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Helden der Nacht (2007)
Eine Kritik von Schalentier (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 17.10.2009, seitdem 244 Mal gelesen
Sicherlich bietet das ein oder andere Drehbuch ähnlich gearteter Filme mehr Wendungen und deutlich mehr Aktion, doch die oftmals geäußerte Kritik an der Story kann ich bestenfalls im Ansatz nachvollziehen. Dreht es sich doch in vielen Cop-Thrillern um Korruption in den eigenen Reihen, steht bei Helden der Nacht schließlich das Einzelschicksal des anfänglichen Lebemannes und Polizistensohns Bobby (Phoenix) im Vordergrund, der sich letztlich zwischen die Fronten ziehen lässt... - und daraufhin selbst am Druck zu zerbrechen droht und dessen Beziehung zu seiner Lebensgefährtin (Mendes) aus den Fugen gerät.
Zunächst protzig, leichtfertig und ignorant, später pflicht- und schuldbewusst, verängstigt, verschlossen und in sich zerrissen... - wie bereits erwartungsgemäß spielt Joaquin Phoenix seine Rolle treffend und zeigt seine überdurchschnittliche schauspielerische Klasse. Und auch die übrigen Akteure einer namhaften Besetzungliste spielen überzeugend. Dazu bietet uns Regisseur James Gray eine stimmige Inszenierung: düster und bedrückend, doch immer noch ohne den Einsatz übertriebener Stilmittel oder Aktionszenen glaubhaft. Mein persönliches Highlight: die Verfolgungsjagd aus Sicht der Hauptperson im strömenden Regen! Diese kommt mal ganz anders ohne Explosionen und blächernder SFX daher, stattdessen schaut man über die Schulter des Fahrers auf die in blasse Farben getauchte Straße und fühlt sich hautnah dabei, wenn vor den Augen Bobbys das Chaos losbricht. Für mich ein "kleiner Leckerbissen".
Auch wenn die Story für dem einen oder anderen zu platt erscheinen mag, bietet Helden der Nacht recht viel und deutlich mehr als viele andere Cop-Thriller! Es geht um die Rolle als schwarzes Schaf der Familie, Familienbande, Loyalität, Verbrechen, Stolz, Liebe und Rache. Wer jedoch einen reinen Thriller mit Cops und Gangstern sowie vielen Shootouts sehen will, wird sichlich weniger gut bedient. Wem der Sinn nach mehr steht und wer das Genre mag, sollte aber allemal einen Blick riskieren. Zwar kein Meisterwerk, doch von mir gibt's noch ordentliche 6 Punkte mit ganz deutlicher Tendenz zu 7 Punkten.
6/10
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