Eine Kritik von mr-movie (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 12.01.2009, seitdem 339 Mal gelesen
Definitiv ein Film der Sonderklasse, der bei mir den Status "Favorit" bereits nach den ersten 10 Filmminuten erhielt.
Verantwortlich dafür ist zum Einen die ergreifende Kameraarbeit, welche die Panoramen der trostlosen Tex-Mex-Landschaften exzellent einfing und mit wenigen klassischen POV's im Einklang mit bedachten Cuts eine atmosphärische Grundstimmung erzeugt, die bei der heutzutage modernen Wackel-Handy-Cam und MTV-Schnitttechnik fast schon seinesgleichen sucht.
Auf der anderen Seite sind da noch die Darsteller, welche für ihre Rollen sehr gut ausgewählt wurden. TOMMY LEE JONES verkörpert wie gewohnt souverän die titelgebende Hauptrolle, allerdings begleitet sein Charakter die Filmhandlung eher nebenbei, während der Nebendarsteller JAVIER BARDEM, der meiner Meinung nach zu Recht seinen OSCAR erhielt, neben dem mir sehr gut gefallenden JOSH BROLIN hauptsächlich am Geschehen beteiligt ist. WOODY HARRELSON tritt in einer "Minirolle" als Aufftragskiller auf, der sich kurzzeitig zwischen die beiden vorgenannten Charaktere stellt; sein Cowboy-Outfit ist gewöhnungsbedürftig, hat aber in Hinblick auf "Amerikanismus" eine deutliche Aussagekraft.
Ohne Frage ist der Film sehr kontrovers, was sich in den unterschiedlichen Reviews widerspiegelt, die ihren Standpunkt klar verdeutlichen. So ist zum Beispiel das Review von Bretzelburger (9/10) sehr ausführlich und bringt etwas Klarheit durch entsprechende Hintergrundinformationen bezüglich des amerikanischen Lifestyles, die nötig sind um die Aussage des Films nachvollziehen zu können.
Allerdings vertreten auch die kritischen Aussagen z.B. von art (3/10) bereichsweise einen durchaus nachvollziehbaren Standpunkt; die meisten Negativ-Reviews reiten aber zu sehr auf Kleinigkeiten herum oder sie haben den Film schlicht missverstanden (sie sollten sich den Film vielleicht noch ein zweites mal ansehen).
Die oft genannten Logikbrüche sind zu vernachlässigen und die Lauflänge ist nicht zu hoch, sondern maßgeblich für die Intensität.
Von daher kann man eigentlich nur jedem raten, sich selbst ein Bild von dem Film zu machen. Wenn einem das Thema, die Inhaltsangabe oder der Cast einigermaßen zusagt, lohnt sich ein Anblick allemal. Wie die positiven als auch negativen Reviews beweisen, bleibt jedenfalls ein prägnanter sowie diskutabler Eindruck zurück; wirklich enttäuschen kann er daher kaum.
Schulnote: 1+ (10/10)
meine persönlichen Empfehlungen in Bezug auf NO COUNTRY FOR OLD MEN
Tex-Mex-Atmo:
*Babel* / *From Dusk Till Dawn* / *Kill Bill: Vol.1+2* / *Harsh Times* / *The Way of the Gun* / *Kalifornia* / *U-Turn* / *Desperado*