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No Country for Old Men (2007)

Eine Kritik von SquallX (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 12.03.2008, seitdem 625 Mal gelesen


Der Oskaranwärter des Jahres 2008.

Eine Mischung aus Krimi, Thriller, Road-Movie und Drama hat es dieses Jahr zum besten Film 2008 geschafft. Was steckt dahinter?

Ungewöhnlich ist, dass der Film fast völlig ohne Musik auskommt. Dadurch wirken die gezeigten Bilder umso intensiver und der Zuschauer wird durch das missen unnötiger Klänge voll auf das Geschehen gelenkt. Die sporadischen Schusswechsel wirken dadurch ebenfalls eindringlicher.

Hauptaugenmerk liegt auf Javier Bardem als psychopatischen Killer Chigurh. Er spielt seine Rolle außerordentlich gut. Seine Mimik stimmt von Anfang bis Ende, die Kaltblütigkeit und Rücksichtslosigkeit verkörpert er sehr gut, weckt aber trotzdem Sympathie beim Zuschauer.
Höhepunkte sind die Konfrontationen zwischen dem Killer und dem mit dem Geldkoffer flüchtenden Josh Brolin. Die leider recht wenigen Actioneinlagen haben es auf jeden Fall immer in sich. Allein die Waffen haben schon einen besonderen Anschauungswert. Die Schießereien sind kurz, bündig und spannend gehalten. Hier werden nicht tausende von Kugeln verschwendet. Treffer mit einer schallgedämpften Schrotflinte sind übrigens äußerst unschön anzusehen! Und auch die Wunden von anderen Schießeisen hinterlassen jede Menge Blut.
Gewürzt ist das Schauspiel mit zynischem Witz.

Leider ist der Erzählfluß sehr zäh.Die Geschichte wird nur schwerlich voran getrieben. Sehr häufig wiederholen sich die Schauplätze und zeigen das Geschehen aus Sicht anderer Charaktere. Erklärungen die hier fallen sind dem Zuschauer meist schon klar und somit unnötig.
Einige wichtige Ereignisse passieren im off, beispielsweise der Tod einiger Hauptcharaktere. Wer hier nicht aufpasst verliert schonmal die Übersicht. Dem ist mir geschehen.
Und auch der Schluss ist mehr als unbefriedigend. Handlungsstränge werden offen gelassen und lassen dem Zuschauer die Möglichkeit zu interpretieren, was soweit nicht schlecht sein muss. Dummerweise sind es die wichtigen Handlungsstränge, die die Geschichte am Ende dem Zuschauer überlässt.

Am Ende bleibt ein "Neo-Western" mit vielen langweiligen und überflüssigen Passagen, zu offener Handlung, guten aber wenigen Actioneinlagen und einem sympatischen Bösewicht, der in Erinnerung bleiben wird.

5 / 10


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