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28 Weeks Later (2007)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 03.09.2007, seitdem 1189 Mal gelesen
Mit fünfjährigem Abstand versequelt mal „28 Days Later“, wobei Juan Carlos Fresnadillo Danny Boyle auf dem Regiestuhl ablöst.
Getreu dem Titel spielt das Geschehen nun 28 Wochen später, allerdings nicht nach dem Ausbruch, sondern nach dem Tag, an dem Donald Harris (Robert Carlyle) seine Frau verliert. Mit einigen anderen Menschen eingeschlossen in einem Farmhaus lässt der Fehler einer jungen Frau die Infizierten das Haus attackieren. Donald entkommt als einziger und lässt bei einer folgenschweren Entscheidung seine Frau zurück. Das ist fetzig gemacht, trotz gewisser Klischees (der Wunsch den Freund zu sehen lässt die Infizierten herein).
Besagte 28 Wochen später sind die Infizierten mangels Nahrung samt und sonders verreckt, eine NATO-Truppe unter amerikanischer Führung beginnt Großbritannien wieder zu besiedeln, von London aus. Donald hat überlebt, bekommt gar einen Hausverwalterposten in dem besiedelten, bewachten Teil Londons und darf seine Kinder in Empfang nehmen, die während der Vorfälle auf Klassenfahrt auf dem europäischen Festland waren. Damit sind dann auch die Fragen des Vorgängers geklärt, ob die Seuche ein rein britisches Problem war oder weltumspannend.
Das Schicksal der Mutti können die Kinder nicht verkraften und büchsen zum alten Heim in London aus. Dort hat ihre Mutter tatsächlich überlebt ohne sich zu verwandeln, doch sie ist Trägerin des Virus…
„28 Weeks Later“ beginnt als realistische Fortführung der Gedanken des ersten Teils, zeigt in glaubwürdigen Bildern die schrittweise Wiederbesiedlung des Inselstaates. Quarantäne, medizinische Kontrollen, Scharfschützen, Luftüberwachung – ein unheimliches, weil eben so realistisches Katastrophenszenario. In der Exposition passiert wenig, es baut jedoch ordentlich Atmosphäre auf, wenngleich man weiß, dass es bald wieder zum Ausbruch kommen muss – andernfalls würde ja kaum etwas passieren.
Doch wie es dazu kommt, ist dermaßen konstruiert, dass es an Zuschauerverarschung grenzt und nur noch verärgert angesichts der Logikfehler, die über das tolerable Maß weit hinausgehen. Die Kiddies hauen ab und der Sniper gibt keinen Warnschuss ab oder informiert die Wachen auf der Brücke, nein er ruft lieber die Luftüberwachung. Selbige lässt die Kinder minutenlang Läden durchsuchen, durch London cruisen und im Haus stöbern. Vor dem Raum der infizierten Mami im Labor stehen null Wachen. Papi kommt mit seiner normalen Blockwartkeykarte überall rein, auch in besagtes Labor. Im Angesicht der Gefahr laufen die Soldaten mit gesenkter Waffe zu Infektionspapi, um sich beißen zu lassen. Sinnige Idee als die Katastrophe ausbricht: gerade haben wir die schleichende Infektion entdeckt und sperren alle Zivilisten in ein Raum (natürlich ohne Infos über die Lage, natürlich verbarrikadieren wir nur eine Tür, die andere ist leicht zu öffnen, damit man die perfekte Todesfalle hat).
Was danach kommt, ist eine flott gemachte, leidlich spannende Hatz durchs leere London, die nette Schauwerte, aber auch die hammerdämlichen Drehbuchschwächen bietet. Infektionspapi rennt schneller als alle anderen, hat den siebten Sinn und ist scheinbar noch feuerfest, sodass er immer da auftaucht, wo seine Kiddies sind, im Überlebenskampf wird jedes logische Denken komplett über Bord geworfen und den einfallslosen Schlussgag erahnt man schon zehn bis zwanzig Minuten vor Ende des Films.
So bleibt von Hälfte zwei nur wenig hängen. Ein paar schicke Actionszenen gibt’s zu sehen (nett: die Helikopterattacke auf das Auto), es gibt ein paar blutige Effekte (wenngleich die Rotorszene etwas zu übertrieben wirkt) und das Gedankenspiel des Anfangs wird immerhin in einigen Szenen weitergeführt, z.B. wenn das Militär der Lage nicht mehr Herr wird und nach und nach zu immer drastischeren Mitteln greift.
Auf bekannte Namen verzichtet „28 Weeks Later“ fast vollständig und Robert Carlyle ist wenig gefordert, reißt seine Rolle aber solide runter. Ähnliches gilt für den Rest vom Fest, nur Mackintosh Muggleton und Imogen Poots als nervige Kinder sägen an des Zuschauers Geduldsfaden. Zu allem Überfluss muss das Drehbuch ihnen noch die Rollennamen Andy und Tammy geben, die in andauernd gebrüllter Form gegen Ende des Films ganz besonders auf den Wecker gehen.
„28 Weeks Later“ ist eine an sich gut inszenierte Fortsetzung und was FX sowie die paar Actionszenen angeht, kann man nicht meckern. Auch die Atmosphäre stimmt, doch das hemmungslose konstruierte Drehbuch hämmert einen dicken Klops nach dem anderen raus, sodass die Unglaubwürdigkeiten selbst dann den Filmspaß empfindlich trüben, wenn man kein Logikfanatiker ist.
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