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Diary of the Dead (2007)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 04.09.2011, seitdem 287 Mal gelesen


Früher setzte er Maßstäbe, heute kann George A. Romero (Zombie, Stephen King´s Stark) nur noch als eine Art Mitläufer bezeichnet werden, der seine Zombiereihe versucht der Neuzeit anzupassen. Während er sich beim Vorgänger "Land of the Dead" noch ganz gut aus der Affäre zog, geht es mit "Diary of the Dead" gen Durchschnittsbereich. Man merkte es schon an der Resonanz der Zuschauer, immerhin konnte Romero die Kosten sehr gering halten, das Budget wird auf rund zwei Millionen Dollar geschätzt. Und ähnlich dem Zombieschocker "Rec", sehen wir das ganze Geschehen durch eine teils sehr wackelige Kamera.
Eigentlich wollte Jason Creed (Joshua Close) mit Freundin Debra (Michelle Morgan) und seinen Freunden einen Horrorfilm drehen, doch plötzlich erfahren sie aus dem Radio von seltsamen Ereignissen. Tote scheinen wieder aufzuerstehen und machen als blutrünstige Bestien Jagd auf die Lebenden. Jason, Debra und die anderen machen sich zusammen auf den Weg in die Heimat, während der gesamten Reise lässt Jason seine Kamera laufen. Das Ende der Menschheit scheint in Sicht und auch in der Gruppe geht bald das große Sterben los.

Es ist immer das gleiche Szenario und dennoch kann man Romeros Zombiefilmen immer wieder etwas abgewinnen. Mag es an der Sozialkritik liegen, welche auch diesmal die Bestie Mensch an den Pranger stellt. Recht realistisch wird aufgezeigt, wie egoistisch der Mensch in solch einer Extremsituation reagiert und besonders wozu er fähig ist. Man wird gezwungen Familienmitglieder oder Freunde hinzurichten und richtig schlimm wird es, wenn man sich ans Töten gewöhnt hat. Deswegen gibt es auch wieder diverse Gestalten, die mit wahrer Freude Jagd auf die Untoten machen, ähnlich der traurig-lustigen Szenen in "Die Nacht der Lebenden Toten" oder "Zombie". Nur hat man irgendwann die Meckereien an Jasons Film satt, denn seine Freunde und besonders Debra kommen damit bis ins Finale nicht klar. So herrscht unter den dünnen Charakteren ständig dicke Luft und eine gelegentliche Dezimierung der Truppe, tangiert den Zuschauer überhaupt nicht. Nicht wirklich tiefgründig und interessant gestaltet Romero seine Figuren, wobei immer mehr Debra in die Rolle der potentiellen Überlebenden schlüpft. So werden mit einem alten Wohnmobil verschiedene Station wie ein verlassenes Krankenhaus, eine Tankstelle, oder das abgelegene Anwesen einer Amish-Familie abgeklappert.

In regelmäßigen Abständen trifft man auf Untote, die man mit Waffen aller Art oder zweckentfremdeten Gegenständen entgültig ins Nirvana schickt. Blutige Einschüsse, Durchbohrungen und das Abtrennen von Gliedmaßen ist in gesundem Maß vorhanden, wobei die Qualität der F/X ganz ordentlich ist, jedoch wurde auf die Hilfe von Animationen nicht verzichtet. Das Make up der Untoten sorgt für die nötige Bedrohung und das ein oder andere plötzliche Auftauchen kann schon mal eine kleine Gänsehaut verursachen. Dennoch ist der Spannungspegel höchstens solide und zwischen den Zombieattacken kann Romero Leerlauf nicht ganz verhindern. Etwas plump wirkt auch das Zusammentreffen mit der desertierten Nationalgarde, welche die Truppe beklaut, oder diese schwarzen Revoluzzer, die in ihrer Heimatstadt die Stellung halten. Das Finale findet dann in einer großen Villa statt, das üblicherweise offene Ende mit inbegriffen.
Mir persönlich wäre eine normale Optik lieber gewesen, denn nicht immer ist Jason mit seiner Kamera am Geschehen und oft sind die Sets schlecht ausgeleuchtet. Da er dies als Film zusammenschneidet, wird das Material mit Hilfe von Überwachungskameras ergänzt.
Die zweitklassigen Darsteller sind zumindest recht glaubwürdig, auf die prominentere Besetzung der Vorgänger muss man nämlich verzichten.

Dem Zuschauer fehlt einfach der richtige Bezug zum Film, was auch an den uninteressanten Figuren und der flachen Handlung liegt. Aber "Diary of the Dead" versteht es glaubwürdige Kritik am Verhalten des Menschen abzugeben, wobei die vielen Zombieattacken spannender sein müssten. Doch Untote und Goreszenen rücken etwas in den Hintergrund, somit versinkt der Film gerne mal in Geschwätzigkeit.


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