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Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel (1985)

Eine Kritik von Marcel (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 27.02.2004, seitdem 521 Mal gelesen


Umstrittener dritter, (eigentlich) abschließender Teil der Mad Max-Reihe. Für einige der schwächste, für andere der beste Film der Reihe. Zunächst einmal festgehalten werden muss folgendes, es ist auf jeden Fall der fantasievollste und am wenigsten brutale Teil der Reihe; und letzteres sollte nur selten als Negativpunkt angesehen werden. Und als besonderes Schmarnkerl hat der Film Tina Turner als Aunt Trinity zu bieten (wenn auch mit eher bescheidener darstell. Leistung), deren musikalische Beiträge den Film auch einrahmen. Sicherlich auf ein Mainstream-Publikum zugeschnitten, obwohl sich manche Szenen hier auch nicht mit den ungeschriebenen Hollywood-Regeln vereinbaren lassen (denke dabei an die im Treibsand Versinkenden oder dass Max in Gegenwart der Kinder auf ihre Anführerin schießt). Doch dass die Figur Mad Max hier verraten wurde ist schlichtweg falsch. Er ist hier ebenso wortkarg, tritt genauso knallhart auf (immerhin scheint er nicht abgeneigt, für eine gute Ausrüstung einen ihm Unbekannten zu töten) und darf dann (bei den Kindern) wieder ebenso nervig den Bescheidenen spielen wie im Vorgänger.

Wie schon gesagt ist dieser Mad Max-Teil der fantasievollste, weil Science Fiction-betonteste und damit auch der inhaltlich interessanteste, auch wenn die Story keinen wirklich vom Hocker haut. Hier steht die detaillierte Darstellung der postapokalyptischen Welt stärker im Vordergrund, insbesondere natürlich die Stadt Bartertown, sowie die verlorenen Kinder. Erstere ist wirklich sehr ansprechend gestaltet und mit schillernden Figuren durchsetzt und hier kommt es auch zum ersten Highlight das Duell in der titelprägenden Donnerkuppel. Dieses ist sehr gut inszeniert, zugegebenermaßen etwas angestaubt, aber der Film ist ja ohnehin ein pures 80er Jahre Produkt.

Dann wird Max ja auch alsbald in die Wüste geschickt und trifft auf die Kindergruppe. Damals war der Nervpegel der Blagen ja noch weit niedriger als dies heute meist der Fall ist. Ihre Anbetung von Max als "Captain der Lüfte" ist vielmehr eine Bereicherung und sie tragen auch die Handlung weiter bis zum Höhepunkt.

Dieser ist natürlich der Ausbruch von Max und seinen Kameraden aus Bartertown (nachdem ein Paar Kinder dort stur hinmarschiert sind mit einem Eisenbahn/Truck - Hybriden. Diese Verfolgungsjagd macht selbst Puristen der ersten beiden Mad Max-Filme wieder Laune. Sie erinnert zwar etwas an die finale Verfolgungsjagd im zweiten Teil (nicht zuletzt aufgrund des Designs der Bösen und ihrer Fahrzeuge), ist aber anders. Erstens verläuft sie für unsere Helden auf Schienen und zweitens ist sie weniger brutal als humorvoll und so packend in Szene gesetzt wie man es von George Miller gewohnt ist (Im Verlauf des Showdowns gibt es dann auch ein Wiedersehen zwischen Max und dem Gyro-Captain aus Teil 2).

Als der Film dann schließlich zu Ende geht werden dann zum ersten Mal in der Reihe Nägel mit Köpfen gemacht und man sieht die vom Atomkrieg zerstörte Stadt Sydney. Dort lassen sich die Kinder nieder und sprechen davon, die alte Welt wiederaufzubauen. Im letzen Bild sieht man Max, einsam in der Wüste, den Sonnenuntergang (oder -aufgang) entgegenlaufen. So endet die Trilogie mit einem Ton der Hoffnung. Konnte man in "Mad Max" 1 und 2 zusammen mit der Hauptfigur Max Backansky den Zerfall der menschlichen Zivilisation beobachten, findet sie am Ende des 3. Teils dank seiner Hilfe einen neuen Anfang. Ein schöneres Ende gibt es doch kaum. Tina Turners Hit "We Don't Need Another Hero" ist bei diesm Schluss wie die Kirsche auf der Sahnetorte, denn er passt so gut zur Stimmung. Die TV-Ausstrahlungen des dritten Teils ohne Abspann sind damit eigentlich nicht viel besser als die geschnittenen der ersten beiden Teile.

Also nicht nur meckern, dass Action und Gewalt zurückgenommen wurden, sondern vielmehr darauf achten, was es stattdessen neues gibt. Denn das ist auch nicht schlecht.

Wertung: 8 / 10


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