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Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel (1985)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 27.01.2006, seitdem 642 Mal gelesen


Mit „Mad Max II“ hatte George Miller seinen ersten Teil noch übertroffen und eine ordentliche Actionbreitseite abgefeuert, den Abschluss der Trilogie fuhr er leider gegen die Wand.
’Mad’ Max Rockatansky (Mel Gibson) tingelt hier immer noch über die verwüsteten Lande der postapokalyptischen Erde und kommt nach Irrungen und Wirrungen nach Bartertown, wo Aunty Entity (Tina Turner) herrscht. Da Max seinen Besitz verloren hat, willigt er ein für Aunty einen Widersacher zu beseitigen, indem er einen Streit anfängt und den im Zweikampf austrägt. Dabei werden auch Auntys Mannen nicht sonderlich sympathisch dargestellt, doch mit Gesellschaftskritik an der herrschenden Klasse hat das nichts zu tun, sondern soll sie nur schon mal als potentielle Gegner etablieren.
Bei Max’ Gegner handelt es sich um Blaster (Paul Larsson), die ausführende Hand des zwergenwüchsigen Arbeiterchefs Master (Angelo Rossitto). Der Kampf findet in der titelgebenden Donnerkuppel statt und ist einer der beiden Höhepunkte des Films: An Seilen hängend kloppen sich Max und sein Gegner mit allen Waffen, die sie in der Kuppel finden, Max gewinnt – doch schont Blasters Leben, da dieser sich als geistig Zurückgebliebener herausstellt. Hier greift dann wunderbar die Charakterisierung von Aunty und ihrer Bande, denn diese ermorden Blaster trotzdem.

Doch damit nicht genug: Das Lumpenvolk bezichtigt Max des Vertragsbruches und schickt ihn zum Sterben in die Wüste, wo Max jedoch in letzter Sekunde von einem Kinderstamm gerettet wird…
Ab da lässt „Mad Max 3“ dann gewaltig nach, denn statt hart und roh wie die Vorgänger geht es nun kinderfreundlich und harmlos her. Nach kurzer Zeit als Kindergartentante darf Max sich noch mal ans Werk machen, aber von Drehbuchseite her total unmotiviert: Weil ein paar Kiddies ausbüxen, gerät er noch mal mit Auntys Rasselbande aneinander und damit ist der Film dann auch schon vorbei ohne dass wirklich etwas passiert wäre. Das ist leider wenig spannend und der kindische Pseudohumor, der an einigen Stellen zu Tage tritt animiert auch eher zum Speien als zum Lachen.
Immerhin bietet die finale Schlacht zwischen Max und den bösen Radaubrüdern dann noch einen zweiten Höhepunkt, wenngleich sich auch hier der bewusst niedrig gehaltene Härtegrad bemerkbar macht: Gestorben wird kaum noch und wenn, dann unblutig und im Off. Dafür entschädigen dann einige wirklich tolle Stunts (u.a. der Frontalcrash zweier Vehikel) und der stimmungsvoll zusammengestellte Fuhrpark roher Karren. Warum Max am Ende von seinen Widersachern am Leben gelassen wird, fragt man hingegen besser nicht (vielleicht weil es so putzig aussieht, wenn er alleine in den Sonnenuntergang latscht).

Weiterer Pluspunkt ist die Endzeitatmosphäre, die George Miller auch hier wieder halbwegs stimmig auf den Schirm bringt. Mit dem hier höheren Budget ist der dreckige Look der Vorgänger etwas geglättet worden, doch Ausstattung und Setbau präsentieren immer noch interessante, mögliche Verwendungsweisen von heutigen Alltagsgegenständen in einer möglichen Zukunft. Neue Ideen darf man allerdings nicht erwarten, stattdessen greift „Mad Max 3“ nur Ideen der Vorgänger auf (so bekommt z.B. der Flieger aus Teil zwei hier noch eine Art Nachfolger beschert, der arg ihn erinnert, wieder von Bruce Spence gespielt wird, aber wohl doch jemand anders ist, da er Max nicht kennt).
Mel Gibson tut sein Möglichstes Max das gleiche Charisma wie in den Vorgängern und schafft dies immerhin so gut es das weichgespülte Drehbuch es zulässt. Tina Turner hingegen kann deutlich besser singen als schauspielern, hat aber zum Glück nicht soviel Screentime, während der Stamm der Teppichratten ein wenig nervt.

Dank zweier guter Actionszenen, einigen Endzeitflairs und Mel Gibson kann „Mad Max 3“ noch als Mittelmaß durchgehen, doch der spannungsarme, einfallslose Plot und leicht kindische, wenig harte Art stören gewaltig.


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