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Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel (1985)
Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 16.11.2010, seitdem 220 Mal gelesen
Der Australier George Miller (Die Hexen von Eastwick, Lorenzos Öl) gilt als der Erfinder der actionreichen Endzeitvision, um den ehemaligen Polizisten Max Rockatansky, der Hauptdarsteller Mel Gibson schon vor "Lethal Weapon" zum Star machte. "Jenseits der Donnerkuppel" komplettiert die Trilogie, unterscheidet sich aber deutlich von den beiden Vorgängern, besonders in Punkto härte. Miller und George Ogilvie (The Crossing, The Last of the Ryans) teilten sich den Stuhl des Regisseurs, natürlich schrieb Miller auch das Drehbuch zusammen mit Terry Hayes (Todesstille, Payback - Zahltag). Für viele als der mit Abstand schwächste Teil der Reihe betitelt, darf man sich dennoch auf ein Spektakel freuen. Und "Mad Max" scheint sein Leben hiermit noch nicht ausgehaucht zu haben, ein weiteres Sequel wird kommen.
Bei seiner Reise durch die endlose Wüste bekommt Max Rockatansky (Mel Gibson) sein Hab und Gut gestohlen. Er folgt der Spur der Diebe und landet in der Wüstenstadt Barter Town. Dort gibt es zwei rivalisierende Parteien, einmal Aunty Entity (Tina Turner) mit ihrem Gefolge und im Untergrund lebt der kluge aber kleinwüchsige Master, der mit dem Hünen Blaster eine Einheit bildet. Mittels Methan kontrollieren sie die Energieversorgung in Barter Town, doch Aunty macht einen Deal mit Max. Er muss Blaster bei einem Zweikampf in der Donnerkuppel besiegen und er erhält eine komplette Ausrüstung inklusive Auto. Max gewinnt den Kampf, aber hält sich nicht an die Regeln, denn er verschont Blasters Leben. So wird er von Aunty in die glühend heisse Wüste verbannt.
Die Geschehnisse des Vorgängers liegen ein gutes Stück zurück, denn Autos, Wasser und jegliche Form von Besitz sind noch rarer geworden. Anstatt seines Wagens mit V8 Antrieb hoppelt Max hier mit ein paar Dromedare und Planwagen durch die schier endlose Wüste. Auch "Jenseits der Donnerkuppel" ist gewollt trist gehalten und punktet besonders durch den brillanten Soundtrack. Hier stechen natürlich Titel- und Abspannmelodie heraus, großartig gesungen von Tina Turner. Ihr "We Need Another Hero" ist ein absoluter Hit. Auf eine ausgefeilte Story kam es in der "Mad Max" Reihe noch nie an. So präsentiert man hier eine neue Form des Zweikampfes in einer Art Riesenkäfig. Die Kontrahenten können mit Hilfe von dehnbaren Seilen durch die Luft schwingen. Das PG-13 Rating fällt nur selten negativ ins Gewicht, natürlich kann man actiontechnisch lange nicht mit dem starken Vorgänger mithalten. Aber auch hier hat Max einige Abenteuer zu bestehen, was mit einer kleinen Prüegelei zwischen ihm und Auntys Gefolge beginnt. Der Kampf in der Donnerkuppel ist aber das eigentliche Highlight, wo man sich auch mit Waffen verschiedenster Art beharkt, unter anderem auch einer Motorsäge. Es gibt auch ein Wiedersehen mit Max Wagen, welchen er in "Der Vollstrecker" eigentlich schon komplett zerlegt hatte.
Die Geschichte mit den Kindern mag nicht jedem munden, die Max bei seiner Verbannung in die Wüste kennenlernt. Die huldigen einem Piloten namens Walker und halten Max für ihren Helden. Hier kommt das Geschehen ein wenig ins Stocken, aber langweilig wird es in keiner Szene. Schließlich bleibt als letzte Hoffnung nur noch Barter Town und die Entführung des klugen Masters. Das Ganze gipfelt in einer turbulenten Verfolgungsjagd, in der jede Menge Schrott produziert wird. Mit dem Piloten Jedediah (Bruce Spence) ist wieder ein alter Bekannter dabei, man fragt sich nur, wie die ganze Gruppe in dieses Mini-Flugzeug passt. Jedenfalls ist die finale Hetzjagd durch die Wüste ein furioser Abschluss, auch wenn man Auntys Handeln zum Schluss nicht ganz verstehen mag. Mel Gibson (Der Patriot, Auftrag Rache) in einer seiner Paraderollen, hat sich hier wohl die Frisur für sein "Braveheart" geklaut. Den hier etwas sanfter agierenden Max mimt er wie kein Zweiter, auch Tina Turner (Tommy, Ich bin durchgebrannt) als Powerfrau Aunty Entity macht einen erstaunlich guten Job. Ansonsten dürfte höchstens noch Bruce Spence (Dark City, Australia) ein Begriff sein, das restliche eher unbekannte Feld fällt aber keinesfalls negativ auf.
Auch der dritte Teil hat es mir angetan, obwohl er wirklich der Schwächste der Reihe ist. Trotzdem sauber inszeniert und actionstark, ein altmodisches Endzeitspektakel mit toller Musikuntermalung. Man darf auf Teil vier gespannt sein, leider ohne Mel Gibson.
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