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Einer gegen das Imperium (1983)
Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 3/10) eingetragen am 08.11.2007, seitdem 415 Mal gelesen
Um es gleich vorrauszuschicken: Dieser Film ist eine Trashgranate, vielleicht etwas arg zäh erzählt, aber ganz klar kultverdächtig. Ein gelungenes Werk würde glaube ich ohnehin niemand erwarten, der das Cover in der Hand hält.
Der Eine, der im Titel genannt wird, sind eigentlich ganz viele, und das Imperium ist eigentlich nur eine böse Inselregierung. Aber was solls. Das Schlagwort war perfekt zu Zeiten von Star Wars, der Schriftzug des Filmtitels kommt auch nicht von irgendwo her und die Roboter, gegen die unser Hercules und Conan für Arme kämpft, sind lauter kleine Brüder Darth Vaders, zumindest optisch. Das einzige was noch fehlte waren die Lichtschwerter, aber dafür gibt es einen Kampf mit brennenden Schwertern, ist ja fast das selbe. Aber wer nun denkt hier wäre "Star Wars" an der Tagesordnung irrt sich. Dieser dreiste Hercules & Co-Klau spielt in der Steinzeit (obwohl auch Dinos rumlaufen, aber das ist ja nichts neues mehr in Trashfilmen, die zu dieser Zeit spielen) und die eben erwähnten Roboterkämpfe, die auf dem Cover anbei wie der Hauptteil des Filmes erwähnt werden, beginnen erst in der 55. Minute. Stimmt auch nicht ganz: Hier schwenkt die Story um zu technischen Elementen. Zuvor darf man an endlosen Kämpfe mit Dinos und Urzeiteinwohnern teilnehmen. Das ist zwar alles recht putzig getrickst und zurechtgemacht, nervt aber spätestens beim vierten Kampf. Handlung drum rum gibts kaum. Mit den Kämpfen wird nur eine Figur nach der nächsten eingeführt, die weibliche Hauptrolle darf zwischendurch mal eifersüchteln, damit sie überhaupt irgendeinen Zweck erfüllt, und die zweite weibliche wichtige Rolle ist auch ziemlich fix wieder tot. Die Grundstory nach der Identitätssuche, mit einem Amulett als einzigen Hinweis, ließ einen nur auf den Möter warten, aber "Spaceballs" war ja dann doch erst einige Jahre später.
Unser Held des Films, ein strahlener Blondling, mit den Muskeln eines Gladiators, dem Lächeln wie aus einer Zahnpastareklame entnommen und der Intelligenz Dieter Bohlens, stapft durch nett gemachte Kulissen, zeigt in jedem Kampf was er für ein toller Typ ist, und neben einer Frau die er retten mußte wird er begleitet von dem väterlichen Freund dieser Frau. Jener darf sich alle Nase lang bedanken, dass das Plagiat von Conan dem Barbar (oder doch eher Groo der Wanderer?) ihm wieder mal den Arsch rettet. Gegen Ende läufts dann auch mal umgekehrt, wurde dann ja aber auch höchste Zeit *g.
Wenn alle Dinos vermöbelt sind und alle bösen Urzeitstämme vernichtet scheinen, egal wie wichtig sie für die Identitätssuche des Helden auch gewesen wären, beginnt die Geschichte um das böse Imperium. Dies lungert auf einer Insel rum, läßt zwar auch mal Roboter auf die andere Seite des Wassers rüberfliegen um Blut...ääääh Ölrache an toten Robotern zu verüben, aber eigentlich erstreckt sich das Imperium nur über eine einzige Insel. Der böse Anführer plant zwar die Eroberung der Erde, was mit seinen technischen Möglichkeiten sicher ein Kinderspiel wäre, scheinbar hatte er dafür aber noch keine Zeit. Eine neue gentechnisch hervorgebrachte Lebensform hätte er dafür zumindest nicht gebraucht. Egal, die will er dennoch erschaffen, und zwar mit den Genen unseres Helden und dessen konkurenzängstlicher Freundin. Dieser Storystrang wird allerdings nur sehr kurz aufgegriffen um ihn sofort wieder fallen zu lassen.
Die letzten 30 Minuten handeln nun davon, wie unser Held dem sogenannten Imperium den Untergang beschert. Auf sein Kommen haben eine handvoll Rebellen gewartet, warum auch immer. Der darf zwar hin und wieder Kloppe verteilen, alles andere machen die Rebellen aber ohnehin alleine: Sie haben bereits eine Bombe, wissen wo diese am effektivsten platziert werden muß, haben Handfeuerwaffen, wissen diese auch einzusetzen und wissen wie man sowohl die Roboter mit diesen besagten Waffen lahmlegen kann, als auch das selbe per Knopfdruck zu erledigen. Unser Held darf lediglich ein paar Roboter killen (noch nicht mal den Weg für die Rebellen freiräumen, das gäbe ja wenigstens noch irgendwie Sinn) und die Bombe dort platzieren, wo es ihm gesagt wird.
Am Ende ist unser Blondling der Held des Tages, schnappt sich nach Vernichtung der Untermenschen (diese Arbeit begann er ja bereits auf dem Festland) die restlichen Leute der Herrenrasse, deren Anführer er nun ist und fliegt los um eine bessere Welt zu errichten, so der Offkommentar am Ende. Und fertig ist der krude Mix eines Filmes der nicht wirklich weiß was er erzählen will. Dass nichthinterfragter oder kritisch gemeinter Faschismus gerade in einem italienischen Film vorkommt dürfte kaum wundern, hat er in diesem Land doch seine Wurzeln laut Geschichtsbüchern. Viel mehr verwundert der krude Mix aus Hercules und "Star Wars". Kam die Idee wärend des Drehs, um den Film in den Kinos finanziell zu retten oder streckte man die Grundidee Luke & Co zu kopieren mit Barbarenelementen um Geld zu sparen? Bei letzterem bin ich aber stark am zweifeln, ob die Roboterdesigns und die Laserschüsse teurer sind als die putzigen Dinopuppen oder die Kulissen zerbrechender Höhlen und ähnlichem. Ich persönlich tippe auf Idee Nummer 1.
Der Film ist einfach nur schlecht zu nennen. Es gibt nur einen brauchbaren Schauspieler, das ist die Vaterfigur des Weibchens, es gab scheinbar kein Drehbuch sondern viel mehr ein Szenenbuch (alles andere wäre bei dieser dürftigen Geschichte zumindest Blätterverschwendung gewesen), die Regie ist nicht der Rede wert, die Musik könnte ebenso von einem Schulorchester Amerikas stammen, die in der Halbzeit eines Footballspiels zur allgemeinen Unterhaltung gespielt wird (zumindest das Lied das ertönt, sobald unser Held etwas glorreiches vollbringt) und der Gesamteindruck ist somit für Normalgucker des Genres sehr seeeeehr dürftig. Der Trashfan hingegen hat einen neuen Partyfilm entdeckt, den man aber zu ein paar Mann gucken sollte, um in den zähen Szenen sich die Zeit mit etwas Geschwätz zu vertreiben. Ob man für diese Art Event nun Alkohol benötigt oder nicht sei individuell zu entscheiden *g.
PS: Die Hauptzentrale des bösen Imperators erinnert dank der allessehenden Kristallkugel übrigens irgendwie an das Heim der bösen Hexe in "Das zauberhafte Land".
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