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Postal (2007)
Eine Kritik von alpha&omega (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 11.03.2008, seitdem 1017 Mal gelesen
Boll Werke sind bekanntermaßen alles andere als opulenter Mainstream und wissen vor allem durch einen mehr oder minder intendierten Trashfaktor, zu glänzen.
Einiges hat Herr Boll schon dem Publikum an lebenszeitraubenden Filmschrott präsentiert und ob dies mit
POSTAL
nun anders werden soll, das soll die folgende Rezension näher beleuchten...
Die Story:
Der Dude (Zack Ward) ist ein echter Looser. Weder privat noch beruflich läufts bei ihm gut. Seine fettleibige Frau betrügt ihn und einen Job hat er auch nicht. Außerdem wohnt er in einem siffigen Kaff namens „Paradise“, was er schleunigst verlassen will. Aber wie ohne Geld? Der Dude sucht Rat bei seinem Onkel Dave (Dave Foley), der eine Weltunterganshippiesekte leitet und auf sexuelle Eskapaden mit großbrüstigen Frauen schwört. Doch Onkel Dave hat ziemlich Stress an der Backe mit dem Finanzamt und kann dem Dude nicht wirklich finanziell unter die Arme greifen. Beiden kommt jedoch der ultimative Plan, um alle Geldsorgen zu beseitigen: Sie wollen die begehrten „Krotchy-Dolls“ klauen, um sie selbst teuer zu verscherbeln! Leider haben es aber nicht nur der Dude und Onkel Dave auf die gewinnversprechenden Puppen abgesehen, sondern auch Osama Bin Laden samt seiner Talibanmiliz. Osama plant nämlich einen teuflischen Terroranschlag auf die U.S. and A., mittels der possierlichen Phalluspüppchen...
Wenn das mal keine trashige Story ist. Man könnte fast glauben, dass sie von TROMA Gründer Lloyd Kaufmann höchstpersönlich stammt. Endlich besinnt sich Uwe Boll auf das was er scheinbar am besten kann, nämlich einen wahren Trashfilm zu drehen. Weitab von den gescheiterten filmischen Konventionen, die er ansonsten mit seinen stumpfsinnigen Streifen (DUNGEON SIEGE-SCHWERTER DES KÖNIGS bspw.) eingegangen ist, tobt sich Boll in POSTAL herrlich aus, ohne sich einen feuchten Dreck darum zu scheren, was political correct ist oder auch nicht. POSTAL generiert ein Bild vom heuchlerischen und gewaltgeilen Amerika und ist sich nicht zu Schade, dies auch maßlos überkarikiert und tabulos dem Publikum auf die Linse zu knallen! Boll zeigt mit POSTAL für einmal wahre Größe und entzieht sich intendiert von der gängigen Hollywoodkost und versucht nicht, ihr halbherzig nachzukommen.
Natürlich bekommen viele den cineastischen Brechreiz bei POSTAL, denn wirklich gut spielt keiner der Darsteller, die Story ist oberflächlich gesehen zum Heulen scheiße, geschmacklos und absurd und die Action ist einfach nur Boll billig. Diese Faktoren lassen jedoch dem geneigten Zuschauer das Herz höher schlagen und eine Aussage, wenn auch keine tiefgründige (aber zumindest wahre), in Bolls POSATL, erkennen!
Fazit:
Ein Film in der Tradition von TROMAS TOXIC AVENGER, der vor einer trashigen Atmosphäre nur so strotzt! POSTAL ist einfach nur Scheißgeil!!!
Mutig Herr Boll und bitte weiter so!
9 Punkte
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