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Sternwanderer, Der (2007)

Eine Kritik von tikonda (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 04.10.2009, seitdem 320 Mal gelesen


Info:
Der Film ist aus dem Jahr 2007 und eine Verfilmung des Buches "Stardust" des englischen Autors Neil Gaiman.

Länge: 128 Minuten


Story:

Intro: Im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts lebt im kleinen Dörflein "Wall", das seinen Namen nicht von ungefähr hat, der junge Dunstan Thorn. Er ist ein kleiner Hitzkopf, der unbedingt durch die Mauer will, welche ausserhalb von Wall liegt und die Welt der Menschen vom magischen Königreich Stormhold trennt. Eine Lücke in ihr wird stets von einem Wächter aus Wall bewacht. Diesen jedoch frech ausgetrickst, gelangt Dunstan in den "Markt an der Mauer" und hat dort flugs ein Stelldichein mit einer dunkelhaarigen Schönheit. Neun Monate später steht ein Körbchen mit schreiendem Inhalt vor seiner Tür - ein Zettelchen verrät den Namen, Tristran (Charlie Cox) soll er heißen.

Und so heißt er dann auch, der recht tollpatschige, naive und nicht ganz heldenhafte Junge, der 18 Jahre später in Wall um die schöne Victoria (herausragend hübsch und arrogant: Sienna Miller) wirbt. Diese nutzt ihn gern aus und verabredet sich mit ihm zum mitternächtlichen Picknick um ihm dort zu erklären, sie würde seinen Rivalen heiraten. Charlie überredet sie, ihm ihr Herz zu schenken, falls er ihr einen Stern schenken könne. Dieser fällt praktischerweise gerade von Himmel.

Denn zur gleichen Zeit stirbt in Stormhold der König. Seine boshaften Söhne dürfen sich um das Amulett, welches den König kennzeichnet, prügeln und intrigieren sich gegenseitig aus dem Leben. Das Amulett hat auf seinem Flug zum Himmel und zurück gleich noch besagten Stern mit runtergeholt, der sich als zauberhafte, über die Störung recht angesäuerte Yvaine (Claire Danes) entpuppt.

Tristran landet dank einer babylonischen Kerze auch prompt in ihren Armen und beginnt, sie quasi zu entführen, um sie sogleich seiner angebeteten Victoria zu präsentieren. Dabei sind den beiden nicht nur die übrigegebliebenen Prinzen auf der Spur, sondern auch die böse Hexe Lamia (Michelle Pfeiffer) mit ihren beiden Schwestern. Sie versprechen sich von der nicht eben freundlichen Opferung Yvaines und Verspeisung ihres Herzens weitere Jahrhunderte an Leben und Schönheit (hat schonmal geklappt, gar nicht nett).

Und so stolpert Tristran mit Yvaine im Schlepptau durch Stronghold, bis ihm diese nächtens entgleitet und flieht. Auf ihrer Flucht wird sie auch sogleich von Lamia in einem Gasthaus in die Falle gelockt. Quasi gerade rechtzeitig tauchen dort Tristran und der Prinz Primus auf - welcher auch gleich darauf von Lamia hinterrücks gemeuchelt wird. In höchster Not nutzt Tristran wieder die babylonische Kerze, welche die beiden, verwirrt durch unterschiedliche Wunschziele, auf einer Wolke absetzt. Dort werden sie von Captain Shakespeare gefangengenommen. Der stellt sich weniger als übler Pirat denn mehr als tuntiger Kleiderliebhaber heraus und unterstützt Charlie auf dem weiteren Weg nach Hause - Lamia und Septimus immer noch auf den Fersen, kommen sich Yvaine und Tristran auf dem Schiff endlich näher (darauf hat man die ganze Zeit gewartet, ein wahres "Leuchtfeuer" ;-) ).

Tristran wird bei einer Begegnung mit einer Hexer in eine Maus verwandelt. Dergestalt wagt Yvaine endlich, ihm ihre Liebe zu gestehen, glaubt sie doch, er könne sie nicht verstehen. Tut er aber doch und so kommt es, als er seine menschliche Gestalt im Markt an der Mauer wiedererlangt, fast schon zum Happy End. Am Morning after möchte Tristran allein Victoria gegenüber treten. Um sein Versprechen, ihr einen Stern zu bringen, zu halten, schneidet er eine Haarsträhne der schlafenden Yvaine ab und bringt Victoria diese nach Wall. Als Victoria das Taschentuch mit der Strähne öffnet, ist jedoch nur "Sternenstaub" übrig. Tristran versteht: das Durchqueren der Mauer lässt von einem Sternenwesen nur Staub. Yvaine ist in hoher Gefahr, wird jedoch in letzter Sekunde vom Durchqueren der Mauer abgehalten und sogleich von Lamia gefangengenommen.

Im Schloß der Hexen kommt es zum furiosen Showdown zwischen Tristran, Yvaine, Septimus, Lamia und ihren Schwester.

Darsteller:
Charlie Cox ist ein Leinwandneuling und spielt den etwas trotteligen, sympathischen und leichtfertigen Tristran mit Bravour. Zu schade, das ihm die Hauptrolle bisher keinen weiteren Kassenschlager bescheren konnte - er hätte es verdient.
An seiner Seite - und zugegebener Maßen um Längen schöner anzusehen - sieht Claire Danes in ihrem Sternenkleid hinreißend schön aus, ist mitreißend fluchend unterwegs und ganz allgemein bezaubernd.
Die beiden Stars des Films sind jedoch Michelle Pfeiffer als böse Hexenkönigin und Robert de Niro als tuntiger... äh... übler Pirat. Beide spielen ihren Rollen mit soviel Lust und Verve, dass sie den Film um eine ganze Ebene nach oben hieven. Pfeiffer sieht aus wie 30 und veralbert sich selbst und den allgemeinen Jugendwahn subtil und spürbar.
Auch die Prinzen von Stronghold verdienen ihre Erwähnung, insbesondere der bis zuletzt nach dem Stern suchende Septimus. Peter O'Toole mit seinem Kurzauftritt als scheidender und belustigend boshafter König von Stronhold sei ebenfalls lobend erwähnt. Der Film ist in allen Rollen bestens und passend besetzt.

Musik:
Der Score von Ilan Eshkeri ist in Teilen genial, in Teilen Durchschnitt. Er hat sich eindeutig von den ganz Großen der Filmmusik James Howard Newton und Hans Zimmer inspirieren lassen, aber auch eigene Akzente gesetzt. Die Musik ist manchmal frech, manchmal episch, manchmal voller Power, aber immer passend. Sie verleiht dem Film seine echten magischen Momente (Verschwindes des Amuletts, Septimus und Lamia jagen Yvaine, Tristran bemerkt Yvaines Entführung...)

Kamera/Bilder:
Die Umsetzung des wunderschön bebilderten Buches von Neil Gaiman ist mehr als gelungen. Die computeranimierten Szenen sind vollkommen unmerklich eingebettet und fallen nicht auf - das macht ihre Schönheit aus. Keine Massenszenen, dafür liebevoll gestaltete Details (die Kutsche, der Gasthof, der Markt an der Mauer, das Luftschiff) und Feinheiten machen aus dem Film eine kleine Perle.

Fazit:
Der Sternwanderer ist eindeutig der beste Fantasy-Film der letzten Jahre. Kein bombastisches CGI-Gefunkel, dafür spannend, lustig, schnell, schön und bezaubernd. Dabei ist es wichtig, sich auf die Geschichte einzulassen und auch mitreissen zu lassen - denn das kann der Film. Es lohnt sich außerdem, sich das Buch zum Film zu besorgen - es ist umfangreicher und ein echtes Märchen für Erwachsene.


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