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Mystery Science Theater 3000 - The Movie (1996)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 06.02.2006, seitdem 1137 Mal gelesen


For those about to trash…

“Mystery Science Theater 3000” ist und war handgemachter Kult.
Eine Anarchosendung, die schlechte Filme nicht auf sich und ihren Unzulänglichkeiten beruhen ließ, sondern sie auch noch anprangerte und verwurstete, ohne jedoch ihre Liebenswürdigkeit mit diesen Perlen des Schunds zu verlieren.

Leider gibt es in deutscher Fassung davon nur den Kinofilm zu betrachten und auch der ist langsam rar geworden. Kann man das, was dort nun präsentiert wird, jetzt komisch oder nur absonderlich finden? Oder muß man mit der Muppet Show und Rocky Horror groß geworden sein, um so etwas wirklich lustig zu finden.
Helfen würde es.

Umkränzt von einer grenzdebilen Rahmenhandlung rund um den verblödeten Piloten Mike Nelson und seine noch beknackteren Roboterkumpane, die in einem Raumschiff durchs All driften und den Tücken ihres Entführers Dr.Clayton Forrester wehrlos ausgeliefert sind, indem sie sich (allerdings mit einigem Amusement) ständig die schlechtesten Filme der Welt ansehen müssen, wird in jeder Folge ein Schundklassiker präsentiert, den man in der besten auftreibbaren Fassung genießen kann, allerdings mit dem Unterschied, dass Mike und Kumpanen am unteren Bildrand in einer faksimilierten Kinoreihe als Schattenriß sichtbar sind und ununterbrochen den Film (bzw. seine Fehler) kommentieren.

Von Erwähnungen und Veralberungen kompletten Blödsinns über technische Fehler, tricktechnische Unzulänglichkeiten bis zu Dialogen des Grauens wird dort alles durch den Kakao gezogen, was nicht niet- und nagelfest ist.
In diesem Fall heißt das Opfer „This Island Earth“ aka „Metaluna 4 antwortet nicht“ und ist teils Schundfilm, teils Klassiker, je nach Anspruch.
Der Film kommt hier in einer gekürzten Fassung auf die Leinwand, vor allem der Mittelteil in der wissenschaftlichen Forschungseinrichtung wurde geschnitten.

Was jetzt die Synchro aus dem Streifen gemacht hat, muß natürlich jeder für sich entscheiden, auf jeden Fall sollte man Fan von Oliver Kalkofe sein, dessen „Mattscheiben“- und „Frühstyxradio“-Humor hier seine Bahn bricht (er spricht einen der Roboter). Natürlich konnten nicht alle Originaljokes so belassen werden, so dass der TV-Humor deutscher Prägung öfters mal durchbricht. Auf gut Deutsch: die Tonspur ist ein gehöriger Quark, lässt aber Gags und Nieten in so rascher Frequenz ab, dass man den Film zweimal sehen muß, um wirklich alle mitzubekommen.

Absolute Voraussetzung ist eine gelöste Stimmung und Amüsierbereitschaft, wer sich über Albernheiten echauffiert, kann auch gleich „Thelma und Louise“ gucken. Das ist kommentierter Quatsch zehnter Potenz und als solcher sollte er auch genossen werden.
Hin und wieder wundert man sich, dass nicht noch mehr kommentiert wurde, aber insgesamt fällt das Ergebnis höchst vergnüglich aus.
Die Rahmenhandlung bzw. die zwischenzeitlichen Unterbrechungen sind dagegen gewöhnungsbedürftig, aber immerhin so kurz, dass man sie irgendwo zwischen Muppets und Fraggles ablegen kann (vorzugsweise bei „Hirnies“).

Definitiv DER Film zum Für-die-Party-Vorwärmen (eher Jungs als Mädchen!) neben Schoten wie „Kung Pow“ oder „The Man who saves the world“. (8/10)


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