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Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel (1985)
Eine Kritik von Slebbeog (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 28.04.2003, seitdem 512 Mal gelesen
Kurz zur Geschichte: Mad Max ganzes Hab und Gut (in Form eines Dromedar-Gespanns) wird ihm gestohlen. Er schleppt sich nach Bartertown, einem Handelsplatz mitten in der Wüste, wo das Gesindel des postapokalyptischen Australiens sich rumtreibt. Beherrscht wird die Stadt von Aunty und Master Blaster. Erstere stellt die Gesetze, der zweite liefert die Energie (mittels Schweinescheiße...). Max wird vor die Wahl gestellt: Wenn er Aunty hilft, den Leibwächter von Master Blaster zu töten, bekommt er seine komplette Ausrüstung zurück. Er willigt ein und es kommt zu einem Duell in der "Donnerkuppel", einer Arena ("Zwei Mann geh'n rein, einer kommt raus!"), in der alle Waffen erlaubt sind. Als Max jedoch feststellt, dass sich unter der Maske des Leibwächters ein Zurückgebliebener mit dem Verstand eines Kindes verbirgt, weigert er ihn zu töten (warum eigentlich?). Sauer über diesen Vertragsbruch, schickt Aunty Max in die Wüste. Am Ende seiner Kräfte wird er von einem Stamm Wüstenkinder aufgenommen. Zusammen mit ihnen übt er Rache an Aunty...
Der dritte Teil der Mad Max Saga wird von vielen als der schlechteste Teil angesehen. Und auch mir sind einige Sachen aufgefallen, die mich arg gestört haben:
-Erstens der Score: Nicht mehr so gut wie bei den Vorgängern (an einer Stelle klingt es irgendwie nach Jahrmarkt, oder meine ich das nur).
-ZU abgedrehte Bösewichte: Gut, Teil 1 hatte Toecutter. Der hatte zwar ne wirre Frisur und laberte ne Menge irres Zeug, war aber noch relativ normal. Teil 2 hatte den etwas nach SM aussehenden Humungus und ne Menge Rocker. Geht noch in Ordnung. Aber was Teil 3 an Bösewichten bietet, ist schon ziemlich abgedreht. Typen, die wie Indianer rumlaufen, Einer mit nem Puppenkopf auf dem Rücken, ein eckliger Fettsack, Tina Turner... Sowas kann man dann irgendwann nicht mehr ernst nehmen.
-Der desillusionierte und zynische Max als führsorglicher Beschützer von Wüstenkindern? Ziemlich auf Familienkino getrimmt.
-Max' Knieverletzung, die er sich in Teil 1 zugezogen hatte und die im zweiten Teil noch Auswirkungen hatte (Beinschiene), ist merkwürdigerweise verschwunden. Max springt rennt und fleigt nur so herum, als wenn nie etwas gewesen wäre.
-Tina Turner wirkt in diesem Film so unatrakitv, also wirklich. Weiße Haare...
-Max muss seine coole abgesägte Schrotflinte gleich am Anfang abgeben und sieht sie nie wieder. (Das Ding war soooo cool).
-Die Verfolgungsjagd zum Schluss (Obligatorisch für einen Mad Max Film). Man hat viel zu viel beim Vorgänger geklaut.
Aber trotz dieser Fehler kann man immer noch einiges Positives diesem Film abgewinnen:
So kommt es beispielsweise zu einem Wiedersehen mit einem alten Bekannten (ich sag nur "Das ist meine Schlange!"). Außerdem ist Teil 3 eine Steigerung in vieler Hinsicht zu den vorangegangenen Teilen: In Teil 1 waren noch alle Leute normal, nur ein paar Rocker fiehlen negativ auf. In Teil 2 gab es dann schon mehr und durchgeknalltere Rocker, die gegen wenige "Zivilisten" (die aber noch einigermaßen zivilisiert waren) kämpften. In Teil 3 laufen nahezu alle (auch die "Zivilisten") dann nur noch in mittelalterlich anmutenden Lederrüstungen rum. Man kann also den zunehmenden Verfall der postapokalyptischen Welt beobachten.
Auch habe ich positiv registrieren müssen, dass es in diesem Film endlich eindeutige Hinweise auf einen Atomkrieg gibt. Teil 1 war da äußerst wage, in teil 2 war nur etwas von einem Konflikt zu hören. In Teil 3 wird an allen Ecken von einem Atomkrieg gesprochen. Warum nicht gleich so?
Dann muss natürlich die herrliche postapokalyptische Atmosphäre Beachtung finden: Abgestürzte Flieger in der Wüste, die angebetet werden, Energiegewinnung durch Scheine, der ganze Retro-look... Respekt, was die Macher da an Atmosphäre geschaffen haben, verleiht dem Film viel von seinem Charme.
Und zum Schluss gibt es dann noch einen Blick auf das, was von der Welt übrig geblieben ist, die Max im ersten Teil hinter sich gelassen hat. Die wohl atmosphärischste Szene aller Mad Max Teile.
Kurzum: Zwar keine Offenbahrung des Actionkinos, aber dennoch ein gut gemachter Film mit einem etwas zu weichen Mel Gibson. Aber mit umso mehr Charme.
 | "Surprise me!" BETA |
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