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Transformers (2007)
Eine Kritik von п (Bewertung des Films: 2/10) eingetragen am 06.02.2008, seitdem 2022 Mal gelesen
Himmeldonnerwetter! Lange nicht mehr so eine unausgegorene Grütze gesehen.
Wer bislang meinte, Blockbuster à la Stephen Sommers (u.a. Van Helsing, Mumie) waren bereits der Bodensatz des seelenlosen CGI Popcornkinos, darf sich hier eines Besseren belehren lassen. Zwar gelang es Regisseur Michael Bay mal wieder einige extrem stylische und auf Hochglanz polierte Bilder einzufangen. Das war’s dann aber auch schon. Denn Transformers bemüht sich emsig, in Sachen Kindergerechtes Actionkino (ein Widerspruch in sich) den aktuellen Meilenstein bei der Kotzgrenze zu setzen.
Spätestens nach den einleitenden Worten eines gewissen Herrn Optimus Prime, der in kurzer Ausführlichkeit erst einmal über den Roboterkrieg salbadert, wird deutlich: Die Handlung um einen überdimensionierten Hellraiser-Würfel aus einer Galaxis weit, weit entfernt, der nun ausgerechnet auf der Erde herumoxidiert, ist eigentlich so etwas von egal. Hauptsache es rumst, wummert und scheppert überall fröhlich vor sich hin.
Ich will bei einem am Reissbrett geplanten Action Film der Marke Bay&Spielberg erst gar nicht über die Tiefgründigkeit (geschätzte 0,5cm) der Handlung ablästern. Alfred Hitchcock hätte sich schon bei The Rock oder Bad Boys im Grabe umgedreht. Gleichwohl haben die beiden letztgenannten Filme nicht zuletzt aufgrund Bays Händchen für präzises Knalleffekt Timing ausgezeichnet als Action Kracher funktioniert und bestens unterhalten. Und auch Transformers kann man diesbezüglich einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen.
Der Film punktet immer dann, wenn Bay seine Action Keule aus dem Sack lässt und wahlweise eine Militärbasis, einen Staudamm, eine Autobahn oder einer Kleinstadt zu Klump drischt. Bruch machen kann Bay wie kein Zweiter – und was er hier liefert, ist feinstes CGI-Eye Candy. Wenngleich sich auch aufgrund des modisch-beschissenen Schnitt Stakkatos gerne mal eine leichte Übelkeit in der Magengegend ausbreiten möchte. Dennoch wird hier geprügelt, zermalmt, geschossen und abgefeuert, was das Zeug hält. Doch welcher der verwandlungsfähigen, Einfamilienhausgroßen Roboter im tosenden Finale von welchem Gegner eins auf die Fratze geballert bekommt, ist mangels Identifikationsfaktor und Übersichtlichkeit dem ermüdeten Zuschauer am Ende bestenfalls wurscht.
Das Problem bei Transformers ist jedoch nicht seine Optik, sondern dass er sich nicht entscheiden kann, welche Zielgruppe er bedienen will. Deshalb hat man die einzelnen Protagonisten auch schön klischeehaft als Identifikationsfiguren vorsortiert, als da wären: der heroische Soldat für die Erwachsenen, der Teenie Hauptdarsteller inklusive aller relevanten Familienprobleme für die U18er Gemeinde, die schmollmündige Waschbrettmaus für die nach nackter Haut lechzende Sabberfraktion sowie einen zum Overacting neigenden Man in Black, der die Verschwörungstheoretiker und Akte X Fans im Publikum befriedigen soll.
Und? Ja Scheiße war’s! Insbesondere der sonnenbebrillte Regierungsfuzzi geht einem spätestens nach fünf Minuten mit seinem albernen Geseier derart auf den Senkel, dass man sich wünscht, Optimus Prime persönlich würde ihm die Eier hochbinden. Leider tut er es nicht - und so kalauert sich die Witzfigur des Tages fröhlich durch einen gehirnamputierten Plot der irgendwo zwischen bei-Independence-Day-geklaut und E.T.-schlecht-immitiert liegt. Überhaupt erreicht der Film den Tiefpunkt schauspielerischer Dialogkunst immer dann, wenn einer der Akteure seine Klappe aufmacht, was bei einem Kinofilm mit Überlänge irgendwann zwangsläufig der Fall ist. Gegen den dünnsinnigen Scheiß, der hier fabuliert wird, war George Lucas’ Episode III geradezu Shakespeare.
Natürlich kann man sich jetzt flux einen auf die tollen Effekte rubbeln und sich dabei an Megan Foxs knappen Outfit oder den gelackten Robtrix-Karossen ergötzen. Muss man aber nicht. Denn eine nachhaltige Langzeitwirkung im Sinne der Erinnerungswürdigkeit entfaltet der Film an keiner Stelle. Bestenfalls kann man das Gekröse als flotten Dauerwerbespot konsumieren, denn in Sachen Product Placement wird richtig was aufgefahren. Mein persönlicher Favorit war das Nokia Handy, das in einen zirpenden und wild um sich schießenden Dizzy Devil verwandelt wurde.
Bleibt unterm Strich eine sinnfreie Zerstörungsorgie mit unterirdischen Dialogen, verpackt in wunderschön gefilmte Bilder und dem Versprechen auf eine noch bombastischere Fortsetzung, die garantiert das Doppelte kostet. Egal! Hauptsache, die Action passt, gell?
Grottiger Humbug! 2/10
 | "Surprise me!" BETA |
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