. Die Vogelscheuchen sind einfach großartig geraten, da ist es dann auch sehr verständlich, dass es immer wieder Aufnahmen von ihren Masken gibt, auch wenn sie gerade nur "rasten". Sie sehen wirklich unheimlich und bedrohlich aus und sind mit individuellen Zügen sehr gut von einander zu unterscheiden. Ein Großteil der gelungenen Atmosphäre ist eindeutig diesen Hauptfiguren zu verdanken. Ich habe mich die ganze Zeit nach ihrem nächsten Erscheinen  gesehnt. Leider hat das manches Mal zu lange gedauert.

Weiterhin ist das Setting (ein verlassenens Haus irgendwo im Nirgendwo) sehr clever gewählt und kann auch bei niedrigem Budget effektvoll genutzt werden. Die F/X sind ein ähnliches Kaliber, sie sind relativ blutig, wollen aber nichts leisten, was das Budget nicht hergibt. So haben wir zwar eine beachtliche Menge an Effekten, aber für den reinen Gorehound sind diese wohl fast alle nicht explizit genug. Dennoch sehr solide. Das Geschehen ausschließlich im Laufe einer einzigen Nacht anzusiedeln ermöglicht mit recht einfachen Mitteln stimmungsvolle Bilder und beängstigende Situationen.

So weit, so gut. Leider gibt es auch noch zwei meiner Meinung nach gravierende Nachteile zu berichten, die sich zu allem Überfluss sogar noch gegenseitig verstärken und den Film damit deutlich abwerten. Da wäre das Drehbuch, dass sehr simpel ist und keine wirkliche Story erzählt. Außerdem bietet es keine Erklärung. Das ist noch kein Problem, da es auch schon bei vielen anderen Horrorfilmen ähnliche Drehbücher gab und der Film trotzdem besser funktioniert hat. Wenn es jedoch nicht gelingt, das der Zuschauer zu mindestens einer der Figuren eine Beziehung aufbaut und dementsprechend mit dieser Figur mitleidet, dann zieht der Film einfach am Zuschauer vorbei. Da Charakterisierung hier leider völlige Fehlanzeige ist und auch auf die einzig mögliche Identifikationsfigur nicht näher eingegangen wird passiert hier im Endeffekt genau das. Erschwerend hinzu kommt dabei noch, dass alle Darsteller sich zwar wirklich bemühen, eine passable Figur abzugeben, dabei aber von vorneherein auf verlorenem Posten kämpfen, da ihnen allen jegliche Ausstrahlung und jegliches Charma abgeht. Das bleibt bei Paratrooper bzw. Scarecrows einzig den Vogelscheuchen vorbehalten.

Mit ein wenig good will bleiben damit für diesen Film noch ganz knappe 6 Punkte übrig. Schade, da wäre viel mehr drin gewesen!


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