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Ansicht eines Reviews
Postal (2007)
Eine Kritik von VIRUS (Bewertung des Films: 3/10) eingetragen am 27.04.2008, seitdem 287 Mal gelesen
Mal unabhängig davon, wie ich die Person Boll sehe, möchte ich an dieser Stelle versuchen, "Postal" so unbefangen wie möglich zu reviewen...
Zu Beginn war ich wirklich gespannt, als ich davon hörte, dass das Computerspiel Postal verfilmt werden sollte, und war auch eher skeptisch, was eine Freigabe und DVD-Auswertung anging, aber das Endprodukt ist in meinen Augen doch recht harmlos ausgefallen.
Die Geschichte zu Postal lasse ich jetzt mal außen vor, und komme gleich zur Bewertung.
Mein erster Eindruck (erstes Viertel des Films) war wirklich sehr positiv. Postal sieht Technisch und von den Kulissen und der gesamten Optik wirklich professionell aus. Sicher war zu diesem Zeitpunkt schon offensichtlich, dass der Film zu keinem momumentalen Machwerk werden würde, aber zu einer ganz netten platten Komödie mit Titten und Gewalt, was in den richtigen Momenten ja auch ganz nett sein kann. Jedoch lässt das Tempo in Postal doch recht zackig nach, was zur Folge hat, dass der Film langweilig wird, da ändern auch Titten nix dran.
Die Story von Postal ist recht einfach gehalten, die Idee, mehrere Personen/Handlungsstränge parallel laufen zu lassen ist zwar nett, verläuft jedoch aufgrund des Mangels an erzählerischer Kompetenz des Regisseurs in der Belanglosigkeit. Hier tauchen in meinen Augen wieder Parallelen zu meinem gernzitierten Jochan Taubert auf, der hat ein ähnliches Talent im Aneinanderreihen von Szenen, lediglich noch etwas schlechtere Drehbücher und natürlich viel weniger Budget.
Das dickste Minus verleihe ich Postal jedoch aufgrund der durch den ganzen Film gestreuten (und zuvor in Reviews und Pressetexten angesprochenen )"Provokationen", die in meinen Augen einfach nicht aufgehen. Alles wirkt zu überzogen, zu gewollt lustig, als Zuschauer wird man quasi mit der Nase in die Pointen gestumpt, erkennt diese auch als solche, aber es ist einfach nicht lustig/provozierend, sondern eben einfach nur platt. Höhepunkt der berechneten Geschmacklosigkeiten ist Bolls Rolle als "himself" und als Inhaber des durch Nazi-Gold finanzierten Themenparks "Little Germany". Oh mann, wie nötig muss man es haben? Gastauftritte der Regisseure gibt es ja in vielen Filmen, doch so dreist, sich selbst die Bedeutung zuzuschreiben, seine eigene Person als Rolle in den Film einzubauen, ist nur Boll. Des Weiteren ist dies auch nur ein weiteres Beispiel dafür, wie überzogen versucht wird, mit dem Film anzuecken und durch den Tabubruch Humor erwirken zu wollen, wieder zu plakativ und offensichtlich total kalkuliert.
An anderen Stellen versucht der Film wirklich, mit primitivstem "Scheisse/Kotze/Ficken"-Humor die Lacher auf seine Seite zu kriegen, dass selbst ein "American Pie" sich fremdschämen würde (Flotter Dreier mit 2 Cops und fetter Frau, anyone?)
An dieser Stelle ist noch Ralf Möller zu erwähnen, wie will der als Schauspieler jemals ernstgenommen werden, wenn er an solchen Machwerken beteiligt ist?
Fazit:
Postal fängt ganz gut an, sieht auch gut aus, aber manövriert sich durch seine überzogene Darstellung, die absolut durchschaubaren Scherze und die ebenso offensichtliche Absicht zur Provokation selbst ins Abseits.
Aber eventuell zähle ich auch einfach nicht zur Zielgruppe des Streifens, ehrlich gesagt glaube ich dass jüngere Knaben zwischen 13 und 17 mit dem Film und ein Paar Alkopos eine Mordsgaudi haben könnten.
Daher, und aus Gründen der Fairness, vergebe ich keine 1/10.
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