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Postal (2007)

Eine Kritik von c.funke (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 24.11.2008, seitdem 313 Mal gelesen


Postal (Directors Cut)
(Splendid film)

Die Filme Uwe Bolls sind bekanntlich Geschmackssache. Mit einem zum Teil beachtlichen Ausschuss an Produktionen (alleine in den letzten 18 Monaten brachte er sieben Filme auf den Markt) gelingt es ihm selten, sein Talent voll zu entfalten; dass er wesentlich mehr könnte, als er zeigt, kann man jedoch an vielen Stellen erahnen (Seed zum Beispiel erschuf eine zum Teil wirklich hervorragende Atmosphäre, Bloodrayne II huldigte ironisch und auf umwerfende Art dem Italo – Western).
Nun gilt es Postal (hier endlich im lange erwarteten 12 Minuten längeren Directors Cut) zu bewerten. Es handelt sich mal wieder um eine seiner zahlreichen Spieleadaptionen, wobei hier die Art des Spieles den Grundtenor des Filmes vorgibt. Selten erblickte ein solch respektloses und überspitztes PC – Game das Licht der Welt. In wie weit sich nun ein seine Gegner anpinkelnder, Katzen als Schalldämpfer missbrauchender Hauptprotagonist als Identifikationsfigur eignet, sollte sich zeigen. Eines vorweg, Uwe Boll liefert einen überraschend ironischen, teils satierisch überbordenden Film ab, der an keiner Stelle Ernst genommen werden darf/ soll. Hier bekommt jeder seine filmische Abreibung, dass dabei teils die Grenzen des guten Geschmackes meilenweit überschritten werden, stört nur bei genauerer, intellektueller Betrachtung. Schaltet man jedoch als Konsument sein Hirn für zwei Stunden auf Spargang, um sich einfach nur böse unterhalten zu lassen, ist man mit Postal sehr gut bedient!
Erzählt wird hier die Geschichte des Verlierers Dude (Zack Ward, seines Zeichens Boll-Stammdarsteller), der chronisch pleite versucht, aus dem Kaff Paradise zu verschwinden. Dies soll ihm mit seinem Onkel Dave gelingen, der hauptberuflich Guru ist. Gemeinsam wollen sie die begehrten Spielzeugpuppen „Krotchy – Dolls“ klauen, um selber an ihnen Geld zu verdienen. Allerdings ist auch Osama Bin Laden auf diese Figuren scharf, da er mit ihnen einen gemeinen Terroranschlag plant. Dazu gesellen sich noch kleinwüchsige Schauspieler mit Größenwahn, Boll himself als tumber Regisseur, knapp bekleidete, großbusige Kampfamazonen und eine treulose, fettleibige Ehefrau, um das Chaos komplett zu machen. An Hand dieser knappen Beschreibung merkt man schon, dass hier nicht gerade zimperlich in die Zutatenkiste gegriffen wurde. Mit dem Spiel hat der Film auch nur noch die Charaktere gemein, ansonsten wird hier gealbert, bis der Verstand aussetzt. Wie eingangs erwähnt, ist es dabei, um Spaß zu haben, notwendig, die Hirnaktivität auf ein Minimum zu beschränken, dann allerdings (auch mit Hilfe alkoholischer Getränke und einer Runde guter Kollegen) funktioniert Postal hervorragend.
Die vorliegende DVD ist neben einem schönen Papp-Klappschuber noch mit reichlich Bonusmaterial ausgestattet. So finden sich neben neuen Audiokommentaren noch einige Features, Behind the scenes, einer Gag Reel, geschnittenen Szenen noch ein Musikvideo auf der DVD.
Postal ist in meinen Augen ein echt unterhaltsamer Film, der nichts ernst nimmt, und eine Ausnahmerolle in dem schaffen des Regisseurs ausmacht.

CFS


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