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Rush Hour (1998)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 02.04.2002, seitdem 712 Mal gelesen


Und noch ein Actionfilm, den Nervtöter Chris Tucker als Ballerkreische zugrunde richten kann. Ganz so schlimm ist es dann doch nicht geworden, aber das liegt mehr an seinem schüchternen Co-Star Jackie Chan, der zeigt, wie wenig Overacting nötig ist, um Wirkung zu erzielen.

Dabei ist das vergleichsweise zahm, was Brett Ratner hier zusammenbraut, zumindest für einen Chan-Film, aber für ein Buddy-Movie muß auch zuallererst die Chemie stimmen und die ist hier völlig intakt.
Dabei passen die beiden Protagonisten natürlich (skriptgemäß) gar nicht zueinander, arbeiten aber im Verlauf des Films immer enger zusammen, bis sie am Ende den großen Erfolg einfahren.

Die Storyline rund um die Entführung einer Botschaftertochter ist dabei natürlich recht simpel, wobei anzumerken ist, dass sie hauptsächlich durch das Gegeneinanderarbeiten von Tucker und Chan noch zusätzlich kompliziert wird.
Es entwickeln sich die üblichen Kulturkreisscherze innerhalb des Duos, doch leider wird Tucker zu oft unmäßig von der Kette gelassen, grell im Eddie-Murphy-Mode, der zu oft überzogen wirkt, um zwischendurch dann einen überzeugend ernsten Polizisten abzugeben.
Immerhin weiß aber Ratner dankbarerweise, wann es mit Tuckers Eskapaden reicht.

Das Skript wirkt manchmal arg bemüht, wenn nicht total einfallslos, wenn Tucker etwa ohne Plan und ohne Sinn ein konspiratives China-Restaurant entert und binnen Minuten hoffnungslos in der Scheiße sitzt. Also quasselt er sich einen Wolf, um die Zeit zu überbrücken, bis Chan ihm endlich zu Hilfe kommt.

Auch fehlt dem Ganzen ein überzeugender Schurke, denn Wilkinson wird überdeutlich unauffällig vorgeführt, ist aber weder jung noch böse genug, um für Chan einen ordentlichen Gegner abzugeben. So überrascht dann die Showdownpaarung Chan/Wilkinson und Tucker/Asia-Killer doch sichtlich und führt zu einem hervorragenden, wenn auch logisch stark erzwungenen Stunt.

Die in ständigen Abständen eingeschobenen Kämpfe sind dann auch das Beste am Film, wenn sie auch neben zahlreichen witzigen Einfällen relativ zahm bleiben. Geradezu ärgerlich blöde und ignorant wieder mal das FBI, eine notwendige Idee, wenn die Hauptcharaktere schon dauernd Pannen bauen.

So bleibt eine unterhaltsame, aber doch eher durchschnittliche Melange aus moderner Action und 80er-Jahre-Vorbildern übrig, die durch ein paar Highlights hochgehalten wird.
Passabel, aber keinesfalls großartig. (6/10)


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