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Postal (2007)
Eine Kritik von Metalwrath (Bewertung des Films: 1/10) eingetragen am 12.11.2007, seitdem 769 Mal gelesen
Boll-Bashing scheint eine der beliebteste Aktivitäten in der Filmszene zu sein, was einerseits an den wirklich nicht berauschenden Filmen des deutschen Regisseurs und andererseits vermutlich auch an dessen Auftreten als Gesamtes liegt. Ich für meinen Teil habe auch keine allzu hohe Meinung von Bolls Charakter, möchte aber so objektiv wie möglich über seinen Film Postal, den er als besten seiner Werke und „witzigsten und wichtigsten Film der letzten zehn Jahre" (O-Ton) bezeichnet, berichten.
Ultrakontrovers und provokativ wird diese Videospielverfilmung vom Regisseur selbst bezeichnet. Doch was bedeutet provokativ überhaupt? Wikipedia sagt: Die Provokation (v. lat.: provocare; aus pro = hervor + vocare = rufen) ist ein oft bewusstes Reizen, das als Ziel hat, beim Gereizten Reaktionen hervorzurufen. Wenn ein müdes Kopfschütteln diese Reaktion sein darf, hat Uwe Boll sein Ziel voll und ganz erreicht. Boll möchte mit seinem Film diverse Missstände der Welt ansprechen, er möchte Dinge beim Namen nennen, die sonst niemand anzusprechen traut. Dabei steht der Terrorismus der Taliban an oberster Stelle der Verunglimpfung, was eigentlich auf ein Konzept mit Potenzial schliessen lässt, doch Uwe Boll macht hier praktisch alles falsch, was man nur falsch machen kann.
Auf die Story möchte ich gar nicht allzu lange eingehen, da sie so gut wie gar nicht vorhanden ist. Postal ist viel mehr eine Aneinanderreihung von Szenen, die nur entfernt miteinander zu tun haben. Allerdings sind die Ballerorgien des „Postal Dudes", der Hauptfigur im Film, sowieso nur das Füllmaterial neben den angeblich so derben Gags. Derbe Gags sind bei mir immer gerne gesehen und meinen Humor würde ich auch als ziemlich schwarz bezeichnen, so dass mir Postal laut Uwe Boll den Himmel auf Erden bieten müsste. Weit gefehlt! Sämtliche Talibanwitze waren für mich an Dummheit kaum zu unterbieten. Ein bisschen besser sind die Naziwitze, von denen es im Vergnügungspark Little Germany wimmelt. „Dr. Mengele's FIRST AID STATION" als Krankenhausbeschriftung entlockte mir sogar ein Schmunzeln - eines der wenigen beim Schauen dieses Werks. Aber sonst war das alles eher mau, von einer Provokation ist dieser Film meilenweit entfernt und ich frage mich immer mehr, für welche Zielgruppe dieser Film gedacht war. Boll wollte vermutlich dieselbe Kontroverse wie beispielsweise Borat auslösen, scheitert hier aber in jeder Hinsicht.
Wem könnte dieser Film gefallen? Sicherlich allen, die gerne Trashfilme schauen und dabei Spass haben. Dann gefällt Postal vermutlich auch denen, die sich bei Kraftausdrücken wie Schlampe noch auf dem Boden rollen vor lachen. Alle anderen Menschen auf dieser Welt, können die 100 Minuten mit Sinnvollerem - und sei es das Zählen von Sandkörnern am Meer - verbringen. Trotz einigen nicht ganz so dämlichen Witzen, die zusammengefasst vielleicht zwei Minuten des Films ausmachen, zeigt Postal, wie schlecht ein Budget von 15 Millionen Dollar investiert werden kann.
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