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Dawson's Creek [TV-Serie] (1998)
Eine Kritik von Red Shadow ® (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 25.09.2004, seitdem 725 Mal gelesen
Was sind die Voraussetzungen, um an „Dawson’s Creek“ Gefallen zu finden??
Sich jeden Tag den „goldenen Schuss“ „GZSZ“ in die Venen zu jagen??
Oh nein, Gott bewahre!
Eine Vorliebe für kitschige Klischee-Schnulzen??
Auch das nicht!
Na ja, was ist nun das Geheimnis??
Im Grunde nichts weiter als die Fähigkeit ohne Vorurteile ein paar Episoden zu gucken und sich dabei eingestehen zu können, dass die behandelten Themen wie Liebe, Freundschaft, Glauben oder Zukunftsängste jeden von uns betreffen, egal ob jung oder alt. Alles andere ergibt sich von selbst.
Der Schöpfer der Serie ist Kevin Williamson (Scream, Halloween H20), dessen eigene Jugendzeit als Grundlage für „Dawson’s Creek“ dient.
Was diese Serie so entscheidend von dem Standard hervorhebt, ist die Tatsache, dass Williamson Genrekonventionen aufbricht. Tiefgründige Charaktere, überwiegend kreative Storys und das Niveau der Dialoge, wobei der sarkastische Wortwitz nicht fehlt sowie die scheinbar unendliche Palette von Thematiken, heben die Serie auf eine qualitativ hochwertige Ebene. Ergänzt man die Umstände mit der beeindruckenden Portion an Realismus, ist man der Magie von „Dawson’s Creek“ sehr nahe. Jedes Ereignis oder Geschehen ändert bzw. prägt die Charaktere spürbar. Der Betrachter wächst mit den Jugendlichen auf und erlebt deren Entwicklung, weshalb sehr schnell eine emotionale Bindung entsteht.
Daraus resultieren viele Identifikationsmöglichkeiten, ähnlich einem Deja-vu-Erlebnis. Gerade deshalb ist die Serie altersunabhängig attraktiv, es werden mehr oder weniger aktuelle Erinnerungen geweckt. Die Vielfalt an Zielgruppen ergibt sich auch aus der geistigen Reife der Hauptpersonen, wobei in diesem Zusammenhang das Alter von 16 Jahren ein wenig übertrieben erscheint. Ob Dawson (James van der Beek), ein Idealist, Filmfan, der in einer eigenen Traumwelt Regie führen möchte, aber des Öfteren mit der harten, bitteren Realität konfrontiert wird oder die äußerst intelligente, liebenswürdige und wortgewandte Zynikerin Joey (Katie Holmes); alle sind auf ihre Art interessant. Ferner dürfen Jen (Michelle Williams), Andie (Meredith Monroe), Pacey (Joshua Jackson) oder Jack (Kerr Smith) nicht unerwähnt bleiben, jeder hat seinen festen Platz verdient, denn nur im Kollektiv funktioniert das Zusammenspiel.
Sympathie und Antipathie stehen ohnehin im Wechselverhältnis. Die Figuren könnten unterschiedlicher nicht sein und der Reiz an den verschiedenen Mentalitäten und Vorgehensweisen ist groß, die realistischen Lebenssituationen gleichen nahezu einem großartigen, argumentativen Duell diverser Standpunkte. Der Ausgang ist stets offen, sodass die Vorfreude und Erwartung grenzenlos ist, wenn der Titelsong „I don’t want to wait“ von Paula Cole erklingt.
Ein netter Nebenaspekt für Filmfans, ist die geteilte Leidenschaft seitens Dawson, der Videoabende mit Joey genießt, selbst Regie führt und wunderbar kritisiert und analysiert. Er ist ein wahres „Review-Monster“. Genüsslich sind die Besprechungen auch deshalb, weil keine fiktiven, sondern real existierende Filme kritisiert werden, weshalb herrliche Anspielungen natürlich nicht fehlen.
Auch optisch bietet „Dawson’s Creek in vielerlei Hinsicht Großartiges. Der Raum Boston und Umgebung bzw. die Kleinstadt „Capeside“, bietet schöne Impressionen einer Küstenlandschaft, vermeintlich Neu Englands, was allerdings nicht richtig ist, da sich der Drehort Wilmington in North Carolina befindet. Darüber hinaus vermittelt die Kleinstadtidylle eine behütet fröhliche, unbeschwerte Stimmung.
„Dawson’s Creek“ sollte eigentlich jeden ansprechen, da die facettenreichen Charaktere, deren Erlebnisse, Probleme und Freuden garantiert Assoziationen hervorrufen. Die beinhalteten Thematiken und Geschehnisse sind allgegenwärtig und vermitteln Realismus pur, sodass schon bald ein emotionaler Bezug entsteht, dessen fesselnder Wirkung man sich schwer entziehen kann. Aber wer möchte das schon bei einem solchen Meisterwerk verhindern!? (10/10)
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