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Transformers (2007)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 25.12.2007, seitdem 683 Mal gelesen


Unterhaltung. Unter-Haltung? Haltung bewahren! - die soldatische Maschinenpflicht erfüllen im Freiheitskampf; Aufrichtigkeit; den Tod eines Maschinenkameraden mit einer Motorölträne beweinen (metaphorisch jetzt). Großgütiger! Die Güte der transformatorischen Autobots ist so gütig, so richtig gütig, dass die Güte der Menschheit den zerkratzten Lack ihrer Antlitze glatt wieder glatt poliert. Auch metaphorisch gesprochen, denn in Wirklichkeit tragen sie doch hie und da Blessuren aus den materialischen Kämpfen mit den bösen Decepticons davon, diesen Robotern, die die menschliche Güte nicht erspüren. Die Autobots jedoch sind durch und durch amerikanische Maschinen. Vor geistigen Augen erheben sich metallische Monumentklötze in Freiheitsstatuenpose.

Manch einer mag sich vielleicht noch seiner Kindheit erinnern, wie so ein Transformer auch dem Inventar des eigenen Kinderzimmers angehörig war. Wirklich praktisches Spielzeug für kleine Jungs. Eben war es noch ein Matchbox-Auto und jetzt, dreimal geschraubt, ist es so eine Actionfigur. Marketingstrategen bastelten Zeichentrickserien drum herum und manch einer könnte meinen, dass die Geschichte nichts zur Sache tue. Großdoppelplusgütiger, das tut sie wahrlich nicht, ganz gleich ob sie gefühlte zwanzig Charaktere beherbergt und narrativ dicker aufträgt, als der Story-Wanst breit ist. Aber Michael-Bay-Roboter wollen mir ernstlich den Wert des Humanen vor Augen führen. Um dem Entgegensteuern in der überwiegend verzagten Mensch-Maschine-Beziehung des Kinos, die von Zeitgenossen wie Terminatoren oder künstlichen Intelligenzen, den unterlegenen Homo Sapiens als Batterie aussaugend, gebrandmarkt ist, wahrhaftig aber Nachdruck zu verleihen, bedürfte es gar nicht einmal eines "Ghost in the Shell"-philosophisch vertrackten Scharfsinns, sondern nichts weniger als der Glaubwürdigkeit.

Die erübrigt sich natürlich von selbst. So sehr das Sujet allerdings dann danach bettelt, als Trash behandelt zu werden, wenn der US-Verteidigungsminister höchstpersönlich mit der Pumpgun die Luft verbleit, wenn die Bots wie Kinder sich im Vorgarten zu verstecken gedenken und mit ihren tapsigen Metallärschen alles einreißen, was nicht niet- und nagelfest ist, wenn Asteroiden einschlagen und Bay-selbstbeweihräucherische Sätze fallen: "Das ist hundert mal cooler als 'Armaggedon'!" et cetera et cetera et cetera… - so sehr der Film also danach schreit: "Ich bin strunzdumm, ich will nur unter-halten!", ziert er sich doch bisweilen mit unübersehbarem Pro-Army-Kriegsgebrüll.

Gar nicht sind es die zerstörerischen Robomatches, es ist insbesondere die Militärgeräteparade, die nervt. Gelegentlich dünkt es einen, als flössen amerikanische Steuergelder nicht in die Produktion, diplomatisch ausgedrückt, militärischer Verteidigungsobjekte als vielmehr in die Produktion filmischen Dekors und bloßer Arsenalshows. 100 Millionen Dollar, damit Michael Bay drei Sekunden lang Hubschraubertyp A und Kampfjetmodell B im Bild arrangiert. Während in diesen Szenen alle Kriegsgerätmodelltüftler ihr Sekret aus offenen Mündern abspeicheln, wächst die Verwunderung darüber, warum das Skript die transformierten Decepticons fast nur in Gestalt von Rüstungs-High-Tech-Vehikeln beschreibt? Ein vortrefflicher Schuss ins eigene Knie, denn falls es einen Film gibt, dem es ferner läge, militärischen Materialismus in ein reflektiertes Verhältnis zur Zerstörungskraft zu betten, dann trägt er den Titel "Transformers". So ist es ein Gigantomaniewerk, das mit ausgebeulter Hose den Blick auf seine ausgebeulte Hose zur Schau stellt und dabei gar nicht merkt, dass es sein Prachtstück mit dem Bösen in Assoziation bringt. Kann Kino so debil sein? Großgutgütiger, es kann.


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