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Sohn von Rambow, Der (2007)

Eine Kritik von JasonXtreme (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 14.10.2009, seitdem 323 Mal gelesen


Das Jahr 1982 in England. In den Lichtspielhäusern läuft gerade FIRST BLOOD aka Rambo - und die Jugend ist begeistert von dem wortkargen und muskelbepackten Filmhelden. Der kleine Will jedoch nicht, er darf, dank der Religion seiner Mutter und deren Glaubensbrüder, keine Musik hören und auch kein Fernsehen schauen. Wird im Unterricht ein Lehrfilm gezeigt muss er auf den Flur bis er wieder reingeholt wird.
Dort lernt er aber auch den Rabauken Lee kennen - der ständig aus der Klasse fliegt, weil er nur Mist baut, und den Flegel auch keiner Leiden mag. Als Will im Keller von Lee eine Raubkopie des Films sieht steht für die beiden fest: Sie wollen an einem Jungfilmerwettbewerb teilnehmen - und zwar mit dem Streifen "der Sohn von Rambow"! Die Glaubensbrüder sind davon weniger begeistert - während die Kids an der Schule nach und nach auch Gefallen an der Sache finden und mitmachen wollen. Die waghalsigsten Stunts werden ausgepackt und der Dreh ist in vollem Gange - jedoch steht die Freundschaft der beiden Kurzen unter keinem guten Stern...

Fazit:
Ich habe zumindest etwas anderes bekommen als ich erwartet habe. Das ist aber keineswegs negativ gemeint! Es ist natürlich durchaus eine Komödie mit vielen Lacher. Dafür sorgen allein schon die überdrehten Stunts der beiden Jungs - der französische Austauschschüler und sein Gefolge - und auch die surrealen Traumszenen von Klein Will. Andererseits ist es aber auch ein sehr ernster Film! Durch die religiösen Verpflichtungen von Will sieht man sich dem vorgesetzt, was sicher vielen Kindern erfährt, deren Eltern in Sekten oder ähnlichen Vereinen sind. Sie dürfen kein Leben haben, was ein Kind haben sollte. Ausserdem steht dem entgegen, dass Lees Eltern zwar Geld haben - er aber nur mit sinem älteren Bruder alleine ist und vollkommen ohne Liebe aufwächst. Das alles wird in den Film sehr gut eingewoben und wirkt auch glaubhaft - selbst neben den over-the-act Klamauk-Szenen.

Somit kommt man schon ab und an zum Nachdenken - vor allem wenn die Freundschaft der beiden auf der Kippe steht - oder wenn sie sich zusammenfinden - da muss man schonmal ein Tränchen wegdrücken. Man fühlt sich ausserdem selbst oft einfach zurückversetzt in die Kindheit - als man selbst noch draussen war und sich in Filmhelden verwandelte - man sich gegen den Feind durchs Gebüsch schlug und alles mögliche umfunktionierte was man in die Finger bekam.

Das alles macht den Film schon zu etwas sehenswertem - ein Kinderfilm ist es dennoch meiner Ansicht nach überhaupt nicht. Nicht zuletzt, weil dadurch sicher einige auf ganz dumme Ideen kommen können...


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