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Rush Hour (1998)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 27.03.2005, seitdem 474 Mal gelesen


Jackie Chans erster großer und geglückter Versuch, in Amerika Fuß zu fassen, verschlägt ihn auch auf der Leinwand nach Westen, um dort eine entführte Konsulatstochter aus den Händen eines asiatischen Gangsterbosses zu befreien.
Und wie das in Buddy-Komödien so üblich ist, bekommt er dort als Kollegen prompt das charakterliche Gegenstück James Carter (Chris Tucker) vorgesetzt, mit dem ihn lediglich der Fall zusammenschweißt.

Ein Buddy-Movie steht und fällt seit jeher mit der Chemie, die unter den Hauptdarstellern herrscht, und die ist in „Rush Hour“ durchaus vorhanden. Asiatische Benimmschule trifft schwarzes Plappermaul – es sind bekanntlich Gegensätze, die sich anziehen, auch wenn das hier etwas dauert, weil Verständnisschwierigkeiten zunächst vorprogrammiert sind. Lee will eher mit Köpfchen und nach Vorschrift vorgehen, während Carter immer wieder offene Türen einrennt. Dabei kommt es gehäuft zu witzigen Einspielern, deren Witz meist durch das falsche Interpretieren des amerikanischen Umgangstons seitens Lee zustande kommt.

Von Tucker kann man halten, was man will (ich persönlich kann ihn nicht ausstehen), aber nach zu geschwätzigen Anfangsminuten hält er sich sogar überwiegend zurück, sodass sein permanentes Overacting gar nicht so ins Gewicht fällt. Jackie Chan, nicht gerade als großartiger Charakterdarsteller bekannt, hat dennoch kaum Probleme, Tucker an die Wand zu spielen, wobei ihm seine wie immer selbst durchgeführten und auch hier äußerst ansehnlichen Stunts natürlich behilflich sind.

Die Geschichte kann man da getrost in die Tonne treten, da sie weder Neues bereithält, noch sonderlich überraschend ist. Dass ein kleines Mädchen in solch einem Film immer gerettet wird, dürfte klar sein, ansonsten sind auch die Charaktere von unfähigen Streifenbullen, die eine verdeckte Ermittlung auffliegen lassen, bis hin zu arroganten FBI-Agenten hinlänglich bekannt. Überdies hätte ein charismatischerer Bösewicht mit mehr Screentime dem Film gut getan.

Bleibt unterm Strich ein ordentliches Buddy-Movie, das sich sowohl in den Vereinigten Staaten, als auch hierzulande als echter Kassenmagnet entpuppte, wohl am ehesten aufgrund Tuckers Anziehungskraft aufs MTV-Publikum. Für alle, die von Murphy und Co. noch nicht genug haben, durchaus sehenswert, aber letztendlich nur eine Actionkomödie unter vielen.


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