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Another Meltdown (1998)

Eine Kritik von Chili Palmer (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 08.11.2006, seitdem 552 Mal gelesen


Zu Hülf, jetzt drehen die Chinesen auch noch Ostblock-Actioner!

Nun, wenigstens tun sie es mit wesentlich mehr Elan als ihre westlichen Pendants, und viel mehr verlangt man ja auch gar nicht.
Von der deutschen Synchro liebevoll im Porno-Stil vertont (gleich die Titeleinblendung reizt zum Lachen, denn „Another Meltdown“ wird uns von einem eher mäßig motivierten Sprecher als „noch ´ne Katastrophe“ verkauft, so dass man glaubt, gleich stürme Heinz Erhardt ins Bild), liefert der Film ein garantiert unoriginelles, aber versiert drauflospolterndes Spektakel.

Handlung? Doch, es gibt eine.
Gleich in der Eingangsszene zeigt sich unser Held Arthur so renitent gegenüber Terroristen und Vorschriften, dass er erstmal auf die Strafbank, sprich, in ein putschgefährdetes former-sowjet-country geschickt wird. In Lavernia (für Geographie-Unkundige: Das liegt zwischen Syldavien und Bordurien) angekommen, entfaltet sich dann das volle Drama, welches für Arthur unter anderem einen ziemlich miesgelaunten japanischen Terroristen, den obligatorisch trotteligen Partner sowie seine alte Flamme Tammy bereithält. Letztere fürchtete damals zur Zeit der Kulturrevolution um ihr Leben und verließ China, weswegen Arthur ihr beim Wiedersehen auch erstmal massive disrespect entgegenbringt. Feiges Huhn. Zu dumm, dass seine Gefühle für sie jedoch immer noch stark sind, weswegen er auch an akuter Flashbackitis leidet. Immer wieder erinnert er sich an die gemeinsame pastellfarbene Kindheit zurück, wenn er zwischen zwei Prügeleien zum Luftholen kommt.

Mehr gibt es zum Inhalt nicht zu sagen. Das Augenmerk liegt auf Krawall, und davon gibt es so reichlich, dass sich amerikanische Ostblock-B-Movies zum Schämen in die Ecke stellen dürfen.

Also, bevor man Steven Seagal zum fünfhundertsten Mal eine Chance gibt (das wird nichts mehr, sage ich), sollte selbige lieber launigen Heulern wie „Another Meltdown“ gegeben werden. Rasantes Tempo, rasante Action, rasant wieder vergessen. Die filmische Entsprechung zu chinesischen Instantnudeln. Heiß machen und runter damit.


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