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Royal Warriors“ ist der erste Teil der aus Hongkong stammenden „In the Line of Duty“-Reihe. Die Filmreihe mit variierender Besetzung gehört ohne Frage zu den populärsten Vertretern der in den 80’ern schwer angesagten Cop-Thriller.

Im ersten „In the Line of Duty“ wird die Titelfigur verkörpert von Michelle Yeoh, welche in den Teilen 3 bis 4 durch Cynthia Khan ersetzt wurde da sich Yeoh zwischenzeitlich aus der Filmbranche zurückgezogen hatte. Die Filmreihe gehört zu wenigen im Actiongenre in denen vorrangig Frauen den Ton angeben und das nicht gerade zimperlich. Michelle Yeoh stieg seinerzeit nicht umsonst zu den beliebtesten weiblichen Actiondarstellern in Asien auf, ein Ruf den sie sich hart erarbeitet und das wird auch in diesem Film gut deutlich.

„Royal Warriors“ ist ein simpel gestrickter Actionfilm und verläuft nach Schema-F, das steht dem Unterhaltungswert aber nicht im Wege. Die Geschichte dreht sich um drei Polizisten die von einem Einsatz aus Tokio zurückkehren. Auf dem Rückweg werden sie im Flieger Zeuge eines Attentats, bei dem ein Verbrecher auf dem Weg zu seinem Prozess von seinen Kumpanen befreit werden soll. Die Cops (Michelle Yeoh, Michael Wong & Hiroyuki Sanada) vereiteln den Überfall und stoppen zwei der Gangster. Doch die Angreifer operierten nicht allein, zwei weitere Mitverschwörer machen nach der Landung weiter Jagd auf die Polizisten und sind fest entschlossen ihre verschiedenen Freunde zu rächen. Jetzt geraten die Polzisten selbst in die Schußbahn, wobei zuerst die Familie des japanischen Polizisten Yamamoto (Hiroyuki Sanada) Opfer des Vergeltungsschlages wird. Die drei Polizisten sind jetzt fest entschlossen die zwei verbliebenen Gangster dingfest zu machen, auch wenn sie dafür die Gesetzte brechen müssen…

Die Geschichte von „Royal Warriors“ ist denkbar einfach und konzentriert von Anfang an ausschließlich auf Action. Davon gibt es im Film reichlich und kann sich wirklich sehen lassen. In erster Linie wird dabei Gebrauch von Händen und Fäusten gemacht, doch auch Schußwechsel und Verfolgungsjagden sind an der Tagesordnung. Das Tempo bleibt erfreulicherweise über die gesamte Laufzeit hoch, weshalb es kaum stört das der Plot um die Gangstergruppe nur schemenhaft beleuchtet wird. Auch die Charakterisierung der Figuren reduziert sich auf ein Minimum und geredet wird sowieso nur wenns unbedingt sein muß. Nostalgiker werden jedenfalls einiges zu staunen haben, dank eingängiger Synthie-Mucke und anderen geschmacklichen Entgleisungen wie die abgefahrenen Klamotten kommt richtig 80’er Jahre Feeling auf.

Die Essenz des Filmes sind ohne Frage die fetzigen Martial Arts Szenen, welche sich am rauen Stil dieser Zeit orientieren und daher nicht gerade zimperlich ausfallen. Besonders spektakulär hebt sich der Auftakt im Flugzeug hervor, bei dem auf engsten Raum Schläge und Tritte verteilt werden das die Schwarte kracht. Auch nicht ohne ist die Verfolgungsjagd durch Hongkong, mit allerlei Blechschäden und coolen Stunts. Später gibt es auch noch eine nette Ballerorgie in einer Bar, wo nicht nur reichlich Glas in die Brüche geht.

Besonders Michelle Yeoh (u.a. Tiger & Dragon), hier noch am Anfang ihrer Leinwandkarriere und Hiroyuki Sanada (Ninja in the Dragons Den, Rush Hour 3) fallen durch ihre beachtliche Performance auf. Dabei ist aber weniger das grundsolide aber nicht sonderlich spektakuläre Schauspiel gemeint, sondern der physische Einsatz Beider Darsteller. Michelle zeigt einmal mehr dass sie artistisch einiges auf den Kasten hat, was gut in die Choreographie eingearbeitet wurde. Sanada im Gegenzug ist bekanntermaßen ein klasse Kämpfer und darf ziemlich eindrucksvoll hier reihenweise Gauner vermöbeln. Enttäuschend fällt lediglich der Part von Michael Wong aus, denn der bekommt eigentlich nicht viel mehr zu tun als Michelle Yeoh ständig den Hof zu machen als wäre ein pubertierender Schuljunge.

Fazit:
„Royal Warriors“ ist ein gelungener Cop-Thriller aus Hongkong, welcher insbesondere aufgrund der knackigen Martial Arts zu empfehlen ist. Unterdessen ist der Streifen zwar etwas in die Jahre gekommen, was dem Unterhaltungswert aber kaum schadet. Im Vergleich zu In the Line of Duty 4 fällt der Auftakt der Filmreihe zwar ein kleines Stück ab, ist aber wiederum ein Stück besser als die mittleren Fortsetzungen.

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